890 d). Seine Erkenntnis iſt das Schönſte und Erſtrebenswerteſte(cf. Phaedr. 246 c, ferner leg. XII, 960 b, rep. VI, 505 a), darum ſtrebt auch der Philoſoph ſoviel als möglich ihm ſich zu verähnlichen(rep. VI, 500 c, X 613 a: eia 6 D0b G³„ ⁸ερρπoõrãdοονισααι εεα. Tim. 90 d, al.). Weiter heißt es von Gott, daß er der König, der Fürſorger des Alls ſei,(leg. X, 002 e, 903 b, 904 a), daß er ewig(Tim. 34 a: ⸗ àι ενο 34, 37 a, 40 c, al.) und geiſtig Tim. 92 b) und allmächtig ſei(leg. X, 901 d). Zuletzt aber heben wir die für die Entſcheidung unſerer Frage wichtigſte Stelle hervor, die ſich im zehnten Buche der Republik p. 597 findet und Gott als den Urheber der Ideen bezeichnet. Man hat geglaubt, ſie könne von Platon, weil eine von ſeinen früheren Anſchauungen ſcheinbar abweichende Lehre enthaltend, nur im ſpäteſten Alter, als ſich die Klarheit ſeines Geiſtes trübte, geſchrieben worden ſein. Aber es iſt längſt erwieſen und anerkannt, daß dieſelbe keinen Widerſpruch gegen frühere Gedanken bedeutet, daß vielmehr in dem erwähnten Buche eine höchſte Weiterbildung und Vertiefung der Lehre ſtattfindet(cf. Bonitz „Platonis idea boni“ beſonders ſeine Polemik gegen Hermann p. 33 ff.).
Wir kehren zu den beiden an die Spitze unſerer Betrachtung geſtellten Fragen über die Identität der Gottesidee und der Idee des Guten zurück; ſie ſind von den verſchiedenen Philo⸗ ſophen jede bejahend entſchieden worden. Es würde zu weit führen, wollten wir die mannigfachen Vertreter für und gegen die Identität und ihre Kritik des platoniſchen Ideenſyſtems im Einzel⸗ nen ſprechen laſſen; auch kann es ſich, nach unſerer Darlegung der Ideenlehre, gar nicht darum handeln, ob eine ſchroffe diversitas zwiſchen der Gottesidee und dem räſd„ zu konſtatieren ſei; denn dieſe iſt bei der Feſtſtellung der den beiden Inſtanzen gemeinſamen Eigenſchaften von vorn⸗ herein ausgeſchloſſen,— aber doch ſteht noch die Frage offen, ob nicht Platon an autoritativer Stelle unter dem Namen Gottes noch etwas mehr begriffen habe, als in dem Eigenſchaftsregiſter der Idee des Guten zu finden, und ob nicht der urſprünglich evident gegebene und bis zuletzt latent konſervierte pſychologiſche Charakter der letzteren ein zweites unterſcheidendes Merkmal zu bedeuten habe. Wir glauben die Frage nicht beſſer entſcheiden zu können, als durch prüfende Entgegenhaltung zweier in dieſem Punkt conträr gehaltener Schriften: Wir meinen Cohen's oben angeführte Schrift und den in der Zeitſchrift für Philoſophie und philoſophiſche Kritik erſchienenen Aufſatz von Carl Stumpf:„Verhältnis des platoniſchen Gottes zur Idee des Guten“. In der erſtgenannten Arbeit finden wir freilich, da ſie unſer Thema nur zu ſtreifen Gelegenheit nehmen durfte, keine genaueren Ausführungen zu des Verfaſſers Anſicht, dennoch iſt dieſelbe in ſo ent⸗ ſchiedenen Sätzen zum Ausdruck gekommen, daß ſie nicht nur dem Verfaſſer der zweitgenannten Schrift ein Gegenſtand der Polemik werden konnte, ſondern auch uns ein Leitfaden für die Ver⸗ folgung und vielleicht für die Verfechtung desſelben Standpunkts. Wir glauben denſelben um ſo eher richtig beſtimmen zu können, als wir an den ſpäteren Schriften ſeines erſten Vertreters eine zwar nur indirekte, aber höchſt bedeutſame Stütze beſitzen. Der Angriff Stumpfs betrifft die Aus⸗ legung der ſchon d. ö. erwähnten Stelle rep. X., p. 597, wo von der Schöpfung der Idee durch Gott die Rede iſt. Wir geben dieſelbe ihrer Bedeutſamkeit halber hier wieder: 05X05 Terra dsa I?dt dora ſiyoyra, hia hiy i y f Toest 05d., Jy Aiey dy, 65 ε[⁶511*, dev Sgäοανινοσσ v riya dnA,;— O556„1, MM.
Dieſer Stelle legt Cohen a. a. O. p. 453 sdd. folgende Bedeutung bei: die Zurück⸗


