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als Einheit, als Anſchauung der Größe als Form des Anſchauens. Dieſem dialektiſchen Gedanken iſt der mythiſche Ausdruck der Ideenlehre, die Lehre von der Wiedererinnerung, adäquat. Denn was iſt ſie anderes als eine Wiederſchauung? In jenem himmliſchen Zuſtande, darin einſt die Seele alles ſchaute in ſeiner Wahrheit, war es dies Schauen, was ihr Vollkommenheit, was ihr Seligkeit gab. Erinnert ſich aber die Seele auf Erden jenes Zuſtandes, ſo wiederholt ſie ſein Eigentümliches: das Schauen; und ſchauend erkennt ſie. Die ſinnlichen Empfindungen dienen uns nur als Erinnerungszeichen an die ewigen, ſelbſtändig in unſerer Seele liegenden Ideen, deren Ähnlichkeit ſie an ſich tragen und deren Nachbilder ſie ſind.— Doch kommen wir zur dialek⸗ tiſchen Löſung unſerer Frage zurück, ſo erfahren wir weiter, daß die Idee als ſolche abſolute ge⸗ dankliche Anſchauung oder Denkart in der Seele erzeugt wird, und zwar iſt ſie in derſelben ſtets ein 2“;*) ſo oft ſie ſich auch wiederholt: nie wird ſie doch ein Aρος αι τατ/νων. Aber bei dieſer Beſtimmung iſt es nicht geblieben: der richtig gefaßte Gedanke wird verrückt mit der Frage: Was ergiebt ſich, wenn nun dieſe Idee zuſammengeſchaut wird mit den großen Dingen? Und die Antwort lautet hier: eine neue Anſchauung, ſo daß die Idee, bisher nur eine pia dis oder rie (ſo noch ſtets im Sophistes und Theaetet) nun zur 05α. bisher nur Form des Sehens zum Geſehenen, bisher nur visus im gewöhnlichen Sinne zum visus im prophetiſchen Sinne„Geſicht“ wird. So iſt das Leréſew der Dinge an der Idee in ſeiner wahren, logiſchen Bedeutung ihrem Entdecker verloren gegangen, das begeiſterungsvolle„Staunen“ über die Größe der eigenen Ent⸗ deckung gebot ein zu frühes Halt, der erwartete Schritt in ein neues Reich höherer Apperceptionen ward nicht gethan. So kann nur noch eine pſychologiſche Erklärung für die Weiterentwickelung der einmal ſo gefaßten Idee erübrigen. Aber gerade den pſychologiſchen Standpunkt in ihr als den grundlegenden bis zum Ende zu verfolgen, iſt notwendig, wenn wir ſpäterhin daraus einen für die Entſcheidung unſerer Frage bedeutſamen Schluß zu ziehen befugt ſein wollen, und wir dürfen es nicht vergeſſen, daß der Gegenſatz zwiſchen Subjekt und Objekt, Denkendem und Ge⸗ dachtem, Wahrheit und Wiſſen— auch(gegen Steinhart)„im Lichte der allſchöpferiſchen und allumfaſſenden Idee“— uns ſtets im Auge bleiben muß, wenn nicht ein Riß im Gebäude ent⸗ ſtehen ſoll, der ſeinen Zuſammenſturz herbeiführen müßte.
Der nächſte Schritt iſt der von der Idee als abſoluter Grund⸗ und Weſensanſchauung zur Idee als einer Subſtanz, als eines abeh zah, abrhy in ewiger Unveränderlichkeit beſtehenden Weſens.(cf. Parm. p. 132, b; 133, e; 135, c). In dieſer Hypoſtaſierung vollzog ſich eine Nachfolge der eleatiſchen Methode: analog ihrer Identificierung von Denken und Sein hat eine ſolche bei Platon ſtattgefunden, auf den auch noch die etymologiſche, ihren Dualismus vorbildende Bedeutung des Wortes Héa einen unverkennbaren Einfluß übte.
Aber das aprioriſche Element wird demnach feſtgehalten, und es zeigt ſich nun wiederum in entſcheidender Bedeutung bei der Löſung der weiteren Frage: Wie iſt die Einigung der unend⸗ lich vielen Ideen— denn eine Vielheit der Ideen, von vonhhata, von Denkthätigkeiten iſt ja in der Seele des Einzelnen und mehr in den vielen Menſchenſeelen vorhanden— zu der Einen höchſten Idee bei Platon zu erklären? Wir fragen nicht mit Herbart: Wie iſt dieſe Einigung der Ideen möglich? denn wir faſſen ſie nicht, wie er, als Qualitäten, denen allen gleiche Berech⸗
*) Parm. p. 132 G: 05 058 dw5e ä rt Aty 2Xyo e vn a, vost, ia, dood 053,„ Tnev.


