Aufsatz 
König Konrad I., der Franke
Entstehung
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fürstlichen Ministeriums auf die unter'm 22. November 1849 für die Directoren und Verwaltungs- commissare der kurhessischen Gymnasien erlassene Instruction eidlich verpflichtet. Das ihm mit so nachsichtsvoller Beurtheilung seiner bisherigen Leistungen verliehene wichtige Amt hat er mit dem festen Vorsatze angetreten, das Gedeihen der seiner Leitung übergebenen Anstalt und die Wohlfahrt der seiner Fürsorge anvertrauten Jugend nach Kräften zu fördern; und stets wird es sein eifrigstes Bestreben sein, durch treue, gewissenhafte und unermüdete Berufserfüllung das ihm bewiesene grosse Vertrauen, so viel er immer vermag, zu rechifertigen. Der schweren Verpflichtungen, welche er zugleich mit dem ihm übertragenen Amte übernommen hat, ist er sich vollkommen bewusst; allein dieses Bewusstsein wird seinen Muth nicht länmen, sondern ihn nur zu erhöhter Kraftanstrengung ermuntern. Die Liebe zu seinem Berufe, in welcher er zeitlebens die erste und reichste Quelle seines Glückes und seiner Zufriedenheit zu finden gewohnt war, wird die mangelnde Kraft ersetzen, die Ueberwindung von Schwierigkeiten und Hindernissen erleichtern; und so glaubt er sich wol zu der Hoffnung erheben zu dürfen, dass es ihm durch den Ernst seines Willens und durch harmonisches Zusammenwirken mit seinen Amtsgenossen, deren treuer Unterstüzung er bei seinem auf sittliche Veredlung und geistige Ausbildung der Jugend gerichteten Streben vollkommen versichert ist, gelingen werde, die ihm gewordene schwere Lebensaufgabe zum Heile des Vaterlandes immer mehr einer glücklichen Lösung entgegenzuführen. Dazu verleihe ihm Gott, ohne dessen Ségen alles menschliche Wirken fruchtlos ist, seinen mächligen Gna- denbeistand!

Am 4. Februar wurde das Andenken an Hrabanus Maurus, den verdienstvollen Vorsteher der Klosterschule zu Fulda und den Begründer des deutschen Schulwesens in herkömmlicher Weise durch Vorträge und Gesänge der Schüler gefeiert. Der Primaner Hermann Heller beantwortete in einer Rede die Frage: Wie feiern wir das Andenken derer am würdigsten, welche sich um uns verdient gemacht haben?, der Primaner Friedrich Neuhof sprach über die Bedeutung des Nibelungenliedes und verglich dasselbe mit der Iliade.

III. Statistische Uebersicht.

Die Zahl der Schüler betrug zu Anfang des Schuljahres 186. Von diesen verliessen die Anstalt im Laufe desselben 14; 4 gingen Michaelis zur Universität ab; 1 wurde ausgewiesen; dagegen wurden zu Michaelis aufgenommen 4. Demnach beträgt jetzt bei'm Schlusse des Schuljahrs die Zahl der Schüler 171, von welchen 20 der I, 25 der II, 34 der III, 33 der IV, 33 der V und 26 der VI angehören.

Zu Michaelis wurden zur Universität entlassen:

1. Friedrich Baist, geboren am 3. Juli 1829 zu Schlüchtern, Sohn des Oekonomen Baist daselbst, Schüler des Gymnasiums seit Ostern 1845; studirt Medicin.

2. Karl Braun, geboren am 27. April 1831 zu Neustadt, Kreis Kirchhain, Sohn des Kaufmanns Braun daselbst, Schüler des Gymnasiums seit Ostern 1843; studirt Theologie.

3. Philipp Engel, geboren zu Fulda am 12. März 1830, Sohn des verstorbenen Schneidermeisters Engel hieselbst, Schüler des Gymnasiums seit Ostern 1841; studirt Theologie.