Aufsatz 
Eigil's Leben des hl. Sturmius : Übersetzung und Anmerkungen ; Zweite Abteilung
Entstehung
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7. Ouo cum pervenerunt, sancli episcopi Bonifacii in minore, quæ eis vicinior erat, ecclesia cum grabato quo navi ferebatur, statuerunt; cetera martyrum corpora sepulturæ tradiderunt. Das Wort grabatus(e⁴ᷣααο) bedeutet⸗Nuhebett, Lager, Feldbett, ſcheint aber hier denſelben Sinn zu haben wie das weiter unten von Eigil gebrauchte ſeretrum(qεeετοστ) und eine Bahre zu bezeichnen. Die hier er⸗ wähnte kleinere Kirche in Utrecht iſt die zu St. Salvator,(oratorium St. Safvatoris genannt von Liudger vit. Greg. Mabill. III, 2, 333) welche von dem h. Willibrord erbaut wurde(Altfried, vita Liudgeri, c. 16, pertz II, 409) und vor der Gründung von St. Martin als Kathedrale betrachtet werden kann, ſpäter wol als Taufkirche diente.(S. Rettberg I, 541.)

Die hier erwähnte basilica maior iſt St. Martin, die eigentliche Kathedrale von Utrecht, welche von Willibrord auf dem Fundamente der Dagobertscapelle erbaut wurde(Epist. Bonif. 105, pag. 279) und zahlreiche Schenkungen von Karl Martell, Pippin, Karl d. G. und Ludwig dem Frommen erhielt. Mit ihr wurde ſpäter ein Kloſter verbunden, welchem der h. Gregor als Abt vorſtand. St. Salvator und St. Martin ſind die beiden älteſten Kirchen in Utrecht.

9. Willibald(cap. 38, Perlz II, 352) erwähnt eine andere Wundererſcheinung, durch welche die Weg⸗ führung des Leichnams aus Utrecht bewirkt worden ſei, daß nämlich die Glocken von ſelbſt zu läuten ange⸗ fangen hätten: Sed quia Omnipotentis magis quam hominum convalescit ſortitudo, mirabile statim ac me- morabile cunclis adstantibus angelica magis quam humana peractum cognitione auditum est miraculum, ecclesigeque cloccum in signum amotionis sancti corporis, humana non contingente manu, commotum est. So berichtet auch Othlon(cap. 24, Mabill. p. 79): Nam cum utrimque ageretur altercatio de corpore sancto, interea signum ecclesig, quod vulgo appellari solel glocca, absque humano motu sonare eæbit.

10. Der h Lullus, ein Landsmann des h. Bonifacius(daß er ein Angelſachſe geweſen, iſt gewiß, ob⸗ gleich ſowohl ſein Geburtsort als auch die Namen ſeiner Eltern unbekannt ſind; daß er aber ein Ver⸗ wandter des h. Bonifacius geweſen, beruht auf ſpäteren Nachrichten und wird in den gleichzeitigen Quel lenſchriften nicht angegeben) wurde vom Abte Eaba im Kloſter Meldun(Malmesbury) erzogen, kam ſpäͤter mit zwei Gefährten Denehard und Burghard nach Deutſchland, um Bonifacius bei ſeiner Miſſionsthätigkeit zu unterſtützen, erwarb ſich in hohem Grade die Liebe und das Vertrauen des Apoſtels der Deutſchen und wurde kurz vor deſſen Abreiſe nach Friesland(754) der Nachfolger desſelben als Erzbiſchof von Mainz, obgleich er erſt 780 das Pallium erhielt, gründete das Kloſter Hersfeld(768 oder 769, ſ.Bemerkungen zu Eigil's Nachrichten u. ſ. w. S. 31) und ſtarb daſelbſt am 16. October 786. Der dieſer Schrift zu⸗ gemeſſene Umfang nöthigt mich, auf Mittheilung ausführlicherer Nachrichten über das Leben und Wirken des berühmten Mannes für jetzt zu verzichten. Eine Monographie über denſelben wäre um ſo wünſchens⸗ werther als faſt alle neueren Schriften, welche die Geſchichte jener Zeit zum Gegenſtande haben, ſeine Wirkſamkeit nur kurz berühren, auch die meiſten eneyklopädiſchen Werke z. B. Aſchbach's Kirchenlexicon einen Artikel über ihn vermiſſen laſſen. Wir beſitzen von Lullus aus älterer Zeit nur zwei Lebensbeſchrei⸗ bungen, von welchen die eine, wenn ſie auch jedenfalls vor 1040 geſchrieben iſt, doch ſchwerlich vor das elfte Jahrhundert geſetzt werden darf(ich meine die von Mabillon bei ſeinem Elogium S. Lulli Act. S. B. III, 2, p. 392 benutzte Vita, deren Verfaſſer er ſeltſamer Weiſe als Anonymus Gemmelacensis bezeichnete, weil ihm aus dem Kloſter Gemblours in Brabant eine Handſchrift derſelben zur Benutzung überlaſſen wurde, obgleich die vita ſelbſt ohne Zweifel von einem Mönche des Hersfelder Kloſters herrührt) die andere dem Mainzer Brevier vom J. 1570 entnommen iſt. Jene iſt in den Act. 8S., tom. VII Octobr., pars poster. pag. 1083 sq. und