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bilden die Nachrichten Eigi'ls ſehr ſchätzbare Ergänzungen zu den Angaben der übrigen Quellenſchriften über die letzten Schickſale des h. Bonifacius und nur in unweſentlichen Puncten weichen ſie, wie wir unten ſehen werden, von denſelben ab. Daß 755, nicht aber 754 das Todesjahr des h. Bonifacius iſt, unterliegt keinem Zweifel und es war namentlich die Verwechslung der beiden Reiſen nach Friesland, welche die letztere irr⸗ thümliche Angabe, die ſich übrigens in faſt ſämmtlichen fränkiſchen Annalen und manchen anderen alten Schriftſtellern findet, veranlaßt hat. S. Rettberg, Kirchengeſchichte Deutſchlands, Bd. 1, S. 398 u. 399.
3.(Bonifacius) ad ulteriora Fresonum loca paganico ritu dedita ingressus est, ingentemque ibi multitudinem hominum Domino docendo et baptizando adquisivit; inde post multum temporis migrans, sospes ad suas in Germaniam pervenit ecclesias. Sequenti vero anno iterum ad aquosa Fresonum per- venerat arva, cœptum opus prædicationis implere desiderans. Über das Land und Volk der Frieſen finden ſich ebenſo gründliche als ausführliche Nachrichten bei van Kampen Geſchichte der Niederlande(in der Samm— lung von Heeren und Uckert), Zeuß, die Deutſchen und die Nachbarſtämme S. 136 und 397 und Rett⸗ berg, Bd. 2, S. 496— 525, wo namentlich die Bekehrungsgeſchichte dieſes Volkes mit ausgezeichneter Gründ⸗ lichkeit dargeſtellt iſt. Bei der Beſtimmung der Wohnſitze der Frieſen, einer zum Hauptſtamme der Ingä⸗ vonen gehörenden deutſchen Völkerſchaft, hat man zwiſchen der römiſchen Zeit und dem Mittelalter zu unter⸗ ſcheiden. Für die römiſche Zeit kann man Friesland als das Gebiet zwiſchen dem Helium(die Waal, der ſüdliche Rheinarm, nimmt die Maas auf und ihr gemeinſamer Ausfluß, alſo der ſüdlichſte Rheinmund, wurde das Helium genannt) und der Ems bezeichnen. Durch die Ems wurden ſie öſtlich von den Chauken getrennt(Plolem. Geogr. II, 11), der ausgedehnteſten Völkerſchaft ingävoniſchen Stammes, welche von der Mündung der Ems bis zur Elbe wohnten. Im Süden ſtießen ſie an die Brukterer(Tacitus Germ. 33 gibt ihnen irrthümlich auſtatt der Brukterer die Angrivarier und Chamaven zu Nachbarn); doch läßt ſich im Süden keine ſo beſtimmte Gränzlinie angeben, wie ſie im Oſten durch die Ems gebildet wurde. Im Mittelalter aber und zwar bereits ſeit der Ausbildung des Sachſen⸗ und Frankenbundes(im dritten Jahrh. nach Chr.) hat das Gebict der Frieſen ſowohl nach Oſten als nach Weſten hin bedeutende Erwei⸗ terungen erfahren. Im Oſten erſtreckt es ſich über die Ems, den alten Gränzfluß, hinaus an der Nordſee⸗ küſte hin bis zur Weſermündung; im Weſten finden ſich die Frieſen über den weſtlichen Theil der(von der Waal und dem Rhein gebildeten) Bataverinſel, über die Ufer der Maas unterhalb ihrer Vereinigung mit der Waal, ja ſogar über die Küſten an der Mündung der Schelde verbreitet. Die Schelde bildet mithin die weſtliche Gränze Frieslands, welches durch dieſelbe von Flandern getrennt wird, ja ſüdlich geht die Gränze Frieslands noch über die Schelde hinaus bis zum Sinkfal(dieſer iſt nicht die Weſterſchelde, ſon⸗ dern eine jetzt unbedeutende Strömung, het Zuin, welche nördlich von Sluis in's Meer fällt) und umfaßt mithin noch einen Theil des jetzigen Flanderns; wie denn auch in dem frieſiſchen Geſetze dem Frieſenlande eine Ausdehnung von der Weſer bis zum Sinkfal gegeben wird. Als Gränzfluß zwiſchen Weſt⸗ und Oſt⸗ friesland wird gewöhnlich die Ems angenommen, richtiger aber wird dieſe Gränze durch das beſonders bei Rechtsbeſtimmungen erhebliche Flüßchen Lauwers oder Laubach(Laubaca) bezeichnet, fällt alſo noch weſtlich von der Ems, zwiſchen Leuwarden und Groͤningen. Als das Hauptland der Frieſen iſt das Land zwiſchen dem Oſtrhein und der Ems, ihr alter Stammſitz, zu betrachten.
Die früheſten Nachrichten über fränkiſche Einfälle in Friesland reichen bis zur Regierung des Mero⸗ vingers Dagobert 1(628— 638) hinauf, welcher ſeine Eroberungen bis nach Utrecht ausgedehnt haben muß, da er hier eine Capelle ſtiftete und dieſelbe dem Biſchofe von Köln mit dem Auftrage übergab, für die weitere Bekehrung des Landes zu ſorgen(Bonik. epist, no. 105 p. 278 ed. Vgxdt'rein,, Der Frieſenkönig


