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II, 339). Die zweite Miſſionsreiſe nach Friesland unternahm Bonifacius im J. 719, als der Tod Ratbod's ſeiner Thätigkeit günſtigere Ausſichten eröffuete. Nachdem er hier drei Jahre ſegensreich gewirkt hatte, wünſchte der bejahrte Willibrord, daß er, zur biſchöflichen Würde erhoben, ſein Nachfolger in Friesland werden möchte; allein Bonifacius lehnte dieſes wegen ſeiner Jugend ab und kehrte im J. 723 nach Deutſch⸗ land zurück(Willib. cap. 6, Pertz II, 341). Auf den beiden Miſſionsreiſen, welche Bonifacius in den beiden letzten Jahren ſeines Lebens unternahm, hatte er die mittlere unter den drei Abtheilungen Frieslands(die erſte erſtreckte ſich vom Sinkfal bis zum Flevum, die zweite vom Flevum bis zum Lauwers, die dritte vom Lauwers bis zur Weſer), das Land zwiſchen Flevum und Lauwers, zum Schauplatze ſeiner Thätigkeit. Daß der Lauwers zur Zeit Pippin's des Kurzen die Gränze zwiſchen dem chriſtlichen und heidniſchen Friesland bildete, ſieht man aus folgender Stelle in Lindger's Vit. Gregor. c. 10(Mabillon, III, 2 326): ldem usque in ripam occidentalem fluminis Latbeki(nicht der Leck, wie zuweilen irrig angegeben wird, ſondern der Laubach oder Lauwers) ubi conſinium erat Chrislinnorum Fresonum et paganorum cunctis diebus Pippini regis. Die dritte Abtheilung des Frieſenlandes, das Gebiet zwiſchen Lauwers und Weſer, gehörte damals alſo noch völlig dem Heidenthume an(erſt der h. Gregor und ſeine oben erwähnten Gehilfen und Nachfolger er⸗ warben ſich das Verdienſt, auch dieſen dem Chriſtenthume zu gewinnen), aber auch in der mittleren Abthei⸗ lung, dem Lande zwiſchen Flevum und Lauwers, war das Chriſtenthum damals noch nicht geſichert und namentlich in den Gränzgebieten am Lauwers ſcheint noch das Heidenthum vorgeherrſcht zu haben. Der Ort, wo Bonifacius ſeinen Tod fand, lag noch diesſeit des Lauwers und zwar zwiſchen Leuwarden und Gröningen, im Gau Oſtriche, der durch das Flüßchen Bordne(jetzt Bordau) von dem Gau Weſtriche ge⸗ trennt wurde(Willib. cap. 36, perlz II, 350). Damals war dieſer Ort ein unanſehnliches Dorf(vicus); der Anon. Ultraj. cap. II,§ 14 und 15, Act. Sanct. Jan. I, 480 nennt ihn Dockinga; bei Altfried Vit. S. Liudgeri eap. 4(Pertz II, 406) heißt er ebenfalls hoccinga, bei Anskar Vita S. Willehadi cap. II (Pertz II, 380) Dockynchirica. Aus dieſem damals unbedeutenden Orte erwuchs die jetzige Stadt Dockum in der holländiſchen Provinz Friesland(auch Weſtfriesland genannt, zur Unterſcheidung von dem hannöver'ſchen Oſtfriesland), zwei Stunden von der Nordſee entfernt, mit welcher ſie durch einen Canal verbunden iſt. Auch in Tockum ſoll ein von dem h. Bonifacius herrührendes Buch aufbewahrt werden (Seiters S. 548), doch habe ich hierüber nirgends eine beſtimmte und genauere Angabe finden können.
5. Utrecht, der Sitz der frieſiſchen Bisthums, liegt an dem mittleren Rheinmund oder dem alten Rhein(der nördliche Rheinarm ſpaltet ſich abermals in einem ſüdlichen und einen nördlichen Arm; erſterer iſt der mittlere Rheinmund oder der alte Rhein; dieſer, der nördlichſte Rheinmund, ergoß ſich durch den Landſee Flevo in's Meer) und iſt aus einer römiſchen Niederlaſſung hervorgegangen, wie auch aus ſeinem Namen und den häufig dort aufgefundenen Münzen zu erkennen iſt. Der Name Trajectum tad Rhenum) bedeutet Überfahrt am Rhein, wie Maſtricht(Trajectum ad Mosam) Überfahrt an der Maas bedeutet; Trectis(epist. Bonif. 83, 242) oder Trecht(Eigil an unſerer Stelle ſchreibt Trech) iſt Abkürzung von Trajectum; der Name Utrecht iſt ſchwerlich aus Ultrajectum, ſondern wol aus Outrecht d. h. Alt⸗Trecht entſtanden, wie denn in Urkunden die Bezeichnung Trajectum vetus vorkommt(Urkunde Karl's d. G. v. 7. Juni 777, Miræus op. dipl. I, 245). Daß der ältere Name von Utrecht Antonia geweſen ſei, beruht nur auf einer Sage; beglaubigt iſt aber als ſolcher Wiltaburg(Beda V, 11: castellum— quod antiquo gentium illarum vocabulo Wiltaburg, id est oppidum Wiltorum, lingna autem gallica Trajectum vocatur; Hucbald, vila Lebuini, Pertz II, 361: castrum Wiltenburg anliquitus dictum, modo vero Trajectum). Schon oben iſt erwähnt worden, daß die älteſte chriſtliche Stiftung in Utrecht von dem Könige Dagobert! herrühre,


