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bringende Führerrolle in Staat und Gemeinde dereinſt übernehmen zu können; dann werde auch gewiß der Erfolg nicht fehlen zum Wohle unſerer lieben Vaterſtadt Mainz, zum Stolze unſeres engeren Vaterlandes und zum Segen für unſer geſamtes deutſches Vaterland, wenn beide Anſtalten
.in immer ſchönerer Vollendung Sich würdig zeigen ihrer hohen Sendung.“
Hierauf ergriff Herr Geh. Oberſchulrat Nodnagel als Vertreter der Miniſterialabteilung für Schulangelegenheiten das Wort zur Begrüßung der Jubilarin, indem er mitteilte, daß er der Anſtalt gleichſam als An⸗ gebinde den Entſchluß S. K. H. des Großherzogs überbringe, daß von jetzt ab die Gleichberechtigung des Realgymnaſiums und der Oberreal⸗ ſchule mit ihrer älteren Schweſter, dem Gymnaſium, zur vollendeten Tatſache geworden ſei. Gleichzeitig überreichte er im Namen S. K. H. des Großherzogs den Herren Prof. Beck, Prof. Roskopf und Prof. Staudinger das Ritterkreuz I. Kl. des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen.
Herr Beigeordneter Baurat Kuhn beglückwünſchte alsdann die Realſchule namens der Stadt ohngefähr mit folgenden Worten:
„Dankbaren Herzens gratuliert heute die Stadt Mainz ihrer Großh. Realſchule zum 75 jährigen ehrenreichen Beſtehen, aufrichtig darf ſie ſich aber auch ſelbſt zu dem Beſitz dieſer hohen Jubilarin beglückwünſchen. Die Entwicklung unſerer Realſchule in dem langen Zeitraum ihres Beſtehens gibt in der eigenen Geſchichte zugleich ein Bild der durchlaufenen bedeut⸗ ſamen Zeit, die bei einem ungeahnten Vorwärtsſchreiten auf allen Kultur⸗ gebieten, vornehmlich in Handel und Verkehr, in Technik und Induſtrie, dem Schulweſen und gerade in erſter Linie den Heimſtätten der realen Wiſſenſchaften unaufhaltſam immer neue, große Aufgaben ſtellte; die Realſchulen erſchienen berufen, den kräftigen Unterbau für die neuzeit⸗ lichen Hoch⸗ und Fachſchulen zu geben, von dem aus die Männer des vielgeſtaltigen praktiſchen Gewerbslebens ihren Ausgang zu nehmen hatten.
Mit Stolz dürfen wir heute ausſprechen, daß die Großh. Real⸗ ſchule unſerer Stadt immer ihre Zeit, ihre Aufgabe verſtanden hat, jederzeit von ihrem hohen Beruf im modernen Schulweſen erfüllt war und unter einer weiſen und fortſchrittlichen Regierung, dank dem zielbewußten Zuſammenwirken vortrefflicher Männer, zu prachtvoller Entwicklung ge⸗ langt iſt. So hat ſie ſich würdig gezeigt der jüngſten Anerkennung unſeres Landesfürſten, durch die den Abiturienten der Weg zum Uni⸗ verſitätsſtudium freigegeben wurde.
Zahlreiche, darunter ausgezeichnete Söhne unſerer Stadt blicken heute dankerfüllt nach der Stätte, von der ſie ein gutes Rüſtzeug zum Aus⸗ zug in das bewegte Berufsleben empfingen. In dankbarem Rückblick,


