Aufsatz 
Eigil's Leben des hl. Sturmius : Übersetzung und Anmerkungen ; Zweite Abteilung
Entstehung
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der dort eine Capelle gründete. Der erſte Biſchof von Utrecht war der h. Willibrord, der ſchon 696 durch Papſt Sergius zum Biſchofe, wenn auch nicht für einen beſtimmten Ort, doch für Friesland überhaupt, geweiht wurde, ſpäter aber(nach Ratbod's Tode 719) ausdrücklich als Biſchof von Utrecht erſcheint(Alcuin, Vita Willebrordi c. 13, p. 610). Wer nach Willibrord's Tode Biſchof von Utrecht wurde, iſt nicht mit Sicher⸗ heit zu ermitteln(ſ. unten Anm. 6), doch wird Bonifacius ſelbſt mit Unrecht in der Reihe der Utrechter Biſchöfe aufgeführt. Die von Seiters S. 539 Anm. aus Luidgeri Vit. S. Gregorii cap 14. Mabill. p. 298 angeführte Stelle: Successit(Willibrordo) S. Bonifacius ete iſt ſo aufzufaſſen, daß Bonifacius Willibrord's Nachfolger in der Bekehrung der Frieſen, nicht aber als Biſchof von Utrecht geweſen ſei. Über das Ver⸗ hältniß des h. Bonifacius zum Bisthum Utrecht ſ. die gründliche Unterſuchung Rettberg's(I. 392), der das Ergebniß derſelben in folgenden Worten zuſammenfaßt:An eine wirkliche Führung des biſchöflichen Amtes (in Utrecht) iſt gewiß nicht zu denken, ſondern nur an die Fürſorge für den dortigen Sitz, wie ſie theils aus dem allgemeinen Auftrage eines päpſtlichen Legaten, theils aus der beſonderen Rückſicht auf die frieſiſche Miſſion ſich von ſelbſt verſtand. Auch der h. Gregor hat die Biſchofswürde nicht gehabt, ſondern war nur Abt und Vorſteher des Münſters zu Utrecht, hat aber als ſolcher bis an ſeinen Tod die frieſiſche Kirche geleitet, worauf ſein Neffe Alberich zum Biſchofe von Utrecht geweiht wurde, dem in dieſer Würde der Reihe nach Theodard, Harmakar und Nixfried folgten, über welche jedoch nähere Nachrichten nicht vorhanden ſind. Bemerkenswerth iſt die Angabe des Suppl. Presb. Mogunt(cap. 3§ 10, p. 476): Statimque in ipso tem- pore ut sanctus vir(Bonifacius) pro Domino carne occubuit, Trajectensis ecclesiæ Clerici cum suo Epis- copo rapuerunt sanctum corpus et voluerunt illud omnio apud se retinere. Dieſer angebliche Biſchof iſt wol kein anderer als Gregor, der aber, wie bemerkt, die Biſchofswürde nicht geführt hat. Über Utrecht und die dortigen kirchlichen Verhältniſſe handelt ausführlich Rettberg II, 526 ff.

6. Wohin Eoban, der zugleich mit dem h. Bonifacius den Märtyrertod erlitt, als Biſchof gehört, iſt nicht mit völliger Gewißheit zu beſtimmen. Bonifacius wurde von Karlmann beauftragt, nach Willibrord's Tode in Utrecht einen neuen Biſchof einzuſetzen und vollzog dieſen Auftrag auch wirklich, wie er dem Papſte Stephan mittheilt(epist. Bonif. 105 p. 279: Carolomannus commendavit in sedem illam constituendum et ordinandum episcopum, quod et feci), aber der Name dieſes Biſchofes wird nicht genannt. Rettberg (1, 356) vermuthet, daß es der auf mehreren Synoden auftretende Dadanus geweſen ſei, die Bollandiſten (Jun. I, 455, III, 401) rathen auf den Angelſachſen Adulf; doch dürfte es die meiſte Wahrſcheinlichkeit für ſich haben, daß eben jener Eoban(bei Willib. cap. 35, Pertz II, 349 heißt er corepiscopus mit der Variante coepiscopus; bei Othlon Vit. Bonif. II, 2 ¼, Mabill. p. 77 wird er chorepiscopus genannt, wofür nach Mabil⸗ lon's Vermuthung coepiscopus zu leſen wäre) Willibrord's Nachfolger als Biſchof von Utrecht geweſen iſt, wofür auch die angeführte Stelle Willibald's zu ſprechen ſcheint. Außer Eoban befanden ſich in der Um⸗ gebung des h. Bonifacius, welche im Ganzen aus zwei und fünfzig Perſonen befand(Anonym. Monast. cap. 8, Act. SS p. 483) noch drei Prieſter: Wintrung, Walthere und Aethelhere, drei Diaconen: Hamund, Scirbald und Boſa und vier Mönche: Waccar, Gundäcar, Illehere und Hathovulf(Willib. cap. 35, Periz Il, 349; dieſelben Namen nennt auch der Anon. Monast. cap. 7, pag. 483 und Othlon II, 21, Mabill. p. 77, jener mit geringen, dieſer mit etwas bedeutenderen Abweichungen in der Schreibweiſe). Die übrigen Per⸗ ſonen gehörten dem geiſtlichen Stande nicht an; unter denſelben wird nur ein gewiſſer Hilfibrant, ein Bruder des Diaconen Hamunt, namhaft gemacht(Supplem. Presb. Mogunt. cap. 3,§ 10, Act. SS. p. 476), welchem die Sorge für den Tiſch oblag. Alle zwei und fünfzig Begleiter wurden zugleich mit Bonifacius getödtet.