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Taly herannahte, an welchem lie Verhandlungen in Verdun ihren Anfang nehmen sollten, beschloss
er, für jetzt auf alle vreiteren Erfölge um so cher zu verzichfen, als er erwarten durfte, dass Pippin, sobald die beabsichtigte Ausgleichung mit Lothar vollständig gelungen wäre, von einem grofsen Tbeilè seiner Anhäuger, welche noch immer auf nene Verwickelungen zwischen den Brüdern hoff ten, verlassen werden nnd dann einem neuen Angriſfe erliegen würde. Zu Anfäng Juli war Rarl bereits in Attigny!²) und von hier begab er sich, wahrseheinlich noch im Laufe desselben Monates, nach Verdun, wo er von seinen Brüdern, die daselbst bereits angekomumen waren, erwartet wurde. ¹)
Am zwanzigsten Tage nach dem Johannisfeste, also am vierzehnten Juli 345, wurde, der Ue- bereinkunft gemäſs, die bedeutungsvolle Versammlang zu Verdun eröffnet. Es ist bereits früher bewerkt worden, dass sich bei den Schriftstellern jener Zeit leider über den Gang der Verhandlun-
gen auch nicht eine cinzige Nachricht erhalten hat. Da die uaifangreichen und schwierigen Vorar-
beiten vor dem Beginne der Versammlung beendigt sein mussten, so durfte anan erwarten, dass die Reichstheilung selbst sehr schnell zum Ziele geführt werden wärde. Gleichwol verzögerte sich die Uebereinkunft bis in die erste Hlälfte des August; es scheint anch hier zwischen den Bevollmächtigten, welche die Rechite ihrer Könige gegen einander geltend machten und deren Interessen verfochten, zu leftigen Auftritten gekommen zu sein und wenig gefehlt zu haben, dass man sich auch jetzt wieder getrennt hätte, ohne eine Vereinigung bewirken zu können.*) IiHa 1
Da der Abfall der Bretaßne und neue Ranbzüge der Normannen nicht wenig dazn beitrugen, die Verhandlungen in Verdun zum Abschlusse zu führen, so möge es pestattet sein, auch diese Er- eignisse kürz zu berühren..
Lambert, der Markgraf der Bretagne, welcher in Nantes seinen Sitz hafte, war stets ein eif. riger Anhänger Lothar's gewesen.“) Als Rarl zur Ausübung seiner Regierungsgewalt in jenen Getenden gelangte, hatte er jenen Mann, von welchem er treue Gesinnungen nie erwarten durfte, sciner Würde entsetzt und dieselbe dem Grafen Rainald, einem gebornen Aquitanier, übertragen. Lambert verbark seinen Zorn; als aber Rarl auf dem Feldzuge gegen Pippin begriffen war, glaubte er den günstigen Zeitpunct benutzen zu müssen, um sich an Rarl und dem, welcher ihn verdrängt hatte, zu rächen; vielleicht war es auch seine Absicht, qurch eine gegen Rarl und dessen Anhänger geriehtete Unternehmung sich bei Lothar beliebt zu machen. Er verband sich daher mit dem Brit- tonenherzoge Nomenog, der entweder jetzt erst von Lambert bewogen wurde, sich gegen Rarl auf- zulehnen oder schon früher von demselben ahgefallen war. Deide zogen gegen den Grafen Rainald zu Felde und am 25. Juni 345 erfolgte bei Messac nuweit Rennes ein blutiges Treffen, in welehem Rainald fiel und ein grofser Theil seines IHeeres den Geßuern in die Hände fiel.*)
Stadt belagert, wird zwar nicht gesagt, kann aber wol nicht bezweifelt werden, da er auch 844 eine, wiewol vergebliche, Belagerung der Stadt, welche es mit Pippin hielt, unternahm.§. Prud. Trec. a. 844 Pertz I, 440. Diese zweite Belagerung wäre also als eine Fortsetzung des früher aufgegebenen Unternehmens zu betrachten. 1) Dies ergibt sich aus einer am 5. Juli im Palaste zu Attigny von ihm der Kirche zu Autun ausgestellten Urkunde, b. Mabillon Ann. ord. St. Bened. II, 639 n. 67. 2) Prud. Trec. a. 843 Pertz I, 440: Carolus ad condictum fratribus obvians penes Virodunum coniungitur. 3) Ann. Xant. a. 843 Pertz II, 227: Prefati tres reges miserunt legatos suos proceres, unusquisque ex partę sua, ut iterum per descriptas mansas aeque tripertirent regnum Francorum. Cumque et inter illos dissensio facta est, venerunt ipsi reges in unum locum et dissonantiam illorum coadunaverunt et sepurati sunt a se. 4) Ann. Xant. a. 834 Pertz II, 226.— Nith. I, 5 Pertz II, 653. 5) Prud. Trec. a. 843 Pertz 1, 439. Chron. Aquit. a. 843 Pertz II, 253.


