Aufsatz 
Bemerkungen zu Eigil's Nachrichten über die Gründung und Urgeschichte des Klosters Fulda
Entstehung
Einzelbild herunterladen

33

er ſich an der Mündung des Gieſelbaches befand, vor ſich gehabt hatte. Da die Lesart Chrihlari dem Namen Girilari, wie nach jener ſehr wahrſcheinlichen Vermuthung der Name des Ortes gelautet haben würde, am nächſten kommt, ſo habe ich ihr in meiner Ueberſetzung den Vorzug vor den übrigen gegeben. Mit völliger Sicherheit wird man freilich nicht behaupten können, daß es gerade das jetzige Dorf Johannisberg geweſen ſei, wo Sturmius ſich zunächſt vor der Gründung des Kloſters Fulda aufgehalten habe, aber ſo lange keine wahrſcheinlichere Vermuthung aufgeſtellt wird, wird man dieſe unbedenklich feſthalten und mit Livius ſagen können: In rebus tam antiquis, si, quae similia veri sunt, pro veris accipiantur, satis habeam.

15. Cogito in orientali regno vestro monachorum vitam instituere et monasterium fundare, quod praeteritis temporibus ante nos nemo inchoavit. Dieſe Worte können offenbar nicht anders verſtanden werden, als wie dieſelben in meiner Ueberſetzung wiedergegeben worden ſind.

16. ita ut ab illo loco undique in circuitu ab oriente scilicet et occidente a septemtrione et meridie marcha per quatuor milia passuum tendatur. Othlon, der übrigens das Werk Eigil's offenbar vor ſich hatte, gibt der Mark von Fulda irrthümlich einen Umfang von 3000 Schritten und dieſe unrichtige An⸗ gabe findet ſich auch bei Candidus(Schannat Cod. prob. p. 3).

17. Die von Karlmann vollzogene Schenkungsurkunde iſt uns nicht erhalten. Dagegen beſitzen wir eine ſehr genaue, vom 22. März 747 lautende Gränzbeſchreibung der Mark von Fulda, welche Bonifacius in dem genannten Jahre, alſo noch kurz vor Karlmann's Abtreten, bei ſeiner Anweſenheit im Kloſter Fulda durch den Prieſter Megenhelm aufnehmen ließ, um alle Uebergriffe auf ſein Eigenthum zu verhindern. Dieſe wichtige Urkunde findet ſich in Brower's Antiq. Fuld. I, cap. 4, bei Schannat Buchonia vetus cap. IVY, p. 335, bei Würdtwein Ep. 76 und bei Dronke Trad. p. 3. Herr Archivar Dr. Landau hat dieſelbe(Territorien, S. 139 ff.) mit ſehr ausführlichen und werthvollen Erläuterungen, welche derſelbe größtentheils dem Herrn Profeſſor Dr. Lange in Marburg verdankt, verſehen und dieſe Erläuterungen, ſoweit ſie den links der Fulda liegenden Theil der Mark betreffen, auch in die mehrerwähnteBeſchreibung des Gaues Wettereiba, S. 196 und 197, aufgenommen Das Gebiet des Kloſters Fulda, wie es in dieſer Urkunde erſcheint, lag auf beiden Seiten der Fulda, welche hier die Gränze zwiſchen dem Grabfelde und der Wettereiba bildete; der rechts der Fulda liegende Theil, in welchem das Kloſter ſelbſt lag, gehörte dem Grabfelde, der links der Fulda liegende Theil der Wetterau an, ſo daß alſo das Gebiet von Fulda eine aus zwei politiſchen Theilen zu⸗ ſammengeſetzte Mark bildete. Bemerkenswerth iſt, daß man die Mark von Fulda, mit Rückſicht auf ihren in der Wettereiba liegenden Theil auchdie wettereibiſche Mark nannte, wie ſich aus einer Urkunde vom J. 895 ergibt(Dronke Cod. Dipl. nr. 644 p. 294), in welcher es heißt:monasterium sancti salvatoris quod situm est in pago Grapfeld in Uuetareibono marcu super ripam fluminis Fuldae cie. Das Gebiet, welches in jener Gränzbeſchreibung erſcheint, tritt uns in den alten Pfarreien Fulda, Eichenzell, Florenberg, Petersberg, Kämmerzell, Heimbach, Johannisberg und Gieſel entgegen(S. Landau, Territorien, S. 142).

18. Nachdem die förmliche Uebergabe des für die Gründung des Kloſters Fulda beſtimmten Platzes an den h. Sturmius, der den Winter von 743 auf 744 ohne Zweifel in Chrihlari zugebracht hatts, erfolgt war, begab ſich derſelbe wenige Tage nachher von dieſem Orte, wo ſich, wahrſcheinlich von Vonifacius geſendet, noch einige Gefährten zu ihm gefunden hatten, an den ihm übergebenen Ort und betrat denſelben am 12. Maͤrz 744. Die Ann. Fuld. Enhardi(Pertz I, 345) berichten zum In 744 nur kurz: His temporibus fundlari coeptum est Fuldense coenobium a sancto Bonifacio in solitudine Bochonia. Eigil gibt uns die genaue Zeitbeſtimmung mit den Worten:(Sturmi) commigravit ad locum ubi nune sanctum situm est monasterium, et anno incarnationis Christi septingentesimo quadragesimo quarto, regnantibus in hoer gente Francorum