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duobus fratribus Karlomanno atque Pippino, indictione 12, mense primo, duodecimo die mensis eiusdem, sanctum et a Deo dudum praedestinatum ingressus est locum.“ Die hier vorkommende Indiction iſt natürlich nicht die kaiſerliche(caesarea), deren Gebrauch überhaupt nicht ſehr ausgedehnt geweſen zu ſein ſcheint, auch nicht die päpſtliche oder römiſche Indiction(Indiction mit dem Jahresanfange), welche in dieſer Zeit noch gar nicht vorkommt, ſondern die griechiſche oder conſtantinopolitaniſche Indiction, welche mit dem 1. Sep⸗ tember 312 beginnt. Geſchichtskundige wiſſen, daß bei der Indictionsrechnung nicht die Indiction ſelbſt, welche vielmehr als bekaunt vorausgeſetzt wurde, ſondern nur das laufende Jahr des fünfzehnjährigen Indictionscyklus angegeben wird. Die obige Angabe:„indictione 12“ bedeutet demnach nicht„in der zwölften Indiction“, ſondern„im zwölften Jahre der laufenden Indiction“. Dieſe Indiction war aber die 2gſte, deren zwölftes Jahr dem Jahre 744 n. Chr. entſprach. Die Angabe der Indiction bei Zeitbeſtimmungen können wir zwar meiſt entbehren; doch gewährt ſie den Vortheil, daß man, da in den Urkunden in der Regel mehrere Zeitbeſtimmungen zugleich angegeben werden, dieſelben, wenn ſie nicht übereinſtimmen, durch die Indictionen berichtigen kann(Vgl. Brinckmeier, Handb. der hiſtor. Chronol, S. 27).
Daß bei der Angabe„mense primo“ der März, nicht aber der Januar verſtanden werden muß, iſt von mehreren Schriftſtellern richtig erkannt worden, z. B. von Eckhart(Fr. Or. I, p. 462:„Mensis primus Eigili, Francorum more loquenti, Martius est“), Wenck(II, S. 293 Anm. y), Rudhart(S. 424 Anm. 1: „der erſte Monat dieſes Jahres iſt der März, nach fränkiſcher Sitte“) und Rettberg(1, S. 373:„mense primo, duodecimo die mensis ejusdem, was nur auf den März, und nicht nach Schannat hist. Fuld. p. 82 auf den Januar geht, da in dieſem Monate wol ſchwerlich der Bau beginnen konnte“). Gleichwol begegnet man noch immer der in vielen Schriften über die Geſchichte Fulda's enthaltenen irrigen Angabe, daß der Grund zu dem Kloſter dieſes Namens am 12. Januar gelegt worden ſei. Wohl hat man es höchſt unwahr⸗ ſcheinlich gefunden, daß in ſolcher Jahreszeit, wenn man nicht einen ganz ungewöͤhnlich milden Winter an⸗ nehmen wollte, die Gründung des neuen Kloſters habe unternommen werden können; wohl hat man darauf aufmerkſam gemacht, daß Bonifacius, welcher zu Anfang März ſich in Soiſſons bei der neuſtriſchen Synode befunden(dieſe Synode, deren Acten ſich bei Würdtwein LXI p. 160 und bei Pertz III, 20 finden, muß, da ihre Beſchlüſſe ſich zum Theil auf weltliche Angelegenheiten beziehen und in Form eines fraͤnkiſchen Geſetzes erlaſſen wurden, auch von Pippin und drei weltlichen Großen unterſchrieben ſind, als ein fränkiſcher Reichstag, ein Märzfeld, betrachtet werden, und wenn auch die Anweſenheit des h. Bonifacius bei dieſer Synode, an welcher 23 Biſchöfe theilnahmen, ſich nicht geradezu beweiſen läßt, ſo iſt ſie doch niemals bezweifelt worden und ſchon aus dem einen Grunde höchſt wahrſcheinlich, weil die Beſchlüſſe der Synode ganz in ſeinem Geiſte erfolgten) ſich wol ſchwerlich gegen den zwölften März wieder in Fulda befunden haben könnte, was doch der Fall geweſen ſein müßte, da Eigil ausdrücklich ſagt, daß er zwei Monate nach der Gründung des Kloſters Fulda(expletis duobus mensibus) in demſelben zum Beſuche eingetroffen ſei. Aber gleichwol haben die meiſten Schriftſteller bis in die neueſte Zeit ſich von dem Irrthume, daß der 12. Januar der Gründungstag des Kloſters Fulda ſei, nicht loszureißen vermocht. Um die fragliche Zeitbeſtimmung bei Eigil(mense primo) richtig zu verſtehen, muß man über die Anfangszeit des Jahres im Klaren ſein, wie man denn über⸗ haupt ohne dieſe Kenntniß beſtändigen Irrthümern in Bezug auf das Datum der Begebenheiten ausgeſetzt iſt. Treffend bemerken ſchon in dieſer Beziehung die Verfaſſer des berühmten Werkes„L'art de verifier les dates“: „Pour les temps anterieurs rien n'est plus nécessaire, que de bien se souvenir de tous ces divers com- mencemens de l'année. Sans cette attention il n'est pas possible d'accorder une infinité de Dates, qui sont très exactes et très vraies, et l'on est continuellement exposé à trouver de la contradiction, ou il n'y en


