Aufsatz 
Eigil's Leben des hl. Sturmius : Übersetzung und Anmerkungen ; Zweite Abteilung
Entstehung
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zwar mit vielen ſpäteren Zuſätzen aus einem Erlanger Codex(demſelben, welcher auch unſere Vita S. Sturmi von Eigil und andere Lebensbeſchreibungen enthält, ſ. Pertz II. 365), dieſe, welche jedoch nur von geringem Umfange iſt, ebendaſelbſt pag. 1052 abgedruckt worden. Dagegen beſitzen wir keine von einem Zeitge⸗ noſſen herrührende Lebensbeſchreibung des h. Lullus, wie denn auch nirgends erwähnt wird, daß eine ſolche überhaupt vorhanden geweſen ſei, und alle ſowohl von dem Herausgeber der Mon. Germ. Ist. als auch von den Fortſetzern der Acta Sanctorum angewandten Bemühungen, irgend etne ältere Vita Lulli als die erwähnten aufzufinden, ſind erfolglos geblieben. Einer quellenmäßigen Bearbeitung der Lebensverhält⸗ niſſe Lull's können nicht die erwähnten beiden Biographieen, ſondern nur die in den gleichzeitigen Schriften z. B. in Willibald's vita Boniſacii, Eigil's Vita Sturmi, Liudger's vita Gregorii und andern über ihn ent⸗ haltenen Nachrichten, insbeſondere die neun von Lullus geſchriebenen und die vier und zwanzig an ihn ge richteten Briefe(abgedruckt in der von Würdtwein herausgegebeuen Sammlung der Briefe des h. Bonifacius) zum Grunde gelegt werden. Lullus ſelbſt hat uns außer den gedachten neun Briefen nichts Schriftliches hinterlaſſen. Mabillon's Elogium S. Lulli(Act. SS. Ord. S. Bened. III, 2, pag. 355 363) iſt nicht frei von bedeutenden Fehlern und Irrthümern und gegenwärtig kaum noch brauchbar; dagegen verdauken wir dem gelehrten Jeſuiten Joſeph Vanhecke eine ſehr tüchtige und werthvolle Abhandlung über Lullus(Act. 88. tom. VII. Octobr., pars poster. pag. 1050 1091), welche Jedem, der über ihn gründliche Belehrung ſucht, nicht dringend genug empfohlen werden kann. Auch Rettberg(1, 573578) hat die Lebensnachrichten über Lullus mit gewohnter kritiſcher Schärfe und Sorgfalt zuſammengeſtellt.

Die Angabe Eigil's daß Lullus ſich der Wegführung des Leichnams des h. Bonifacius nach Fulda widerſetzt habe(Interea vero dum in hunc modum contenderent, et Lullus, episcopus civitatis illius, omni- modis voluisset prohibere, ne beati martyris corpus ad solitudinem perveniret eic.) ſteht in Widerſpruch mit den Angaben Willibald's(cap 38 u. 39, Pertz II, 352) und der übrigen Biographen. Wohl mochte es vielleicht Lullus gerathen finden, ſich dem heftigen Verlangen des Mainzer Volkes, den Leichnam in Mainz zu behalten, nicht gar zu eifrig zu widerſetzen; daß er aber wirklich die Abſicht gehabt habe, den ihm von ſeinem geliebten Lehrer ausdrücklich gegebenen Auftrag(Willib. cap 33, Pertz Il, 349) unausgeführt zu laſſen und den Leichnam nicht nach Fulda zu führen, verdient keinen Glauben und iſt vielmehr anzunehmen, daß die Gewährsmänner, welchen Eigil bei ſeiner Erzählung folgte, dieſe Anſchuldigung gegen Lullus, gegen welchen ſie wegen ſeines ſpäteren Streites mit Sturmius ungünſtig geſtimmt waren, mit Unrecht erhoben haben. In dem Suppl. Presb. Mogunt. cap. III,§ 11 p. 476) wird geradezu geſagt, daß Lullus, ſeines Eides ein gedenk, ſich dem Verlangen der Mainzer widerſetzt habe.

11. Der Diacon, welcher dieſe Erſcheinung hatte, hieß Otpert. Sein Name iſt uns in der eben angeführten Stelle des Suppl. Presb. Mogunt. und von Othlon(cap. 24, pag. 80) erhalten.

12. Dieſer Angabe ſteht ebenfalls Willibald(cap. 38, Pertz II, 352) entgegen, welcher ſagt, daß der Leichnam des Heiligen am dreißigſten Tage nach deſſen Tode in Mainz angelangt ſei. Die Angabe Willibald's dürfte ſchon wegen der mehrfachen Verzögerung, welche der Zug erfuhr, für wahrſcheinlicher zu halten und bei Eigil in dieſem übrigens nicht weſentlichen Puncte ein Verſehen anzunehmen ſein.(S. Rett⸗ berg I, 402.)

13. Der h. Liudger(Vit. S. Gregor. Abb. Traject. cap. 10, Mabill. Act S. III, 2, p. 295) gibt die Anzahl der Mönche, welche das Kloſter Fulda zur Zeit ſeines erſten Abtes hatte, mit Ausſchluß der Novizen und dienenden Perſonen auf 400 an. Dieſe für die älteſte Geſchichte des genannten Kloſters wichtige Stelle