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tigung zukomme, ſo daß es, ohne eine ungeheure Kluft unüberbrückt zu laſſen, nicht möglich wäre, eine beſondere Idee zur normativen, die anderen beherrſchenden zu machen,— ſondern wir faſſen ſie immer noch als die Formen der Anſchauung. Wir ſahen, wie die Vielheit der Einzeldinge zuſammengefaßt wurde unter Einer Grund⸗ und Weſensanſchauung, Einem»onna, Einer eα; wir ſehen ferner, daß wiederum eine ſolche Hé« in einer Reihengruppe von vielen gleichgradigen Ideen ſtehen müſſe, und konſtruieren daraus die Möglichkeit, vielmehr Notwendigkeit, auch dieſe wieder unter neuen zuſammenfaſſenden Grundanſchauungen als dem Punkte, nach dem ſie alle aufſtreben, und von dem ſie, wie wir ſpäter ſehen werden, alle ihr Licht, ihre Kraft, ihre Lebens⸗ fähigkeit empfangen, zu ſubſumieren und zuſammenzufügen. Aber wohin denn endlich? Und ver⸗ langen wir nicht, daß über alle Ideen, die noch nicht die abſolute Vollkommenheit darſtellen, noch ein Höheres ſich erhebe, bis zuletzt die Alles umfaſſende Syntheſe, die allgemeinſte Ver⸗ allgemeinerung des menſchlichen Denkens erſcheint, und auf dem höchſten Gipfel das ewige Licht ſich zeigt, welches jene Vollkommenheit bedeutet?— Gewiß, es erſcheint! Und es offenbart ſich — wir konnten es nicht anders denken, und nie iſt eine„ſynthetiſchere“ Einheit gefunden worden — als die Idee des Zweckes oder was das Gleiche iſt: als die Idee des Guten. Sie iſt die Einheit der Ideen und als ſolche das letzte Zureichende(inavο, Phileb. p. 20, d) und der höchſte Gipfelpunkt der ganzen Ideenlehre.
Unſere Frage: Wohin? zu welchem Ziel⸗ und Einigungspunkt? involviert ſtets die andere: Woher? von welchem Urſprung, welcher Schöpferkraft? Und mit jener iſt auch dieſe Frage beantwortet und mit dem letzten Ziel zugleich der erſte Anfang gefunden: die Thatſache nämlich, daß die Idee des Guten Grund alles Erkennens iſt. Um jedoch zu entſcheiden, in welcher Weiſe, müſſen wir zunächſt das Verhältnis der Idee zu den Dingen und weiterhin die Art ihrer Er⸗ zeugung in der Seele des Erkennenden näher feſtzuſtellen ſuchen.
Von einer Trennung der Dinge von den Ideen kann höchſtens als von einer logiſchen die Rede ſein(cf. 7ι Parm. p. 130, b), ihre Teilnahme an denſelben aber iſt nur ſo(wie im Parm.) zu deuten, daß ſie unter die Kategorie der Idee fallen, oder daß dieſe(wie im Phileb. p. 16 c, d.) als den Dingen immanent zu bezeichnen iſt. Das iſt kein Widerſpruch gegen den oben ausgeführten Satz, daß ſie ein in der Seele erzeugtes»nnua, eine Denkart der Seele ſei, denn da wird nur ihr pſychologiſcher Urſprung erklärt, während die Frage nach der Teilnahme der Dinge an den Ideen auf die Frage nach dem Weſen der Idee hinauskommt und das Ver⸗ mögen jenes in der Seele erzeugten»np«: die Dinge als von den Ideen erfüllt zu erkennen, zur Klarheit bringt.—
Nur durch die Idee wird es möglich, die Dinge auch in ihrer ſchwierigſten Zuſammen⸗ ſetzung wiederzuerkennen und ſowohl nach ihrem höheren Urſprung als nach ihrem eigentlichen Gehalt zu begreifen.(cf. rep. p. 278 d.)
Aber allen von dem urſprünglichen pſychologiſchen Charakter der Idee nach anderer Rich⸗ tung hin abfallenden Beſtimmungen gegenüber bleibt doch für den aufmerkſamen Verfolger der Ideenentwickelung das alte aprioriſche Element als erſter Ausgangs⸗ und Lichtpunkt, wenn auch auf den verſchlungenen Irrwegen der ſyſtematiſchen Weiterbildung manchmal nur noch irrlichterie⸗ rend, wohl erkennbar. Dieſer Ausgangspunkt, dieſes urſprüngliche Verhältnis iſt es, in dem


