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unreines, eine Sache, die man nicht ausſprechen dürfe; es wird vielmehr eine rich⸗ tige, ernſte Behandlung dieſes Gegenſtandes nur vortheilhaft wirken. Indeſſen ſoll die Lectüre der Balladen und Romanzen auf den Gymnaſien nicht die einzige ſein, ſondern der Schüler muß auch Proben anderer Dichtungsarten kennen lernen, wie der poetiſchen Erzählung, des Liedes, der Elegie, der Ode ꝛc., wenn auch ſtets darauf Rückſicht genommen werden muß, daß die Lectüre nicht zuſehr von Ungleichartigem zu Ungleichartigem überſpringt, ſowohl der Zeit als der Dichtart nach. Auf die richtige Auswahl der für das jedesmalige Alter des Schülers verſtändlichen Gedichte richtet ſich der Werth der Chreſtomathien, nach welchen die poetiſche Lectüre auf Gymnaſien betrieben wird. Die Principien, nach welchen in ſolchen Sammlungen die Gedichte ausgewählt ſind, ſind bei den einzelnen ver⸗ ſchieden; man ſtellt ſie entweder ihrer Gattung nach zuſammen, oder nach ihren metriſchen Unterſchieden, oder nach der Zeit ihrer Abfaſſung, oder man reiht ſie ganz ohne Rückſicht auf Zeit, Gattung und metriſche Unterſchiede vom Leichteren zum Schwereren fortſchreitend aneinander. Alle dieſe verſchiedenen Sammlungen, wenn ſie anders das ſind, was ſie ſein ſollen, werden ihren Zweck erreichen, indem man auf der einen Seite nicht gezwungen iſt, ſich ſtreng nach dem Gange des Buches zu richten, und auf der andern bei dem Fortſchreiten vom Leichtfaßlichen zum Schwie⸗ rigeren die Gattungen, zu welchen die Gedichte gehören, angeben, und den Character derſelben an dem zu Leſenden nachweiſen und veranſchaulichen kann. Jedoch iſt in den verſchiedenen Dichtarten ſchon gewiſſermaßen ein Gang der Lectüre bedingt, da manche derſelben ſchon eines reiferen Alters und größerer Faſſungegabe zu ihrem Verſtändniß bedürfen, als andere; ſo würden die Oden, als deren Muſter immer noch die Klopſtock'ſchen gelten, ihrer Natur nach in die höhern Claſſen zu verweiſen ſein. Das Princip, nach der Zeit und das, nach den Dichtungsarten in der Zu⸗ ſammenſtellung der einzelnen Gedichte zu ordnen, hat vercinigt G. Schwab in ſeinen„fünf Büchern deutſcher Lieder und Gedichte.“ Die Stücke ſind ausgewählt aus der Periode von Haller bis auf die neueſte Zeit, und aus fünf verſchiedenen Zeiträumen zuſammengeſtellt nach den Dichtungsarten. Ueber den Grund davon ſpricht ſich Schwab in ſeiner Vorrede aus, in welcher er auch über den Mangel der Methode, lediglich nach Dichtungsarten oder metriſchen Unterſchieden zu ordnen


