49 her Zeichenlehrer Friedrich Lange, welcher seit Michaelis 1837 in dieser Eigenschaft bei dem Gymnasium gewirkt und seit dem Sommer 1840 auch die gymnastischen Uebungen der Schüler geleitet hatte, war schon zu Ende Juni beurlaubt worden, um in höherem Auftrage zur baulichen Herstellung der Kirche zu Kloster Haina sowie der St. Elisabethenkirche zu Marburg Vorschläge zu machen, und schied
zu Michaelis völlig aus seiner Stellung zum Gymnasium, nachdem ihm die Leitung der genannten Bauten sowie die Besorgung des Bauwesens an dem Landeshospital Haina übertragen worden war.
Der Candidat der Philologie Dr. Georg Buchenau aus Cassel, welcher durch. Allerhöchste Ent- schliessung als Praktikant bei dem Gymnasium zugelassen worden war, trat zu Antang November in dieser Eigenschaft ein und übernahm zu seiner didaktisch-pädagogischen Ausbildung einen Theil der lateinischen Lectionen in Tertia..
Am 10. December starb der Director und erste Lehrer des Gymnasiums, Dr. Ernst Friedrich Johann Dronke, im drei und fünfzigsten Jahre seines Lebens, im neunten seiner hiesigen Wirksamkeit. Derselbe wurde zu Falkenberg in Oberschlesien am 28. Juni 1797 geboren, besuchte, nachdem er sich auf dem Gymnasium zu Leobschütz und dem katholischen Gymnasium zu Breslau für die höheren Studien: gründlich vorbereitet hatte, die Universitäten Breslau und Berlin und erhielt bereits im Mai 1819, bevor er noch das zwei und zwanzigste Lebensjahr vollendet hatte, eine ordentliche Lehrstelle an dem Gymnasium zu Coblenz, wo er 1825 zum Oberlehrer, 1837 zum königlichen Professor ernannt wurde, In dieser Stel- lung entwickelte er zwei und zwanzig Jahre hindurch, bis zu seiner im Herbst 1841 zur Leitung des hiesigen Gymnasiums erfolgten Berufung, eine unermüdete, für die Schule und die Wissenschaft gleich segensreiche Wirksamkeit, welcher auch ausserhalb der Gränzen seines engeren Vaterlandes die chrenvollste Anerkennung zu Theil wurde. In dem Osterprogramme des hiesigen Gymnasiums von 1842 hat der Verewigte ausführlicher über sein Leben berichtet und auch ein Verzeichniss seiner zahlreichen Schriften, der schätzbaren Denkmäler seines wissenschaftlichen Sinnes und seiner ebenso gründlichen als gediegenen Studien, mitgetheilt. Dass er seine literärische Thätigkeit auch in seiner hiesigen Stellung mit rüstigem Eifer fortsetzte, ergibt sich aus den in den letzten acht Jahren seines Lebens von ihm herausge- gebenen Schriften, welche wir zur Ergänzung des erwähnten Verzeichnisses hier aufführen wollen. Als neue Werke erschienen: 1. Gesang- und Gebethuch für katholische Gymnasien und höhere Lchranstalten (Fulda. Th. Henkel. 1847), in Gemeinschaft mit dem vormaligen Gesanglehrer des Gymnasiums, Michael Henkel, herausgegeben; 2. Traditiones ct Antiquitates Fuldenses(Fulda. G. F. Euler. 1844); 3. Codex Diplomalicus Fuldensis, von welchem drei Hefte erschienen sind, das vierte und letzte sich unter der Presse beſindet(Cassel. Th. Fischer). Als Programme erschienen: 1. Annotatio critica in C. Cornelii Taciti Agri- colam. Glossae Fuldenses. 1842; 2. Beiträge zur Geschichte Fulda's. 1846; 3. Lecliones Ciceronianae, Sallus- lianae, Ovidianae, e codicibus Fuldensibus descriptae. 1849. Ausserdem bearbeitete er mehrere neue Auflagen seiner weitverbreiteten deutschlateinischen Uebersetzungsbücher(die achte Auflage der ersten Abtheilung erschien 1844, der zweiten Abtheilung 1846. Coblenz. J. Hölscher) sowie die zweite Auflage des 1824 von ihm herausgegebenen Agricola des Tacitus(Fulda G. F. Euler 1844). Ueberdies lieferte er kleineré Aufsätze und Abhandlungen für mehrere Zeitschriften, namentlich für die des Vereins für hessische Ge- schichte und Landeskunde, dessen Zwecke er sowol durch seine wissenschaftlichen Forschungen als auch durch seine mehrjährige Thätigkeit als Ausschussmitglied mit dem besten Erfolge zu fördern bestrebt war. In den letzten Jahren seines Lebens war sein Fleiss vorzugsweise der Aufhellung der Vorzeit Fulda's gewidmet und mit stets ungeschwächtem, selbst durch schwere Körperleiden nur selten gehemmtem Eifer


