Aufsatz 
Productus horridus Sowerby und seine Lagerstätte. Eine paläontologisch-geologische Skizze
Entstehung
Einzelbild herunterladen

54

Unterm 17. Juni 1873 geruhten Seine Königliche Hoheit der Groß⸗ herzog, dem Unterzeichneten das Ritterkreuz I. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps des Großmüthigen zu verleihen. An demſelben Tage wohnten die an dem hieſigen Gymnaſium Angeſtellten der religiöſen Feier des 25jährigen Regierungsantrittes Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs bei. Dieſe Jubelfeier fiel in unſere Pfingſtferien; daher nahmen nicht alle Lehrer und nicht alle Zöglinge des Gymnaſiums an derſelben hier in Büdingen Theil.

In der zweiten Woche nach den Pfingſtferien fand am 8. und 9. Juli ein heiteres landwirthſchaftliches Feſt ſtatt, zu deſſen Verherrlichung auch einige Lehrer und eine beſtimmte Anzahl von Schülern des Gymnaſiums das Ihrige beitrugen.

Durch Allerhöchſte Decrete vom 2. Juli 1873 ſind den ordentlichen Lehrern am hieſigen Gymnaſien Gehaltszulagen verliehen und durch Entſchließung Großherzoglichen Miniſteriums des Innern vom 5. Juli die Remunerationen der außerordentlichen Lehrer Klein und Schwarz erhöht worden.

Den Jahrstag des glänzenden Sieges bei Sedan begieng das Gymnaſium feſtlich. Der Unterprimaner Wilhelm Freund aus Offenbach hielt mit Feuereifer eine Rede über die Entſtehung des Krieges im Jahre 1870 und den Gang der Kriegs⸗ ereigniſſe bis zur Capitulation von Sedan. Außer der gedachten Rede wurden Geſänge und Gedichte patriotiſchen Inhaltes vorgetragen.

Den Schluß des Sommer⸗Semeſters bildete ein öffentlicher Rede⸗Actus, gehalten am 12. September 1873.

Nach Ablauf des Sommer⸗Halbjahrs ſchied aus dem Lehrer⸗Collegium der proviſori⸗ ſche Lehrer Heinrich Schmidt, der als Stellvertreter des beurlaubten Gym⸗ naſiallehrers Dr. Steinhäuſer vom 24. Februar bis zum 12. September des verfloſſenen Jahrs ſeine Thätigkeit mit großem Eifer dem Gymnaſium gewidmet hat.

Mit dem Beginne des Winter⸗Semeſterstrat Dr. Steinhäuſer wieder in das Lehrer⸗Collegium ein, da er ſich ſo geſtärkt fühlte, daß er glaubte, ſein Amt auf die Dauer verſehen zu können. Zu gleicher Zeit ward der Gymnaſiallehrer Dr. Ferdinand Bender ſeiner Functionen am hieſigen Gymnaſium entbunden; denn er war durch Allerhöchſtes Decret vom 3. October 1873 zum Lehrer am Groß⸗ herzoglichen Gymnaſium zu Darmſtadt ernannt worden. Dr. Bender hat die Pflich⸗ ten ſeines Amtes mit gewiſſenhaftem Eifer und Fleiß erfüllt, das ſittliche und geiſtige Gedeihen der ihm anvertrauten Jugend mit Sorgfalt und Wohlwollen gefördert, Treue und Liebe zu ſeinem Beruf bewährt, mit allen ſeinen Collegen ein freundliches Vernehmen unterhalten und ſich Achtung, Liebe und Vertrauen in hohem Grad erworben. Mit der Verſehung des erledigten Poſtens ward durch hohes Decret Großherzoglicher Oberſtudien⸗Direction vom 16. October 1873 Dr. Heinrich Weyerhäuſer aus Nieder⸗Saulheim betraut, welcher ſchon früher einmal die Stelle eines proviſoriſchen Lehrers am hieſigen Gvmnaſium und hierauf vom 4. Januar 1871 bis zum 16. October 1873 die eines ſolchen an der Großherzoglichen Realſchule zu Friedberg bekleidete.