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nach der patriotiſchen Rede unſeres Direktors„die Wacht am Rhein“ bei der Feier im Realſchulhof!— Erlauben Sie mir, daß ich neben dieſen Erinnerungen unſeren guten, alten Lehrern einige Worte des Gedenkens weihe! Zunächſt unſerem unvergeßlichen Direktor Schödler, der uns mit Liebe und Hingebung in die Naturwiſſenſchaften einführte, die Herren Albert und Ritſert, welche uns die höhere Mathematik beibrachten, eine Sache, die wir in jugendlichem Unverſtand zwar manchmal für über⸗ flüſſig hielten, uns aber im ſpäteren Berufsleben durchaus nicht geſchadet hat; denn es iſt immer gut im Leben, wenn man rechnen kann, gleich⸗ viel ob mit oder ohne Logarithmen.— Ich rufe weiter in Erinnerung die guten alten Herren Kölſch und Simon, den ſtrengen und gerechten Herrn Krämer, die heute noch in unſerer Stadt lebenden Profeſſoren Denk, Manefeld, Munier und Ohler, ſchließlich die Herren Herke, Quentel, Vey und Magnus. Sie alle leben in unſerer Erinnerung weiter, und im Namen meiner Altersgenoſſen danke ich ihnen auch heute noch, daß ſie bemüht waren, uns zu brauchbaren Menſchen heranzubilden. Mit Freude und Stolz darf ich es hier ausſprechen, daß ihr Bemühen kein vergebliches war; denn ſo weit ich den Werdegang meiner Altersgenoſſen verfolgen konnte, durfte ich konſtatieren, daß keiner auf Abwege geraten. Mancher iſt zu Ehren und Würden gelangt, jeder hat mit größerem oder geringerem Erfolg ſeinen Poſten im Leben ehrlich ausgefüllt, ein Be⸗ weis, daß das in der Realſchule gelegte Fundament für unſer Berufs⸗ leben ein gutes war. Und ſo gehen denn die Wünſche, die ich namens meiner Freunde und Altersgenoſſen hier auszuſprechen die Ehre habe, dahin, daß die Mainzer Oberrealſchule und das Realgymnaſium auch weiterhin Pflanzſtätten ſeien für ſolide, brauchbare, tüchtige und charakter⸗ feſte deutſche Männer, die ſich auszeichnen mögen durch Fleiß, Streb⸗ ſamkeit, Rührigkeit und Tatkraft, zur Ehre ihrer Schule, zum Wohle unſerer Vaterſtadt und unſeres deutſchen Vaterlandes.— Mein Glück⸗ wunſch und mein Hoch gilt der heranwachſenden Jugend, beſonders jener, welche in den Mainzer Schulen ihre Ausbildung ſucht!
Herr Peter Bachmann aus Straßburg(geb. Mainzer, der die Realſchule von 1857/61 beſuchte und bereits ſeit 1867 in Straßburg anſäſſig iſt) beglückwünſchte das Feſtkomitee, Direktion und Lehrkörper zum herrlichen Verlaufe der Jubelfeier. Er gab ſodann ſeiner Freude darüber Ausdruck, liebe Mitſchüler und Jugendfreunde, die er ſeit dem Verlaſſen der Schule nicht mehr zu Geſicht bekommen, gelegentlich der Feſtesfeier wiedergeſehen zu haben. Um die Vergangenheit mit der Gegenwart zu verbinden und um einen praktiſchen Nutzen aus dem Feſte zu ziehen, regte er an, einen Verein ehemaliger Schüler der Realſchule und des Realgymnaſiums ins Leben zu rufen. Er verwies auf ähnliche


