Doctorwürde honoris causa ertheilt worden iſt, deren Diplom ihm unter dem 2. Dec. 1858 von dem Herrn Pro⸗ feſſer Dr. Dietrich im Namen der philoſophiſchen Facultät mit folgender Zuſchrift überſandt wurdde:
„Eingedenk der Verdienſte, welche Sie ſich in einer zwanzigjährigen, vom b. Geber alles Guten reich zeſegneten Wirkſamkeit um das Heſſiſche Schulweſen und um die ſtudirende Jugend erworben haben, und zur Aner⸗ kennung Ibrer vortrefflichen Leiſtungen auf dem Gebiete der deutſchen Geſchichte und Altertbumsforſchung, bat die pbileſophiſche Facultät zu Marburg einſtimmig beſchloſſen, durch freiwillige Ertheilung ihres Grades Ihnen eine natürlich nur Wenigen gewährte Auszeichnung zu Tbeil werden zu laſſen. Indem ich die Freude habe. Ibnen das Ebreudiplom meiner Facultät zu überreichen, gebe ich mich zugleich der frohen Erwartung bin, daß Sie die aus⸗ zeſprochene Abſicht als ſolche aufnehmen, und in der dargereichten Gabe den Ausdruck der Dankbarkeit des Hefſen⸗ landes ſehen und nicht minder auch ein Band erkennen wollen, welches Ibre Erinnernng an das bisherige Vaterland rnüpfe und befeſtige.“ Schließlich glaubt noch der Unterzeichnete, den großen Beweis wohlwollenden Vertrauens, welchen er uoch nach ſeinem Scheiden aus Kurheſſen von dem Kurfürſtlichen Miniſterium des Innern empfing, nicht unerwähnt laſſen zu dürfen, indem dieſe hohe Behörde ihn mit dem Auftrage beehrte, für die von ihm ſeither be⸗ kleidete Directorſtelle ſelbſt eine geeignete Perſönlichkeit auszuwählen, und den von ihm zu ſeinem Nachfolger vorge⸗ ſchlagenen Gymnaſial⸗Oberlehrer Dr. Eduard Weſener zu Coblenz, mit Genehmigung Seiner Königlichen Hoheit des Kurfürſten, als Gymnaſialdirector nach Fulda berief; wodurch ihm auch noch die große Freude zu Theil gewor⸗ den iſt, die von ihm ſeither geleitete Anſtalt der Pflege eines von ihm hochgeſchätzten, ihm aufrichtig befreundeten Mannes übergeben zu ſeben, welcher gewiß dieſer Anſtalt die treueſte Sorgfalt widmen und den an ſeine Berufung Zeknüpften Erwartungen in jeder Beziehung vollkommen entſprochen wird. 1
Nachdem von Seiner Hoheit dem Herzoge durch böchſtes Decret vom 14. Febr. 1858 die Ernennung des Unterzeichneten zu ſeiner gegenwärtigen Stelle gnädigſt vollzogen worden war, erfolgte am 14. April zu Wiesbaden durch den Herrn Regierungspräſidenten Faber ſeine Verpflichtung und am 16. April begab er ſich an den Ort ſeiner nenen Beſtimmung. Wohl mußte ihn, da ihm unter ihm völlig fremden Verhältniſſen, in einem Lande, in welchem er vor ſeiner Berufung auch nicht einen einzigen perſönlichen Bekannten hatte, ein mit ernſten und ſchweren Verpflichtungen verbundener Wirkungskreis angewieſen worden war, die Beſorgniß erfüllen, daß er den an ibn geſtellten Anforderungen zu genügen außer Stande ſein werde; doch wurde ſein Mutb durch das freundliche Wohl⸗ wollen, mit welchem ihm Alle, mit denen ſein neues Amt ihn in Verbindung brachte, entgegenkamen, immer mehr gehoben, und da er insbeſondere von der bohen vorgeſetzten Behörde bereits ſo ſprechende Beweiſe eifrigſter und för⸗ derlichſter Fürforge erhalten hat, ſo glaubt er ſich zu der Hoffnung erheben zu dürfen, daß es ihm unter dem Beiſtande der göttlichen Gnade gelingen werde, die ihm gewordene Aufgabe, welche ihm überdies durch die gewiſſen⸗ bafte und erfolgreiche Wirkſamkeit ſeines würdigen Vorgängers und durch die Mitwirkung berufstreuer und tüchtiger Amtsgenoſſen weſentlich erleichtert wird, immer mehr einer glücklichen Löſung entgegenzuführen..
Auch in dem verfloſſenen Schuljahre ſind mehrere Lehrer des Gymnaſiums durch Gehalts⸗ erhöhungen, Remunerationen und Gratificationen erfreut worden, was der Berichterſtatter mit ehrfurchtsvollem Danke für die Huld des erhabenen Landesfürſten und für die von der hohen vorgeſetzten Behörde auch nach dieſer Seite hin dem Gymnaſium bethätigte Fürſorge hier zu erwähnen nicht unterlaſſen kann.
Von literariſchen Arbeiten aus dem Lehrercollegium ſind im Laufe des Schuljahres im Drucke erſchienen:
Ph. Schmelzeis, Einleitung in die katholiſche Glaubenslehre, für die oberen Claſſen der Gelehrten⸗Schulen. Regensburg, Manz, 1858. Von demſelben Verfaſſer: Die Lehre von dem Daſein Gottes vom Standpuukte des katholiſchen Glaubens, für obere Claſſen der Gelehrten⸗Schulen und wiſſenſchaftlich Gebildete überhaupt. Regens⸗ burg, Manz, 1859.— G. Krebs, über die Curven y= ax' bz*+ ex † d und y= axl † bæx* † cx* d Inaugural⸗Diſſertation. Marburg, 1858.— Neu aufgelegt wurde: K. Schwarh, Handbuch für den biograpb. Geſchichtzunterricht, 2. Thl., Leipzig, Fleiſcher, 1858
B. Unterricht. 4— 1) Allgemeine Demerhungen.
Der im Oſterprogramme 1857 S. 19 mitgetheilte Lehrplan, welcher auf die im Jahre 1855 vorgenommene Reduction der früheren acht Claſſen auf ſieben gegründet iſt, kam auch in dem verfloſſenen Schuljahre unverändert in Anwendung. r 314 KNeNr


