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pag. 284, sq Mabillon Acta S§. S. Ord. S. Bened. saec. III, T. II, p. 266, sq. und Schannat Cod Prob. Hist. Fuld., pag. 67, sd. folgten. Auszüge aus Eigil's Schrift haben nach den frühern Ausgaben geliefert du Chesne Hist. Franc. Script. III, 379 und Bouquet Recueil des historiens des Gaules et de la France III, 674 u. V, 428 sq. Die neueſte Ausgabe iſt mit Benutzung des Heilbronner Codex, welcher übrigens keinen vollſtändigen, ſondern einen an vielen Stellen abgekürzten Text bietet, in den Monum. Germ. Hist. von Pertz veranſtaltet worden(vol. II, p. 365 sq.), welcher ſeine Vorrede zu derſelben mit den Worten beginnt:„Fuldensis monasterii initia stabiliendae in Germania ecclesiae tantum contulere, ut Sturmi abbatis vitam Monumentis Historicis inserere non dubitaverimus“ und durch die Aufnahme in das große Nationalwerk dem Werke Eigil's vor vielen andern biographiſchen Schriften des Mittelalters, von welchen man gleichwohl manche, wie z. B. die für die politiſche Geſchichte nicht unergiebige, für die Kunſtgeſchichte aber ungemein wichtige Vita Eigilis von Candidus ungern in der genannten Sammlung vermißt, einen wohlverdienten Vor⸗ zug eingeräumt hat. Indem ich mich im Folgenden der Aufgabe unterziehe, die in dem Werke Eigil's über die Gründung und Urgeſchichte des Kloſters Fulda enthaltenen Nachrichten durch Bemerkungen zu erläutern, welche vielleicht Freunden der vaterländiſchen Geſchichte auch im weiteren Kreiſe nicht ganz unerwünſcht ſein dürften, da das gedachte Werk in vielen hiſtoriſchen Schriften fortwährend benutzt wird und der Ausgabe der Monumenta, wie es der Plan dieſer Quellenſammlung mit ſich brachte, nur ſpaͤrliche und, wie ſich weiter unten zeigen wird, nicht überall richtige Anmerkungen beigefügt ſind; erſcheint es mir zweckmäßig, den ganzen betreffenden Abſchnitt des Werkes in deutſcher Uebertragung vorauszuſchicken. Eine wörtliche Ueberſetzung zu liefern, konnte nicht in meiner Abſicht liegen, doch habe ich mich bei allen Stellen, welche bei den nach⸗ folgenden Bemerkungen in Betracht kommen, möglichſt treu der Urſchrift angeſchloſſen. Von dem Texte, wie er ſich in der Ausgabe von Pertz findet, war ich an einigen Stellen abzuweichen genöthigt, was ich in den Bemerkungen zu begründen nicht unterlaſſen habe. Vielleicht findet dieſe Schrift, welche ſich über mehrere Lebensmomente des berühmten„Apoſtels der Sachſen“ und Erbauers des Kloſters ſowie Begründers der Kloſterſchule Fulda verbreitet und neben der Speeialgeſchichte Fulda's auch mehrere für die Univerſalgeſchichte nicht unwichtige Punkte beſpricht, auch ſolche Leſer, welchen das Werk Eigil's nicht näher bekannt iſt, und dieſen wird es hoffentlich Freude machen, den frommen und liebenswürdigen Zögling des heiligen Sturmi in ſeiner einfachen und gemüthvollen Weiſe über die Entſtehung und alteſte Geſchichte des Kloſters Fulda berichten zu hören.
Als einſt der heilige und ehrwürdige Erzbiſchof Bonifacius in Noricum(Baiern) verweilte und hier die chriſtliche Kirche befeſtigte, die Irrlehrer mit Strenge bekämpfte und die Einwohner des Landes, welche zwar Chriſten waren, aber vielfach an heidniſchen Lehren und Gebräuchen hingen, für die wahre und unverfälſchte Lehre Chriſti wiedergewann, führten ihm die Edlen des Landes um die Wette ihre Söhne zu, damit er ſie für den Dienſt des Herrn erziehen möchte. Auch der junge Sturmi, der von vornehmen und chriſtlichen Eltern im Baierlande geboren und erzogen war, wurde hier auf Bitten der Eltern von Bonifacius angenommen.¹ Freudig folgte der Jüngling, während bei ſeinem Abſchiede ſeine ganze Verwandtſchaft in Trauer verſetzt war, dem heiligen Manne und gelangte mit ihm, nachdem ſie mehrere Provinzen Deutſchlands durchwandert hatten, nach dem von dem Heiligen geſtifteten Kloſter Frideslar(Fritzlar)* im Heſſenlande, wo dieſer dem Prieſter Wigbert den Unterricht und die Erziehung des Jünglinges übergab. Wigbert bemühte ſich, ſeinen hoffnungsvollen Zögling, durch deſſen Lernbegierde und vorzügliche Geiſtesgaben der Eifer des Lehrers bedeutend unterſtützt wurde, für den Dienſt des Herrn vorzubereiten und erklärte ihm die heilige Schrift alten und neuen Bundes, ſoweit es erforderlich war, namentlich die Pſalmen, welche ſich dem trefflichen Gedächtniſſe des Jünglinges ſchnell einprägten, und die Geheimniſſe der pier Evangelien. Der


