Aufsatz 
Bemerkungen zu Eigil's Nachrichten über die Gründung und Urgeschichte des Klosters Fulda
Entstehung
Einzelbild herunterladen

32

meiſten deutſchen Wörterbücher, daß das Wort ausKalkröſte oder Kalkroſt verderbt ſei, als irrthümlich erweiſen.

Schließlich will ich noch darauf aufmerkſam machen, wie ſich aus unſerer Stelle ergibt, daß die erſte Kirche Fulda's, welche der h. Bonifarius in unmittelbarer Nähe des Kloſters aufführen ließ, aus Steinen erbaut wurde, während in jener Zeit die meiſten Bauten, namentlich die vielen von Bonifacius in der Eile gegründeten Kirchen aus Holz erbaut waren(Vgl. Kunſtmann, Hrabanus Maurus, S. 16 Anm. 1; Kreuſer, der chriſtliche Kirchenbau I, S. 266, wo übrigens für die Gründung des Kloſters Fulda unrichtig das Jahr 747 angegeben wird).

22. Altero autem anno(745) sanctus episcopus iterum illuc properans, ad novellum coenobium pervenit suum, quod iam tunc propter meatum fluminis Fulda vocari inchoaverat. Dem neuen Kloſter wurde alſo ſchon unmittelbar nach ſeiner Gründung der Name Fulda beigelegt. Geweiht war das Kloſter dem Erlöſer, der h. Jungfrau und den Apoſteln Petrus und Paulus, wie man aus dem von Bonifacius 751 an den Papſt Zacharias gerichteten Schreiben(Dronke Cod. Dipl. Nro. 3 p. 1) ſieht, in welchem es heißt:

Est enim locus ille, quem elegi Fulda nomen habens a flumine qui praeterfluit in vasta solitudine Bo- chomide in medio nationum predicationis nostrae in quo loco monasterium construxi domino nostro saluatori Christo et eius genitrici perpetuae virgini Mariae et sanctissimis apostolis Petro et Paulo. In dem Privilegium des Papſtes Zacharias vom J. 751(Dronke Cod. Nr. 4 a p. 2) wird das Kloſter einfach monasterium s. salvatoris genannt, ebenſo in dem vom Papſte Stephan II. dem Abte Sturmio unter'm 25. April 753 ertheilten Privilegium(Dronke Nro 7, p. 5) und in vielen Urkunden, in mehreren auch wol monasterium sancti saluatoris et sancti Petri(3. B. in der vom 31. Juli 756, bei Dronke Nro. 13 p. 9).

Kloſter und Stadt Fulda(durch Abt Marquard I. wurde 1162 das frühere Dorf Fulda mit einer Mauer umgeben und zur Stadt umgeſchaffen) erhielten ihren Namen von dem Fluſſe. Der Name des letzteren (Fulda, Uultaha, wie er im erwähnten Privilegium des Papſtes Zacharias, Uuldaha, wie er in dem pPreceptum Pippini regis geſchrieben wird bei Dronke Nro. 4 a u. 5 p. 2 u. 4) hat nichts gemein mit Vogelau, woher man ihn abgeleitet hat, kommt auch nicht von dem Abſtractum Vullida d. i. Fülle, wie Bender(die deutſchen Ortsnamen, S. 78) vermuthet hat, ſondern iſt, wie anch Kunſtmann(Hrab. Maur., S. 16 Anm. 2) richtig angibt, zuſammengeſetzt aus dem ahd. fulljan d. i. füllen und dem ahd. aha d. i. Waſſer, Fluß(lat. aqua, goth. ahva, nord.§), welches in vielen deutſchen Ortsnamen vorkommt, in welchen das Grundwort aha in a, ach oder au übergegangen oder auch ganz weggefallen iſt(S. Beiſpiele bei Bender, S. 115). Der Fluß Fulda hat alſo ſeinen Namen, in welchem das d zur Verbindung der beiden Beſtand⸗ theile und zur Stütze des Schmelzlautes l eingeſchoben iſt, von der vollen Strömung und verdiente denſelben ohne Zweifel in jener Zeit, wo die Wälder des Eihloha noch nicht gelichtet und die dem Iluſſe zuſtrömenden Bäche, welche überdies ſowie der Fluß Fulda ſelbſt ein ſtarkes Gefälle haben, weit waſſerreicher waren, noch in höherem Grade als in unſeren Tagen. Auch Eigil ſagt von der Fulda bei der Beſchreibung, welche Sturmius dem h. Bonifacius von dem aufgefundenen Orte machte(Pertz II, 371):Cumque ei loci illius statum et qualitatem terrae et aquae decursum, quae us que hodie monasterio sufficiunt eic. In der Volksſprache wird der Flußdie Folle genannt und auch in dieſer Benennung(Folle ver⸗ hält ſich, beiläufig bemerkt, zuFulda, wie das vulgäreFrau Holle zuHulda) zeigt ſich die Vebertide des waſſerreichen Stromes.

Bei Erwähnung des Fluſſes Fulda will ich nicht unterlaſſen, wenigſtens mit einigen Worten auch der vielbeſprochenen Kanalanlage des h. Sturmius zu gedenken. Eigil(Pertz II, 375) ſpricht ſich folgendermaßen