Aufsatz 
König Konrad I., der Franke
Entstehung
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Noch im Jahre 916 scheint zwischen den Kämpfenden eine Uebereinkunft getroffen worden zu sein, nach welcher Konrad, um Heinrich von seinem westfränkischen Bundesgenossen zu trennen und mit. grös- serem Nachdrucke die oberdeutschen Fürsten bekämpfen zu können, auf die Foerderungen seines Gegners einging. Von einem Kampfe zwischen Heinrich und Konrad ist fernerhin nicht mehr die Rede und jener wurde fortan als Herzog von Sachsen und Thüringen anerkannt ¹).

In Süddeutschland hatten aber inzwischen die Dinge eine sehr schlimme Wendung genommen- Erchanger und Berthold, die alten Ruhestörer, welche aus der Verbannung zurüokgekehrt waren, trieben ihr Unwesen ärger als je, verbündeten sich mit dem Grafen Burchard und erfochten bei Wahlwies unweit Stockach, vielleicht auf denselben Feldern, auf welchen am 25. März 1799 der Erzherzog Karl die Fran- zosen unter Jourdan besiegte, über die Anhänger des Königs einen entscheidenden Sieg ²). Dadurch ermuthigt, liess sich Erchanger abermals zum Herzoge von Schwaben ausrufen. Und gleichzeitig drangen, herbeigerufen von dem Baiernherzoge Arnulf, die Reiterschwärme der Ungarn ins Reich ein, verwüsteten, nachdem sie, wie es scheint, aus Rücksicht auf ihren Bundesgenossen, Baiern schnell durchzogen hatten, Schwaben mit Feuer und Schwert, wandten sich dann nach Thüringen und Sachsen und gelanglen auf diesem Verheerungszuge bis zum Kloster Fulda, welches sie jedoch diesmal verschonten ³).

Aufs höchste aufgebracht über das Benehmen Arnulfs und der schwäbischen Aufrührer, beschloss Konrad, endlich unerbittliche Strenge gegen sie walten zu lassen, obgleich Arnulf sein Stiefsohn, Erchanger und Berthold seine Schwäger waren. Zu diesem Zwecke glaubte er mit der weltlichen Macht das Ansehen der Kirche verbinden zu müssen, und so kam, nachdem vorher eine Fürstenversammlung zu Mainz gehalten worden war, von deren Verhandlungen wir aber gar nicht unterrichtet sind), am 20. September 916. die Kirchenversammlung zu Altheim zu Stande. Luden hat den Ort nicht zu bestimmen gewusst, weil ihm ohne Zweifel die Concilsacten nicht bekannt waren. Da es aber in diesen ausdrücklich heisst: apud Alt- heim in pago Retia in ecclesia Sti. Johannis baptistae, so ist es nicht zweifelhaft, dass das jetzige Hohen- altheim unweit Nördlingen in der Grafschaft Oettingen gemeint ist; denn dieser Ort liegt in dem alten Riesgau und noch jetzt ist in demselben eine Kirche St. Johannis des Täufers*). Die Beschlüsse dieser Synode betreſfen zwar vorzugsweise kirchliche Angelegenheiten, sind jedoch auch auf die politischen Ereignisse der letzten Zeit, namentlich auf den Streit Konrad's und der Bischöfe mit den süddeutschen Herzogen und Grafen gerichtet; ja die Befestigung des königlichen Ansehens wird in den Acten geradezu.

1) Thietmar I, 4(Pertz V, 736) berührt die Kämpfe zwischen Konrad und Heinrich nur sehr kurz: for- tuna quae hactenus regem feliciter asspiravit, Heinrico quam propere cessit. Sed mihi ad alia properanti longum est enarrare quocies congressi mutuo cederent vel vincerent et quod postremo bonorum instinctu in amiciciam

convenirent. 2) Annal. Alam. a. 914 und 915(Pertz I, 56).

3) Annal. Aug. a. 915(Pertz I, 68, und Cont. Reg. a. 915(Pertz I, 614). Die Kaiserchronik weiss von diesen Zügen der Ungarn, welche sie bald Ungern, bald Hanen nennt, Vieles zu erzählen, erwähnt aber ausserdem fast kein einziges Ereigniss aus der Regierung Konrad's.

4) Kein Schriftsteller erwähnt sie als Ekkehard IV(Pertz II, 87) und auch dieser nur ganz kurz.

5) Stälin Wirt. Gesch. I, 270 n. 4.