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rem Herzogshause fern bleiben muss und keine Verléumdung diesem schönen Familien- kreise zu nahen wagt. Und dasselbe Vaterherz, welches unser Landesfürst für die Seinen im Busen trägt, warm und theilnehmend schlägt es auch für sein Volk und jeden seiner Unterthanen, deren jeder, auch der geringste, seinem Throne nahen darf, deren Tausende seine liebevolle Fürsorge, seine unermüdliche Güte, seine Hochherzigkeit und Milde erfahren haben. Und diese Milde, welche, wie ich bereits sagte, in seinem Charakter mit edlem Ernste zu so schöner Harmonie gepaart ist, er besitzt sie auch in dem Sinne, der von unsern Vorfahren diesem schönen Worte beigelegt wurde, welche unter Milde Freigebigkeit verstanden und diese Tugend so hoch schätzten, dass in den Dichtungen des Mittelalters die Milde d. h. die Freigebigkeit als die schönste Tugend des Ritters, als das eigentliche Kleinod in der Tugendkrone der Fürsten und Könige unaufhörlich gepriesen wird. Wie nun unser Herzog, dessen milde Hand im Wohlthun nimmer ermüdet, die Tugend der Milde im Sinne des Mittelalters in reichem Masse besitzt, so bildet sie auch einen Hauptzug seines Charakters in dem Sinne, wel- chen wir jetzt mit diesem Worte verbinden. Jater ist mild und grossmüthig, seinem Herzen hat sich trotz mancher traurigen Erfahrung, selbst trotz manchen Undanks, der ihm, wir dieses nun einmal das Loos edler Seelen auf Erden ist, nicht erlassen werden konnte, kein Zug von Härte beigemischt; sein Herz ist stets geneigt, zu ver- geben und zu vergessen; schwer und zögernd entschliesst es sich zu Handlungen der Strenge, nie aber ermüdet seine Hand, aus dem Borne der Gnade zu schöpfen. Die ritterlichen Vorfahren unseres Herzogs haben sich Devisen und Wahl- sprüche erkoren, mit welchen sie zuerst ihr Herz und dann ihr Wappenschild schmück- ten. Sollen wir für unseren Herzog, der allen jenen ruhmvollen Devisen seiner Ahnen Ehre machen würde, nach einer Devise suchen, in welcher sein Charakter nach seinen Hauptzügen treu ausgeprägt ist? Im Kaisersaale zu Frankfurt können wir sie finden- Dort lesen wir die Worte:„Ad vindictam tardus, ad beneficentiam velox,“ zögernd, wo es zu strafen, schnell bereit, wo es wohlzuthun galt, unter dem Bilde eines der edelsten und herrlichsten deutschen Könige, Heiurich's I. aus dem sächsischen Hause, und diesen Wahlspruch:„Ad vindictam tardus, ad beneficentiam velox,“ ihn wird die Geschichte, die unparteiische Richterin der Thaten, auch beilegen dem Herzoge Adolf von Nassau, da er nach diesem Wahlspruche durch alle seine Lebenstage zum Jegen seines Volkes gehandelt hat. 190X1II ueh HArgae t00 lbaslasts?
Haben wir uns nun, hochzuverehrende Anwesende, die Segnungen, Pelehe unser Vaterland der Regierung unseres Herzogs verdankt, zugleich mit seinen persönlichen Eigenschaften vergegenwärtigt, so werden wir Alle, die wir von treuer Liebe zu unse- rem Vaterlande und unserem Fürsten erfüllt sind, sowohl wir, die wir dem Vaterlande, eine bestimmte Berufsthätigkeit zu widmen vermögen als auch diese frisch aufblühende Jugend, die sich zu einer solchen erst vorbereitet und ausbildet, wir Alle werden einig sein in den Gelübden und Entschliessungen, zu welchen dieses schöne vater-
ländische Fest uns begeistern soll. Wir werden jene erste Tugend unseres Volkes, 4


