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Eingelaufene Glückwünſche.
ie zu erwarten war, trafen von Nah und Fern, nicht nur aus
Mainz und ſeiner nächſten Umgebung, ſondern aus fernſten Teilen der Erde Glückwünſche für die Jubilarin ein. Je weiter der trennende Raum zwiſchen der geliebten Heimat und der Fremde, um ſo heißer die Sehnſucht, um ſo tiefer die Wehmut; je höher der Jahre Zahl, um ſo herzlicher der Dank und die Anerkennung gegen Schule und einſtige Lehrer. Es iſt unmöglich, ſie alle hier wiederzugeben, einige ſind in⸗ deſſen wohl geeignet, weiteren Kreiſen von Schule und Haus bekannt zu werden. Der inzwiſchen zur ewigen Ruhe gegangene päpftliche Hausprälat und geiſtliche Rat, Pfarrer Joſ. Th. Körner gibt als früherer Realſchüler ſeinen Gefühlen in nachſtehenden Worten Ausdruck:
„Lugano, Penſion Edelweiß, 7. April 1906. Hochzuverehrender Herr Direktor!
Nach ſchwerer Krankheit zur Erholung hier weilend, iſt es mir nicht möglich, an der Jubiläumsfeier der Realſchule ‚teilzunehmen. Wohl aber iſt es mir ein Bedürfnis, den Gefühlen wärmſter Dankbar⸗ keit einen Ausdruck zu verleihen, welche den bald am Greiſenalter an⸗ gelangten Mann nicht vergeſſen laſſen, daß er vor mehr als einem halben Jahrhundert in der Mainzer Realſchule liebevolle Lehrer ge⸗ funden, die in freundlichſtem Entgegenkommen in ihm den Grund legten zu dem, was er heute iſt. Geſtatten Sie deshalb, hochverehrter Herr Direktor, daß ich Sie bitte, die innigſten Wünſche für das fernere Ge⸗ deihen Ihrer Anſtalt entgegenzunehmen. Möge Gottes reichſter Segen auf ihr ruhen zum Beſten der Jugend meiner geliebten Vater⸗ ſtadt, zum Heil und Wohl ihrer Bürger bis in die fernſten Zeiten. Erlauben Sie ferner, daß ich Ihnen zur Erinnerung an einen dank⸗ baren Schüler bei Gelegenheit der Weihe des neuen Hauſes ein kleines beſcheidenes Andenken überreiche, das vielleicht in der Bibliothek einen Platz finden könnte. Es ſind dieſes 2 Briefe von Schiller und Goethe. Erſterer iſt der vorletzte Brief des Dichters vor ſeinem Tode an ſeinen Freund, den Appellationsgerichtsrat Körner in Dresden, den Vater Theodor Körners. Der zweite iſt ein Empfehlungsbrief des Altmeiſters für einen Künſtler an verſchiedene Perſonen, zuletzt an ſeine Mutter, Frau Rat Goethe, gerichtet. Er iſt von Goethes Sekretär geſchrieben und trägt nur des Dichters Unterſchrift und bietet nur wegen letzterer ein Intereſſe. Beide Stücke werde ich Ihnen nach meiner Rückkehr zur
Verfügung ſtellen. Noch bitte ich, dem ganzen Lehrerkollegium und allen 2


