Aliademiſche Schulfeier.
ar der Kommersabend hauptſächlich dem Wiederſehen und der
Freude um dasſelbe gewidmet, herrſchte die ungezwungene Luſt
bei Becherklang und frohem Sang vor, bei der Humor, Witz und Laune dominierten, ja ſogar der Schalk auf ſeine Rechnung kam, ſo trug die am nächſten Morgen 11 Uhr beginnende, ſich ebenfalls in der Stadt⸗ halle vollziehende akademiſche Schulfeier den Stempel tiefernſter Weihe. Im Auftrag und Namen des Großh. Miniſteriums war Herr Geh. Oberſchulrat Nodnagel erſchienen, während die Herren Staatsminiſter Ewald, Miniſterialpräſident Braun, Finanzminiſter Gnauth und Ge⸗ heimrat Eiſenhuth Glückwünſche geſandt hatten. Von den ſonſtigen Behörden und Korporationsvertretern waren anweſend die Herren Provinzialdirektor Freiherr v. Gagern, Gouverneur v. Voigt, Platz⸗ kommandant v. Kettler, Biſchof Dr. Kirſtein, Geh. Kirchenrat D. Frohnhäuſer, Rabbiner Dr. Salfeld u. v. A. Herr Bürger⸗ meiſterei⸗Beigeordneter Baurat Kuhn war in Abweſenheit des Herrn Oberbürgermeiſters Vertreter der ſtädtiſchen Behörde. Außerdem waren die Direktoren und Lehrer der höheren Schulen ſehr zahlreich erſchienen. Auch nahmen gerade an dieſer Feier viele der älteren einſtigen Real⸗ ſchüler teil, denen es aus Geſundheitsrückſichten nicht möglich geweſen war den Kommers zu beſuchen. Den weiten Raum des Parterre füllte die große Zahl der geladenen Ehrengäſte mit ihren Damen und viele früheren Schüler, während auf den geräumigen Gallerien diejenigen jetzigen Schüler unſerer Anſtalt— es waren deren nahe an tauſend— welche nicht als Deklamanten oder Chorſänger mitwirkten, Platz genommen hatten. Der Feſtakt wurde von der Kapelle des 88er Reg. mit dem feierlichen Marſch aus der Oper„Die Folkunger“ von Kretſchmer eröffnet, dem alsdann der„Lobgeſang“ von Rink, vorgetragen vom Schülerchor, folgte. Hierauf ſprach Joh. Weber aus la den folgenden Prolog, der, wie ſämtliche weitere im Verlauf der Feier vorgetragene Gedichte von Reallehrer See verfaßt war:


