Aufsatz 
Bemerkungen zu Eigil's Nachrichten über die Gründung und Urgeschichte des Klosters Fulda
Entstehung
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a point. Indem ich der Kürze wegen in Bezug auf dieſen Gegenſtand auf Brinckmeier, Handb der hiſtor. Chronol., S. 67 ff. zu verweiſen mir geſtatte, bemerke ich nur, daß man ſowol in dem merovingiſchen Zeitalter in welchem das Kloſter Fulda erbaut wurde, als auch in dem karolingiſchen Zeitalter, in welchem unſer Eigil ſchrieb, das Jahr nicht mit dem Tage der Geburt Chriſti, dem 25. December, auch nicht mit dem Tage der Beſchneidung, dem 1. Januar, auch nicht mit dem Tage der Auferſtehung, dem Oſtertage, ſondern mit dem Tage der Empfängniß Marias, dem 25. März, anfing. Daher bemerkt auch Olenſchlager in ſeiner Erläuterung der goldenen Bulle(S. 348) ganz richtig, es ſeien unter den Karolingern zwei Arten von Reichsverſammlungen gehalten worden und zwar die einebei'm Schluſſe des Jahres, ſo damals noch mit dem 25. Merz anfing. Erſt im zehnten Jahrhundert kam in Deutſchland der Gebrauch auf, das Jahr mit dem Weihnachtstage anzufangen, obgleich der frühere Gebrauch noch nicht völlig verſchwand, wie man denn z. B. in Trier(more Treverensi) noch im vierzehnten Jahrhundert, bei der Cölner Univerſität ſogar noch im J. 1428 den Jahresanfang vom 25 März datirte. Der Gebrauch, das Jahr mit dem 25. December zu beginnen, erhielt ſich ſehr lange und erſt mit dem Anfange des ſechzehnten Jahrhunderts kam es bei den kaiſerlichen und Reichsgerichten in Gebrauch, das Jahr mit dem 1. Januar zu beginnen, obgleich die Kaiſer Karl V. und Ferdinand I. ſich noch an den Jahresanfang mit dem 25. December hielten. Bemerkenswerth hiebei iſt, daß man auch im früheren Mittelalter zwar den 1. Januar den Neujahrstag nannte, aber dennoch den eigentlichen Anfang des Jahres von einem andern Tage rechnete. Der erſte Monat Eigil's, welcher das Jahr mit dem 25. Mäͤrz anfing, iſt alſo, ich wiederhole es, der März und am zwölften Tage dieſes Monats betrat Sturmius mit ſeinen ſieben Gefährten die Stätte, auf welcher ſich jetzt die Stadt Fulda befindet. Dieſe hat ſomit das ſeltene Glück, den Tag ihrer Gründung genau angeben zu können. Es war der 12. März 744, an welchem die frommen Erbauer des Kloſters, welchem die ſpätere Stadt ihren Urſprung verdankt, ſich zu ihrem wichtigen Werke durch Pſalmengeſang und Gebet, durch Faſten und Wachen vorbe⸗ reiteten und erſt als ſie dieſe heilige Pflicht erfüllt hatten, bereiteten ſie mit fleißigen Händen die Stätte für das dem Erlöſer der Welt geweihete Kloſter.

Schließlich will ich noch darauf aufmerkſam machen, daß der 12. März, da der Jahresanfang vom 25. März gerechnet wurde, noch in das vorhergehende Jahr fiel und es dürfte daher wol keinem Zweifel unterliegen, daß Eigil an unſerer Stelle auch das Jahr 743 v. Chr. und das 11te Indictionsjahr genannt hat. Daß Enhard in ſeinen Annalen das J. 744 angab, erkläre ich mir dadurch, daß er die Gründung des Kloſters von der Zeit, wo Bonifacius dort erſchien und den Bau der Kirche begann, alſo vom Mai datirte, welcher Zeitpunct allerdings dem J. 744 angehörte. Nach dieſer Angabe der Annalen dürfte dann in ſpäteren Abſchriften der Vita Sturmi an der betreffenden Stelle die Jahreszahl und die Indiction abgeändert worden ſein.

19. Der h. Bonifacius traf zwei Monate nach Ankunft des h. Sturmins(expletis duobus mensibus), alſo gegen den 12. Mai 744 auf der Stätte Fulda's ein, wo er eine Woche verweilte. Dieſes hat ſchon Eckhart(Fr. Or. I, p 462) richtig erkannt;Bonikacius, a Synodo Suessioniensi redux, mense Majo locum invisit. Der ſonſt ſo ſorgfältige Rettberg hat zweimal(Kirchengeſch. 1, 373 und 398) die irrige Angabe, daß Bonifacius am 12. März in Fulda eingetroffen ſet und verwechſelt mithin die Ankunft des h. Bonifacius mit der des h. Sturmius.

20. Der nordlich von Fulda, unmittelbar vor dem Paulusthore liegende, damals noch mit Wald bedeckte Hügel, auf deſſen noͤrdlicher Seite ſich auch, wie an vielen andern Orten, ein Bonifaciusbrunnen befindet, er⸗ bielt von dem Aufenthalte des Heiligen, dem dort eine kleine Hütte ein dürftiges Obdach gewährte, den

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