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Vereinigungen in Straßburg, die nicht nur den Zweck verfolgten, alte Freundſchaften zu erhalten und ſich in gewiſſen Zwiſchenräumen wieder⸗ zuſehen, ſondern auch die Mittel aufbrächten, um talentvollen, unbemittelten Schülern der Anſtalten mit Stipendien unter die Arme zu greifen.
Den muſikaliſchen Teil hatten außer der 88er Kapelle in dankenswerter Weiſe Herr Max Weinſchenk mit einem vollendeten Klaviervortrag, Herr Elz mit Liederdarbietungen, und der Schüler Seidel mit einem Violin⸗ ſolo übernommen, ſodaß es an Genüſſen nicht mangelte und die ſchönen Stunden„vorbei wie Traumesflug“ ihrem Ende zueilten.„Kaum geſehn— gemieden!“ Das Mainzer Realſchuljubiläum, das in allen ſeinen Teilen in vollſter Harmonie verlaufen war, das ſeinen Zweck, gelegentlich der Feier die alten Bande der Jugendfreundſchaft wieder feſter zu knüpfen, in vollem Umfang erreicht hatte, nahte ſeinem Schluſſe. Die große Familie der Jubilarin, die ſich am 24. und 25. April 1906 aus aller Herren Länder in der ehrwürdigen Rheinesſtadt zuſammen⸗ gefunden, um ihrer geiſtigen Mutter, der Spenderin und Vermittlerin ſo mancher fürs Leben unentbehrlichen Gaben, den Kindesdank abzu⸗ ſtatten, nachdem mancher draußen im ernſten Weltgetriebe deren bleibenden und unveräußerlichen Wert erſt erkannt hatte, ſtob auseinander: Weh⸗ mut im Herzen, aber herzlichen Angedenkens an die alte, liebe Real⸗ ſchule in der engen Mainzer Steingaſſe, den Scheidegruß auf den Lippen:
Streue weiter goldnen Samen
In die Seelen tauſendfach;
Für das Wahre, Sdle, hHohe Halte deine Jugend wach;
Trage Wiſſen, ſtröme Können Tief in unſer Volk hinein:
Dann kann nicht der Segen fehlen, Wird die Zukunft unſer ſein!


