Aufsatz 
Feier des 75jährigen Bestehens der Realschule und Einweihung des Neubaues der Oberrealschule in Mainz, 24. - 25. April 1906. Festbericht
Entstehung
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Mütter wollen wir heute ebenfalls in Dankbarkeit gedenken, und ſo gilt mein Toaſt den Frauen, insbeſondere der treuen Helferin der Schule, der Mutter! Hoch! Hoch! Hoch!

Hierauf erklang das dritte von Herrn Hans Stein, einem früheren Schüler, verfaßte Chorlied:Lied der alten Herren:

Als alte Burſchen ziehn wir ein Sieh' dort das Häuschen mit dem Schild

An einſt ſo lieber Stelle, Und ſeinem grünen Laden,

Zwar fehlt in unſern frohen Reihn Wo wir ſo oft den Durſt geſtillt,

Manch wackerer Geſelle. Wenn's heimwärts ging vom Baden.

Den toten Freunden jener Zeit Der Wirtin holdes Töchterlein

Sei heut das erſte Glas geweiht! War unſres Lebens Sonnenſchein, t, Das andre gelt den lieben,:,; Wenn ſie den Trunk uns brachte Die mit uns froh geblieben.;: Und fröhlich mit uns lachte.:;:

Wie bricht ein Sturm der Freude aus, Der alte Platz, ſo ganz verſteckt,

Ein Scherzen und ein Necken! Auf dem wir ſonſt uns haſchten,

Grüß Gott! wie gehts, du altes Haus? Wo wir, von keinem Aug entdeckt,

So klingt's aus allen Ecken. Verbotne Früchte naſchten,

Bald wird der weite Saal zu klein Jetzt liegt er da ſo ſtill und leer,

Und in die Straßen ſtürmt's hinein, Die wilden Burſchen ſind nicht mehr, :,: Dort gibt es viel zu ſagen, Und doch es ſind nur andre! Aus alten lieben Tagen.:: Ich dreh mich ſtumm und wandre.,:

Laßt denken uns der alten Zeit

Der ſchönen Jugendſtunden,

O alte Burſchenherrlichkeit,

Du biſt noch nicht verſchwunden!

Und ward auch manche Locke weiß,

Es grünt noch unter Schnee und Eis! : Drum ſei es laut geſungen: Wir ſind ja noch die Jungen.:,

Nach dieſem dritten Liede trat eine Muſterriege desMainzer Turnvereins von 1817 an. über deren Darbietungen berichtete das Mainzer Tagblatt:Was eine ausgezeichnete Schulung, eiſerner Fleiß und ſtrenge Selbſtzucht, verbunden mit friſchem Mute und ſicherer Ge⸗ wandtheit zu Stande bringen können, das zeigten alsdann die prachtvoll geſtellten Pyramiden desTurnvereins von 1817, die den Turnern und ihrem Leiter, dem erſten Turnwart Schmidt, reichen Applaus brachten. Selbſtredend flogen auch gelegentlich der Feier ungezählte Kartengrüße in alle Winde. Wie viele der von Herrn Prof. Bronner entworfenen künſtleriſchen Anſichtspoſtkarten mögen an dieſem Abend in die Welt geſandt worden ſein? Vorwiegend Grüße an Kameraden, denen es nicht vergönnt war, an dem Feſte teilzunehmen.