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B. Chronik des Gymnaſiums.
Auch das verfloſſene Schuljahr wurde unter Gottes gnädigem Beiſtande ohne irgend eine erhebliche Störung zu Ende geführt und da in dem Lehrercollegium eine Perſonalveränderung nicht eintrat und der Geſundheitszuſtand desſelben ein ſo erfreulicher war, daß nur wenige Mitglieder desſelben und auch dieſe nur auf kurze Zeit durch Unwohlſein ihrer Berufsthätigkeit entzogen wurden, in welcher ſie vollſtändig durch die übrigen Lehrer vertreten werden konnten; ſo iſt das vorgeſteckte Lehrziel in allen Claſſen und Unter⸗ richtsgegenſtänden vollſtändig erreicht worden. Der Geſundheitszuſtand der Schüler war zwar im Ganzen nicht weniger günſtig als in den vorhergehenden Schuljahren; doch wurden im verfloſſenen Winterſemeſter verhältnißmäßig viele Schüler von den damals in hieſiger Stadt verbreiteten, durch die Witterungsverhält⸗ niſſe bedingten katarrhaliſch⸗rheumatiſchen Übeln befallen und auf längere oder kürzere Zeit dem Schulbeſuche entzogen. Auch haben wir den Tod eines hoffnungsvollen Schülers zu betrauern. Im Einzelnen iſt aus
der Chronik des Gymnaſiums Folgendes zu berichten:
1. Das Schuljahr wurde am 20. April im Prüfungsſaale mit Choralgeſang der Schüler, Gebet und Anrede des Directors, Verleſung und Erläuterung der Schulgeſetze feierlich eröffnet. Nach der Eröffnungs⸗ feierlichkeit wurden die Aufnahmeprüfungen vorgenommen. Angemeldet waren im Ganzen 35 Schüler und zwar: 28 für die Sexta, 4 für die Quinta, 1 für die Untertertia, 1 für die Unterſecunda und 1 für die Ober⸗ ſecunda. Von dieſen traten, auf den Grund von Abgangszeugniſſen der Gymnaſien zu Marburg und Hanau, ¹ in die Untertertia, 1 in die Unterſecunda ein; von den übrigen wurden, auf den Grund der mit ihnen
vorgenommenen Prüfung, 30 in die Sexta, 2 in die Quinta und 1 in die Obertertia aufgenommen.
2. Der Unterricht begann am 21. April. Die Sommerferien dauerten vom 4. bis zum 26. Juli, die Herbſtferien vom 24. September bis zum 11. October, die Weihnachtsferien vom 23. December bis
zum 3. Januar. 3. An drei Nachmittagen des Sommerſemeſters und zwar am 11. Mai, 22. Juni und 24. Auguſt
wurden, mit Ausſetzung des Unterrichtes, von Lehrern und Schülern nach mehreren ſchönen Puncten der g chaftliche Spaziergänge unternommen, welche ſowohl durch den Genuß der
Umgegend von Fulda gemein 8 5 1 mnaſtiſche Ubungen und Jugendſpiele den Schülern eine ſehr
freien Natur als durch heitere Geſänge, gy angenehme und erſprießliche Erholung gewährten.
1. Durch Allerhöchſte Reſcripte vom 28. April, mitgetheilt burch Beſchlüͤſſe Kurfürſtlichen Miniſteriums vom 16. Mai, wurden den Gymnaſiallehrern Joſeph Hahn und Johann Donner anſtatt ihrer bis⸗ herigen Beſoldungen von 600 beziehungsweiſe 500 Thalern nunmehr ſolche von 700 beziehungsweiſe 600 Thalern vom 1. Mai an allergnädigſt bewilligt.
5. Am 21. Mai wurde in Gegenwart des Directors und der geiſtlichen Gymmaſiallehrer die Prüfung derjenigen 18 katholiſchen Schüler vorgenommen, welche von dem Gymnaſiallehrer Hahn den vorbereitenden
Unterricht für die erſte h. Communion erhalten hatten. 6. Am 11. Juni, dem Fronleichnamstage, fand in der Gymnaſialkirche die erſte h. Communion der
erwähnten 18 katholiſchen Schüler ſtatt und gemeinſchaftlich mit denſelben empfingen auch die übrigen ka— tholiſchen Schüler ſowie die ſämmtlichen katholiſchen Lehrer des Gymnaſiums das heilige Abendmahl. Bei
dem feierlichen Gottesdienſte, an welchem auch die Eltern und Angehörigen der Neucommunicanten ſowie 6*


