19
kraze der Sage geschmücktaist, jene mit Recht so gerühmten Grafen von Nassau, welche im Rathe der deutschen Kaisef, auf Turnieren und Schlachtfeldern glänzten, das Banner des Kreuzes trugen oder Friedrich des Rothbarts Feinde in den lombardi- schen Ebenen mit Schwert und Streitkolbe bekämpften, nicht minder auch jene, welche um ihrer Tugenden und geistigen Vorzüge willen auf die ersten kirchlichen Fürstensitze Deutschlands berufen wurden; wir sehen jene beiden nassauischen Grafen, welche als Abgeordnete des Kaisers nach Constantinopel vorauszogen, um den Streitern Christi die Wege nach dem heiligen Lande zu balinen; wir ferblicken, um aus, der grossen Heldenschaar nur einige Namen zu nennen, jenen ritterlichen ersten Walram und Robert II., der, von seinen Zeitgenossen, der„Streitbare“ genannt, durch seinen Helden- muth den Schaaren der Kreuzfahrer voranleuchtete, und alle die tapferen Sprösslinge des walramischen Stammes, vor Allem ihn selbst, den edlen deutschen König Adolf von Nassau, die Blume der Ritterschaft, den grässten Tournierhelden Deutschlands, den mehr noch als das Denkmal in der Königsgrüft zu Speier, mehr noch als das Königs- kreuz auf dem Wahlplatze dei Göllheim, von der Pietät des Enkels errichtet, der Aust ruf seines grössten Feindes geehrt hat:„Heute ist Deutschlands tapferstes Heldenherz gebrochen!“ Wir sehen ferner jene thatkräftigen und unternehmungslustigen Grafen von Nassau-Dillenburg, welche durch Erwerbung der Grafschaft Vianden im Herzog- thum Luxemburg den Grund' zu den reichen niederländischen Besitzungen der otto- mischen Lihie des nassauischen Grafenhauses legten: Jollann II., den unermüdlichien Kämpfer, der stets die Sturmhaube trug und von seinen Zeitgenoszend, der Haubener? genannt wurde, Engelbert I., der, als Ritter des goldenen Vliesses, seinem Wappen die berühmte Devise:„Ce era moi, Nassau“ reiverleibte, viel gepriesen ob"seiner Weisheit und Regierungskunst, der, als er 1442 nuf seinem Schlosse Breda in Brabaut verschied, von seinen niederlündischen Unterthanen wie eim Vater beweint wurde, und seine Tugenden und' seltenen Gaben auf seinen Sohn Engelbert JII. vererbte, einen der grössten Staatsmänner und ausgezeichnétsten Feldherrn seiner-Zeit, der dem Hàuse Habsburg mit ganzer Seele ergeben war und für die so wichtige Verbindung des ritter- liehen Erzherzogs- Maximilian mit der burgundischen Erbtochter Maria so erfolgreich wirkte;,. jenen Helden, dem von Michel Angelo's Meisterhand in Bréda, wo er 1504 starb, jenes vilbewunderte Grabmal aus cararischem Marmor errichtet wurde, den aber bein Neffe Heinrich III. als Féldherr und Held noch übertraf, der Erzieher und ver- traute Rathgeber Kaiser Karbs V., in dessen Kriegen mit seinem französischen! Gegner Franz I. er Thaten unvergänglichen Ruhmes verrichtete, auch seinen einzigen Sohn, den jugendlich kühnen Renätus, dessen Selbstvertrauen sich in der von ihm angenommenen Wappendevise:„Jémaintiendrai“ kund gibt, der aucll das Fürstenthum Oranien, das er von seinem Oheime Philibert von Oranien und Chalons erbte, an das Haus Nassad brachte; wir sehen ferner Johann Ve von Nassau-Dillenburg undi dessen Sohn Graf Willlelm den Reichen, den Vater Wilhelms des Verschwiegenen, des Begründers und
Vorkämpfers der wiederlaudischen Unabhängigkeit, und'seiner Brüder Johann VIIder
3*


