Aufsatz 
Über das Verhältnis der platonischen Idee des Guten zur Gottesidee / von Ludwig Schwarz
Entstehung
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13 Z

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p. 454.

Daß alſo Platon hier nicht die Idee des Guten als Urheber nannte, dafür iſt die Be⸗ gründung weniger in einer ſtiliſtiſchen Notwendigkeit zu ſuchen, der zufolge er hier,wo er auch die Natur mit einem Künſtler vergleicht, ſich der bildlich perſonificierenden Ausdrucksweiſe bedienen mußte(Steinhart, Einl. p. 258), als vielmehr in jenem ſchon oft erwähnten Bedürfnis der menſchlichen Vernunft überhaupt.

Die Möglichkeit dieſes Verhältniſſes alſo, das wir nun kurz ſo beſtimmen können: Gott einesteils keine wiſſenſchaftliche Realität und bloßer Name für den Urheber eines Unerklärbaren, andernteils ein anderer Name für die Idee des Guten, dieſe Möglichkeit hätte ſehr gut neben den von C. Stumpf angeführten fünf Möglichkeiten(p. 232 235) Platz finden und den Sieg davontragen können, ohne mit irgend einer ſeiner Ausführungen über die Ideenentwickelung, ab⸗ geſehen von obiger Stelle, in Konflikt zu geraten. Oder ſollte ſich vielleicht doch, bei genauerer Betrachtung, ein Widerſpruch gegen die Ablehnungen der vier erſten von den angeführten Mög⸗ lichkeiten die fünfte behauptet die Identität, kann alſo nicht mehr in Frage kommen ergeben?

Die erſte, kurz die:ein Drittes über Beide iſt mit unſerer Entſcheidung nicht behauptet. Oder wie? Fallen nicht einmal Gott und die Idee des Guten zuſammen und als Drittes erhebt ſich wieder darüber ein Neues: Gott, in anderer Bedeutung? Nein, denn es kommt ihm keine wiſſentſchaftliche Realität zu.

Oder: ſteht Eines über dem Andern? d. h. iſt dem Gotte nach unſerer Darlegung eine höhere Bedeutung zuerkannt als der Idee des Guten? Nein, denn er bedeutet ganz dasſelbe wie ſie, wo es ſich um wiſſenſchaftliche Realitäten handelt; ſeine Höherſtellung a. a. O. war nur eine Aushülfe. In Platons Vorſtellung begriff ſich hier unter dem Namen Gottes noch ein Beſonderes außerhalb des philoſophiſchen Wiſſens.

Weiter: iſt Eins durch das Andere erzeugt? Allerdings, das ſteht nicht a. a. O., ſondern nur von den Ideen iſt geſagt, daß Gott ſie erzeugt habe. Aber auch nur dies ſollte gerechtfertigt werden. Wenn Platon übrigens einmal Gott den Urheber der Idee des Guten genannt hätte, ſo würde das wiederum nicht anders zu verſtehen ſein als a. a. O., d. h. es würde ſich denn eben auch nicht um eine wiſſenſchaftliche Realität handeln. Einer ſolchen die Urheberſchaft der

den) Die Bezeichnung 2500765Weſensbildner erſcheint uns zu originell bedeutungsvoll, als daß wir ihre Juſammenwürfelung mit den verſchiedenſten anderen minderen Sinnes zu acceptieren vermöchten.(C. Stumpf a. a. O. 241).