Aufsatz 
Eigil's Leben des hl. Sturmius : Übersetzung und Anmerkungen ; Zweite Abteilung
Entstehung
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Brüder aber, ſeine Schüler, nahmen den Körper des heiligen Märtyrers aus dem Grabe, in welchem er vier und zwanzig Jahre geruhet hatte und verließen mit allen Dienern Gottes das Kloſter. Wir blieben die erſte Nacht bei der nächſten Zelle, wo die Gewäſſer der Fledena(Flieden) in das Bett der Fulda ein ſtrömen, brachen hier in der Frühe wieder auf und gelangten zu der entfernteren Sinna(Sinn). Hier er⸗ richteten wir ein Zelt, unter welchem wir den heiligſten Leichnam des Märtyrers Chriſti aufſtellten, und rings um dasſelbe ſchlugen die Krieger Chriſti ihr Lager auf. Nachdem wir hier unter Hütten drei Nächte zugebracht hatten, langten ſchon am vierten Tage unſere Boten an, welche meldeten, daß von unſerer Partei und unſerem Volke ſich einige zum Angriffe auf die Sachſen vereinigt hätten, daß dieſe auch bereits ge⸗ ſchlagen und auf der Flucht nach ihrem Heimatlande begriffen ſeien. Sobald wir dieſes vernommen hatten, nahmen wir die Gebeine des in Gott ruhenden Märtyrers, kehrten froh zu dem Kloſter, woher wir ge kommen waren, wieder zurück, beſtatteten die heiligen Gebeine des Märtyrers Gottes wieder in dem Grabe, in welchem ſie vorher geruhet hatten und brachten dann Chriſtus dem Herrn unſere Dankgebete dar, daß er uns den Frieden geſchenkt und uns geſtattet habe, wieder in unſerem Kloſter zu wohnen. 28

Hierauf unternahm der König Karl nochmals einen Feldzug in das Land der Sachſen, um das dort begonnene Werk der Bekehrung zum chriſtlichen Glauben zu befeſtigen und befahl dem ehrwürdigen Sturmi, der leidend und ſchon von Alter gebeugt war, mit ſeinen Gefährten die Heresburg zum Schutze der Stadt zu beſetzen.* Als nun der König, nachdem er Allen ſeinem Willen gemäß ihre Beſtimmung angewieſen hatte, das Sachſenland verließ, trug er dem heiligen Manne auf, nach ſeinem eigenen Abzuge noch einige Tage in der genannten Stadt zu verweilen. Als die Zahl dieſer Tage vollendet war, kehrte der Mann Gottes zu ſeinem Kloſter zurück, begleitet von dem Arzte des Königes Karl Namens Wintar, welcher ihn in ſeiner Krankheit behandeln ſollte. Indem nun dieſer ihm eines Tages einen künſtlich bereiteten Trank, ich weiß nicht welchen, eingab, welcher ſeine Krankheit vermindern ſollte, vermehrte derſelbe dieſe im Gegentheil ſo, daß der Kranke ſtärker und heftiger von dem herben Siechthume ergriffen wurde. Beſorgt äußerte dieſer, daß der Arzt, anſtatt ſeine Krankheit zu mindern, ein gewaltiges Unheil über ihn gebracht habe und befahl, man ſolle ſchleunigſt zur Kirche eilen und alle Glocken*o zugleich in Bewegung ſetzen, auch den verſammel⸗ ten Brüdern melden, daß ſein Tod nahe bevorſtehe und er ſie dringend bitten laſſe, für ihn ſogleich Bittge bete zu veranſtalten. Als die ſämmtlichen Bewohner des Kloſters verſammelt waren, befahl er, dieſelben in das Haus, in welchem er ſelbſt lag, eintreten zu laſſen und ſprach hierauf zu der ganzen Verſammlung fol⸗ gende Worte:Ihr kennet, meine Brüder, meine Beſtrebungen; ihr wiſſet, wie ich bis auf der heutigen Tag zu eurem Nutzen und zu eurem Frieden gearbeitet habe und wie es meine vorzügliche Sorge geweſen iſt, daß dieſes Kloſter nach meinem Tode in dem Willen Chriſti auszuharren vermöchte und ihr, geliebte Söhne, hier in aufrichtiger Liebe dem Herrn dienen könntet. So verharret denn nun aber auch alle Tage eures Lebens treu bei dem gefaßten Vorſatze. Betet für mich zu dem Allmächtigen, und wenn ich aus menſchlicher Gebrechlichkeit etwas Böſes bei euch gethan oder Jemanden unrechter Weiſe gekränkt habe, ſo verzeihet mir, wie auch ich Allen aus dem Grunde meines Herzens alle Schmähungen und alle Beſchimpfungen, welche ich erlitten, verzeihe, auch den Lullus nicht ausgenommen, der mir immer zuwidergehandelt hat. Nach dieſen und einigen anderen frommen Worten nahm er Abſchied von den Brüdern und entließ ſie. Sobald aber die Brüder ihn verlaſſen hatten, nahm die Krankheit des heiligen Mannes mit großer Heftigkeit zu und näherte ſich ihrem tödtlichen Ausgange. Alle verſanken in Trauer und die Herzen der Brüder erfüllte große Betrübniß, in welcher ſie unter Thränen und Wehllagen die Barmherzigkeit des alleinigen Gottes

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