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bei dem Köͤnige ſelbſt ſuchen ſollte.* Nachdem ſich nun Sturmi bei ſeinem königlichen Herrn beurlaubt hatte, trat er mit dem erwähnten Privilegium, welches er aus den Händen des Königes erhalten hatte, die Rückreiſe zu ſeinem Kloſter an. Da verbreitete ſich auf der Stelle durch alle dieſe Provinzen die Kunde, daß Sturmi in dieſe Gegend kommen werde und überall wurde den Dienern und Dienerinnen Gottes in allen Klöſtern ſeine Rückkehr aus der Verbannung bekannt, für welche ſie alle mit hocherfreutem Gemüthe dem Heilande ihren Dank darbrachten. Die Brüder aber, ſobald ſie erfahren hatten, daß er dem Kloſter ſich nähere, nahmen das goldene Kreuz und die Reliquien der Heiligen und gingen ihm eine weite Strecke vor das Kloſter entgegen, begrüßten ihn und diejenigen, welche mit ihm gekommen waren, führten ihn unter Anſtimmung eines geiſtlichen Liedes im Triumphe in das Kloſter zurück, wo ſie Gott den Herrn prieſen, daß er ihnen ihren ſo lange erſehnten Abt zurückgegeben, und große Freude herrſchte unter ihnen Allen.
Sturmi aber ließ es ſich, wie er dazu bereits früher den Anfang gemacht hatte, ²¹ aufs eifrigſte ange⸗ legen ſein, das Leben der Brüder zu verbeſſern und ihre Sitten zu läutern ſowie die klöſterlichen Pflichten und Verrichtungen derſelben zu ordnen. Auch war er darauf bedacht, den Tempel, nämlich die Kirche, welche ſie damals hatten, auszuſchmücken wie auch alle Wohnungen des Kloſters mit neuen Säulen und mächtigen Balken zu verſehen und durch neue, dauerhafte Dächer zu ſchützen. Nicht lange nachher ſann er darüber nach, auf welche Weiſe es erreicht werden könnte, was die heilige Regel vorſchreibt, daß die ver⸗ ſchiedenen Handwerke innerhalb der Gränzen des Kloſtergebäudes betrieben würden, damit nicht etwa die Brüder in die Nothwendigkeit verſetzt würden, ſich zu dieſem Zwecke außerhalb desſelben aufzuhalten, und nachdem er ſo viele Arbeiter als möglich zuſammengebracht und mit der ihm eigenen Schaͤrfe des Geiſtes überall den Lauf des Fuldafluſſes erforſcht hatte, leitete er denſelben in nicht geringer Entfernung von ſeinem natürlichen Laufe ab und führte ihn durch nicht unbedeutende Gräben durch den Kloſterbezirk, ſo daß der Fluß mit ſeinen lebendigen Wellen den dem Dienſte Gottes geweiheten Ort erfriſchte und erfreute. Welche große Vortheile dieſes Werk den Brüdern gewährt hat und welche es ihnen noch heute gewährt, weiß Jeder, der es geſehen und durch eigene Erfahrung kennen gelernt hat. ²² Über dem Grabe des in Gott ruhenden Märtyrers Bonifacius aber ließ er eine aus Gold und Silber zuſammengeſetzte Dachhütte, welche wir „Requiem“(22) zu nennen pflegen, errichten und ließ ſie, wie es damals Sitte war, mit kunſtvoller Arbeit ausſchmücken, und noch heute iſt dieſe Dachhütte mit dem goldenen Altare über dem Grabe des genannten Märtyrers Chriſti vorhanden. ²³
Da aber der gerechte und in Gott vollendete Mann bei Allen und namentlich bei dem Könige Pippin in großem Anſehen ſtand, ſo erlangte er von dem Könige, der ihm in nicht geringem Grade ſeine Freund⸗ ſchaft und ſein Vertrauen zugewandt hatte, durch mündliche Vorſtellungen, daß derſelbe das königliche Gut Omunſtat(Umbſtadt) mit Allem, was die alten Könige in dieſem Meierhofe beſaßen, dem erwähnten Kloſter zum Heile ſeiner Seele ſchenkte und durch eine ſchriftliche Urkunde, wie es gebräuchlich war, dieſe Schenkung beſtätigte.?“ Nachdem aber Pippin im ſiebenhundert acht und ſechzigſten Jahre der Fleiſchwerdung des Herrn, im drei und zwanzigſten ſeiner Regierung geſtorben war, folgte ſein Sohn Karl dem Vater auf dem Throne nach. Da nun der junge König ſich angelegen ſein ließ, alle Diejenigen, welche von ſeinem Vater früher durch Ehren ausgezeichnet worden waren, durch anſehnliche Geſchenke für ſich zu gewinnen, ſo berief er auch den ehrwürdigen Abt Sturmi zu ſich und ſchloß mit demſelben ein inniges Freundſchaftsbündniß, worauf er ihn oft mit vielen Ehren auszeichnete und mit königlichen Geſchenken erfreute. So ließ er eines Tages, als ihm Gott den Gedanken ins Herz ſandte, für das Heil ſeiner Seele am Tage der ewigen Wiedervergeltung Sorge zu tragen, den Abt Sturmi zu ſich rufen, hielt mit ihm eine Beſprechung und


