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voll froher Zuverſicht auf die Zukunft, begrüßt die Vaterſtadt ihre Real⸗ ſchulen am heutigen Ehrentage!“
In der Reihe der Gratulanten beglückwünſchte Herr Direktor Dr. Blaſevom MainzerHerbſtgymnaſium die Jubilarin ohngefähr wie folgt: „Im Namen und Auftrag der Großh. Direktionen der beiden Gymnaſien und der höheren Mädchenſchule in Mainz beehre ich mich, die herzlichſten Glückwünſche zur 75jährigen Jubelfeier der Realſchule darzubringen. Es darf wohl als ein glücklicher Zufall bezeichnet werden, daß die Ungunſt der Zeiten vor 25 Jahren die ſonſt übliche Fünfzigjahrfeier nicht hat zuſtande kommen laſſen. Denn zwar durfte auch damals ſchon die Real⸗ ſchule auf eine bedeutende Entwickelung aus kleinen Anfängen zurück⸗ blicken: War doch erſt wenige Jahre vorher die Realſchule I. O. ent⸗ ſtanden, die mit ſrohen Hoffnungen in die Zukunft blickte. Allein jene Erwartungen ſind nur zum geringen Teile in Erfüllung gegangen. Mit viel größeren und berechtigteren Hoffnungen jedoch dürfen die beiden großen Anſtalten, die aus der einſtigen Realſchule ſich jetzt entwickelt haben, in die Zukunft ſchauen. Ein prächtiger Neubau wird die ge⸗ waltig angewachſene Oberrealſchule aufnehmen, und beide Schulen werden nun frei von den Hinderniſſen, welche die bisherige Verbindung in den Weg legte, die Gedanken ausgeſtalten können, die ihrem Organismus zu⸗ grunde liegen. Noch viel freier aber iſt die Bahn, die ihnen durch das ſchönſte Geſchenk an dieſer Jubelfeier, durch die Verordnung Sr. Kgl. Hoheit über die Gleichberechtigung der höheren Schulen geſchaffen wird. So wünſchen wir denn Glück und Segen den beiden Schulen auf dem neuen Wege; daß dieſe freie Bewegung eine frohe Tätigkeit entfeſſele und reiche Früchte zeitige, daß dieſelben nach fünfundzwanzig Jahren beim Jahrhundertfeſte auf einen guten Teil erfüllter Hoffnungen in ge⸗ ſegneter und gedeihlicher Wirkſamkeit zurückblicken mögen, zum Wohl der Jugend, zum Nutzen der Stadt und des Vaterlandes.“
Herr Direktor Dr. Kemmer ſprach hierauf noch kurz den herz⸗ lichen Dank der Anſtalt für alle Ehrungen aus, die ihr am heutigen Tage durch die oberſte Schulbehörde, die ſtädtiſchen und kirchlichen Ver⸗ treter, ſämtliche Schweſteranſtalten des Landes, namentlich aber auch durch die große Zahl ihrer früheren Schüler dargebracht worden waren. Er hob hierbei noch beſonders die erfreuliche Tatſache hervor, daß ſich heute hohe Regierung, ſtädtiſche Vertretung und Elternhaus in dem gleichen Wohlwollen gegen die Realſchule begegneten, einem Wohlwollen, das in erſter Linie in dem Vertrauen zu dieſer Anſtalt ſeine ſittliche Begründung habe.
Hieran reihte ſich der zweite Teil der Hauptfeier, der Vortrag
von Deklamationen und Geſängen: 3


