Aufsatz 
Rede, gehalten bei der Feier des 25jährigen Regierungsjubiläums Sr. Hoheit des Herzogs
Entstehung
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Sterblichen vorüberaugehen pflegen, nicht unberührt geblieben. Noch hatte er sein achtes Lebensjahr nicht vollendet, als er der theuren Mutter, Luise von Sachsen-Hild- burghausen, durch den Tod beraubt wurde; seinen Bruder und geliebten Jugendge- nossen, den ritterlichen Prinzen Moriz, sah er in der Blüthe der Jahre in die Gruft sinken; in tiefen Schmerz versenkte ihn der Tod seines edlen Vaters, der ihm in den Tagen der Jugend als treuer Führer zur Seite gestanden hatte, und auch der Ver- lusteseiner zweiten Mutter, der edeln Pauline von Würtemberg, sollte ihm nicht er- lassen werden; auch den ersten so glücklichen Ehebund löste das frühe Hinscheiden seiner edlen Gemahlin, der Herzogin Elisabeth, gebornen Grossfürstin von Russland, welche nur wenige Jahre unserem Lande angehört und doch schon eine so reiche Saat der Liebe und Dankbarkeit ausgestreut hatte. Auch von anderen Verlusten ist das Familienleben unseres Herzogs nicht frei geblieben aber lassen wir in dieser frohen Stunde unsern Blick nicht auf dem Traurigen verweilen, was seinen Lebenspfad be- rührte und mit dem Dunkel der Cypressen beschattete; freuen wir uns vielmehr und danken wir dem Himmel, dass unser geliebter Fürst für die herben Verluste, die er erlitten, reichen Ersatz gefunden, so weit ein solcher Ersatz überhaupt moöglich war, dass wir sein häusliches Leben reich gesegnet und sein Familienglück zu immer schönerer Blüthe sich entfalten sehen, da er in der edlen Frau, in welcher wir unsere erhabene Landesfürstin verehren, eine Gefährtin seiner Tage gefunden, die schon s0 viele Herzen gewonnen, so viele Thränen getrocknet, so viel des Guten gestiftet hat, und dieser schöne Ehebund durch so hoffnungsvolle Kinder gesegnet ist. Wohl müssen wir, wenn wir einen Fürsten nach seiner ganzen Persönlichkeit betrachten, ihm auch in das Innere seines Familienlebens folgen, denn von mächtigem Einflusse ist das Bei- spiel, was vom Throne herab gegeben wird, und wie da, wo in dem höchsten Kreise Tugend und Sittenreinheit verleugnet werden, das Gift der Unsittlichkeit sich mit un- glaublicher Schnelligkeit durch alle Stände verbreitet und mit den sittlichen Grundlagen des Familienlebens auch alle Stützen der bürgerlichen Ordnung erschüttert werden, so wird auch das Familienleben des Fürsten, wenn es auf Tugend und edle Sitten ge- gründet ist, für Tausende zum veredelnden Vorbilde und stiftet Segen in allen Kreisen des Volkes. Und wie müssen wir uns freuen, wenn wir bei unserem Landesfürsten die Tugenden des Familienvaters und die liebevolle und verständige Fürsorge für die Seinigen zu so schönem Bunde gepaart sehen mit seiner öffentlichen Thätigkeit für sein Land und so hingebender Theilnahme für das Wohl und Wehe seiner Unter- thanen! Welche Eintracht und Liebe herrscht in diesem Familienkreise! mit welcher eitrigen Fürsorge und nach wie verständigen Grundsätzen werden die jüngeren Glieder desselben erzogen und für ihren künftigen Beruf ausgebildet, die hoffnungsvollen Fürsten- söhne, welche der Allmächtige dem hohen Paare als Pfänder seiner Huld und Gnade geschenkt hat. Wie rein und vorwurfsfrei stellt sich dieses Familienleben dar, so dass der in der menschlichen Natur so tief eingewurzelte Trieb der Herabwürdigung, der das Strahlende zu schwärzen und das Erhabene in den Staub zu ziehen liebt, unse-