Aufsatz 
Der Bruderkrieg der Söhne Ludwig's des Frommen und der Vertrag zu Verdun / nach den Quellen dargestellt von Karl Schwartz
Entstehung
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gehörigen Flandern schied, umschloss den Gau von Cambray, den Hennegau, den Lomazgau und erreichte die Maas unterhalb des Durchbruches derselben durch die Ardennen; weiterhin umfasste sie das Gebiet an der Rrümmung jenes Flusses, in welchem die Stadt Sedan liegt,) wich von da aber west- lich von dem Lanfe der Maas ab ²) und schloss auf dem linken Ufer derselben die Gaue von Verdun und Bar(le Duc) sowie die südlicheren Gebiete auf beiden Ufern des Ornain und der Marne ein, ³) zog dann an dem Gau von Langres, der gröfstentheils zu Rarl's Reiche gehörte, hinab und erreichte die Saone unweit der heutigen Städte Vesoul und Port-sur. Saone in der Franche-Comté. Dann ſolgte die Gränzlinie dem Laufe der Saone, an dem Gaue der Hatoarier und dem Gane Amans hin, welche beide zu Rarl's Reiche gehörten,*) bis zur Einmündung des Doubs; wich aber hier östlich von dem erstgenannten Flusse ab und berührte die Ostgränze des auf beiden Utfern desselben lie- genden Gaues von Chalons, der noch zu Rarl's Reiche gehörte. Oberhalb Macon, welches mit dem gleichnamigen Gaue ebenfalls Karl'n zugewiesen wurde, erreichte die Gränzlinie wider die Saone, folgte aber diesem Flusse nur noch eine kurze Strecke oberhalb der genannten Stadt, umzog auf dem rechten Rhoneufer die Gaue von Lyon, Viviers und Usez und erreichte die Rhone erst wieder bei Arles, von wo sie diesem Flusse bis zu dessen Mündung folgte. Die östliche Gränzlinie des lotharischen Reiches gegen die Staaten Ludwig's des Deutschen nahm ihren Anfang bei der Weser- mündung, die sämmtlichen friesischen Gane von letzterer bis zur Scheldemündung umschliefsend, zog westlich um den Emsgau herum bis über die Mündung der Ems, wandte sich dann südlich und schied, etwas westlich von der Ems, die westlälischen, zu Ludwig's Reiche gehörigen, Gane von den friesischen, folgte dann dem Laufe des Rheins, indem sie jedoch einen nicht sehr breiten Strich des ostrheinischen ripuarischen Landes um die Mündungen der Lippe, Ruhr und Sieg, namentlich bei dem letzteren Flusse den Avelgau, als zu Lothar's Reiche gehörend, umschloss und erreichte den Rhein oberhalb Bonn; von hier an fiel sie bis zur Nahemündung bei Bingen mit dem Laufe des Rheines zusammen, lief dann westlich um die Gebiete von Mainz, Worms und Speier, welche zu Ludwig's Antheile gehörten, herum und erreichte oberhalb der letztgenannten Stadt wieder den Rhein, dem sie dann, die alemannischen Gaue entlang, bis oberhalb Basel folgte. Von da zog sich die Gränzlinie, zwischen Burgund und Allemannien, in fast südlicher Richtung zum St. Gotthard und zwar so, dass der Comitatus Pipincensis, sowie das Stift Solothurn und die Bisthümer Lausanne, Genf und Sitten zu Lothar's Reiche,) dagegen der Aargau, Zürichgan und Thurgau zu Ludwig's

1) Die Sfadt Mezidres(Maceriae) gehörte schon zu Karl's Reiche. Die Gegend um Sedan ist, wie ich schon oben bemerkt habe(S. 97 Anm. 2) der Gau Castritius.

2) Diese Gebiete meint Prud. Trec. wenn er in der von mir S. 97 Anm. 2 angeführten Hauptste]le sagt: et eos comitatus, qui Mosae citra contigui habentur. Luden S. 637 Anm. 42 hat auch diese Stelle wieder missver- standen, indem er meint, es sei hier das rechte Ufer der Maas zu verstehen. Wie kann Prudentius, der seine Annalen in Troyes schrieb, mit citra das rechte Maasufer bezeichnen? Einige Zeilen vorher sagt er ultra Rhenum und citra Rhenùm und versteht unter jenem das rechte, unter diesem das linke Rheinufer, mithin kann er doch an unserer Stelle nur das linke Maasufer bezeichnen wollen und nur diejenigen Gebiete meinen: welche an die Maas auf dem linken Ufer dieses Flusses anstofsen. 3

3) P. Virodunensis, P. Barrensis, Odornense(um den Ornain, einen Nebenfluss der Marne, an welchem Bar- le-Duc hegt) und Basiniacum(ein Theil des Gaues von Langres, jetzt le Bassigny, um die obere Marne, mit der Stadt Chaumont). 3

4) Diese beiden Gaue hatte Karl auch durch die Wormser Reichstheilung erhalten. S. Prud. Trec. a. 839 Pertz I, 435. 6 5) Der Comitatus Pipincensis, der wahrscheinlich seinen Namen von dem Bergschlosse Bipp(oder von Bümplitz,

einer königlichen Villa westlich von Bern, nach Stälin I, 257 Anm.) hatte, und zum Serage es Bisthums Lausanne