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men hatte, blieb im Besitze der Güter, welche zu ihrem Leibgedinge gehörten!) So hatten auch die Schwaben, wie früher die Sachsen, ein Volkskerzogthum gewonmen und in beiden Ländern war die
Ruhe hergestellt..
In demselben Jahre(917) brachte des noch immer in seinem Widerstande gegen den König verharrenden Baiernherzogs Arnulf Verbindung mit den Ungarn neues Unheil über das Reich, indem diese, nachdem sie, wie gewöhnlich, Baiern wie im Fluge durchzogen hatten, Schwaben und die Rheingegenden, mamentlich aber das Elsass und Lothringen aufs furchibarste verwüsteten*) und auch die Stadt Basel zer- stört haben sollen*). Dass Konrad in diesem Jahre einen Feldzug nach Baiern unternommen, sagen zwar die gleichzeitigen Ouellenschriften nicht, wohl aber Widukind, und Liudprand gibt ferner an, dass Arnulf mit seiner Gemahlin und seinen Söhnen zu seinen Bundesgenossen, den Ungarn, geflüchtet sei, von wo er erst nach dem Tode Konrad's in sein Heimatland zurückzukehren gewagt habe ¹-
Die Beruhigung des Baierlandes war König Konrad's letzte That. Im folgenden Jahre warfen ihn die Anstrengungen eines so bewegten Lebens zu Weilburg aufs Krankenlager, von welchem er sich nicht mehr erheben sollte ⁵). In einer gefahrvollen Zeit und unter den ungünstigsten Verhältnissen hatte- er das hohe Ziel erstrebt, ein starkes und einiges Deutschland unter der Vorherrschaft des fränkischen Volksstammes und unter seiner königlichen Oberhoheit zu Stande zu bringen. Dieses Ziel hat er zwar nicht erreicht?), aber unverkümmert bleibt ihm der Ruhm, dass er in der so kurzen. Regierungszeit vomn
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denselben Namen führt auch ein naheliegendes Dorf. Sollte diese Angabe der Kaiserchronik vielleicht einen- Fingerzeig für Hattingen im Hegau enthalten, dessen Namensform auch dem Adinga Hermann's ungleich mehr entspricht als Oettingen?— Noch will ich darauf aufmerksam machen, dass nach den Ann. Alam. 1. c. Erchanger und seine Genossen in die Falle gelockt wurden: Erchanger, Perahtolt und Liutfrid occiduntur dolose und dass auch Hermann's Worte: ad deditionem spe pactionis venientes darauf hinzudeuten scheinen, dass man sich durch List ihrer Person bemächtigte. Die Kaiserchronik scheint nach den angeführten Versen die Sache in der- selben Weise aufzufassen.
1) Ekkehard(Pertz II, 87): Sueviae principum assensu statuiter Alamannis dux primus urchardus, gentis illius nobilissimus et virtutem dote probatissimus; cui et praedia damnatorum in beneficium sunt tradita exceptis- dotibus Perhtae sibimet edicto, quoniam viro non asserat(assenserat) stabilitis.
2) Ann. Alam. a. 917(Pertz I, 56); Ann. Aug. a. 917(Pertz I, 68)..
3) Herm. Contr. a. 917.—
4) Wid. I, 25(Pertz V, 428): Rex autem profectus in Boioariam, dimicavit enm Arnulfo. Liudpr. Antap: II, 19(Pertz V, 292): Arnaldus autem eius(Chnuonradi) nimio terrore coactus, cum uxore et filiis ad Hungarios fugit, deguitque eodem, quoad vitalis aura Chuonradi regis rexerat artus.
5) Dass er auf dem Feldzuge gegen Arnulf verwundet worden sei, sagt Wid. I. c.: ibi(in Boioaria), ut quidam tradunt, vulneratus revertitur in patriam suam. Thietm. I, 5(Pertz V, 736) sagt: longa infirmitate deten- tus, was auf eine abzehrende Krankheit hinzudeuten scheint. Damit stimmt auch der Annal. Saxo: morbo laborasse pariter cum defectione, und die Vita Mathildis: Interim invasit regem crudelis languor et mors sequebatur crudelior.
6) Die Worte des Cont. Reg. a. 917(Pertz I, 615): Multis tamen laboribus, paucis quos regnavit annis, est a Bavariis et Alamannis et Saxonibus sibi rebellantibus fatigatus, quos ante obitum suum, Deo pro- Pitio, superavit und Liudprand's Antap. II, 19(Pertz V, 292): Quos(principes rebelles) Chuonradus rex tam sapientiae vigore quam fortitudinis robore superavit suamqne ad fidelitatem perduxit dürfen nicht wörtlich genau genommen werden.


