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nach mehr durch Rücksichten der Politik als durch Zuneigung des IIerzens bei der Wahl seiner Verlobten geleitet worden zu sein.¹) Am vierzehnten December wurde die Vermälung vollzogen, worauf sich das junge Paar nach St. Quentin begab, um hier die heiligen Tage des Weihnachts- festes feierlich zu begehen. ²) Allein schon im Anfange des Jahres 343 musste sich Rarl zu einem neuen Feldzuge nach Aquitanien entschliefsen und nachdem er einen Theil seiner Getreuen zur Be- schützung des Landes zwischen Maas und Seine in Valenciennes zurüchgelassen hatte¹), brach er, von seiner Gemalin begleitet, bei der heftigsten Rälte, nach Tours 4) auf und wendete sich von hier aus wieder dem Lande zu, welches für ihn seither so reich an Mühen, so arm an Lorbern gewesen war, um, wenn es irgend möglich, jetzt endlich Pippin und die Reste seiner Partei zu bezwingen.)
Hlier legt Nithard, der Geschichtschreiber, dem wir bei der Darstellung dieser Begebenheiten vorzugsweise gefolgt sind, den Griffel aus den Händen. Im März 343 vollendete er sein Geschichts- werk) und scheint sich damals, vielleicht aus Ueberdrnss an den Staatsgeschäften, ganz aus dem öſfentlichen Leben zurückgezogen zu haben. Nach dem Zeugnisse eines Schriftstellers aus dem zwölf- ten Jahrhundert stand er kurze Zeit dem Rloster St. Riquier, um welches sich schon sein Vater so groſse Verdienste erworben hatte, als Abt vor und fand in demselben auch seine Ruhestätte.*) Doch sind die Nachrichten über sein ferneres Leben widersprechend und auch sein Todesjahlr lässt sich
nicht mit Bestimmtheit ermitteln. ³)“ 1 1a 3134
Dass uns Nithard die wichtigen Verhandlungen zu Verdan nicht beschrieben, dass er uns na- mentlieh die Schilderungen nicht mitgetheilt hat, welche die Bevollmächtigten, als Ergebnisse ihrer Forschungen und Beobachtungen, von allen Theilen des fränkischen Reiches entwarfen, kann von dem Freunde der Geschichte nicht geuug beklagt werden. Wir wärden ohne Zweifel, wenn Nit- hard sein Werk bis zum Abschlusse jenes Vertrages fortgeführt hätte, eine genauere Renntniss von dem Zustande der Länder und Völker erhalten haben, als wir dieselbe ans den därftigen Nachrich- ten der Annalisten gewinnen können. Es ist möglich, dass Nithard, als er die Ereignisse des trau- rigen Bruderkrieges bis zu jenem Zeitpuncte dargestellt hatte, seine Pflicht. gegen die Nachwelt
1) Nith. 1. c. Quo quidem modo effectum est ut in hac tempestate(Adelardus) populum qua vellet facile devertere posset: et hac de re Karolus praefatas nuptias maxime iniit, quia cum eo maximam partem plebis sibi vindicare posse putavit. 1l. 4—
2) Nith. I. c.— Prud. Trec. 1. c. Carolus Carisiacum palatium veniens, Ermendrud, neptem Adalardi comitis, uxorem ducit, atque Augustam Viromandorum, ad memoriam videlicet beati Quintini martyris nativitatis Domini et apparitionis festum celebraturus, proficiscitur. 1 3
3) Nith. l. c. Valentinianas(soll wol heifsen Valentianas?) quoque, qui de fidelibus suis inter Mosam Sequa- nemque causa custodiae remanere deberent, ordinavit. 8„
4) Dass er seinen Weg über diese Stadt nahm, beweist eine von ihm daselbst am 24. Februar 843 ausge- stellte Drkunde, hei Mabillon Ann. Ord. St. Bened. tom. II p. 639 n. 65. 14 T, Ne. I. 1 direxs! Nith. I. c. idem vero partibus Aquitaniae una cum coniuge anno 843 incarnationis Domini in hieme iter
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6) Nüh. Iv, 7 pertz II, 672. 4*
7) Hariulfus, der Verf. des Chronicon Centulense, in L. d'Achery's Spicilegium. S. Pertz in der Vorrede zu Nithard's Hist. Hier sind auch die besten biographischen und literarischen Nachweisungen über Nithard gegeben. Unter 4en AMeren Schriften handelt über ihn am ausführlichsten das Syntagnia des Petavius bei Du Chesue Script. Franc. II, 351. 7.
8) Die Nachricht dass er sich in das Kloster zu Prüm begeben, gibt Lupi abb. Ferr. epist. 55 bei Du Chesne Script. Fr. II, 726. Die Meinung, dass sein Tod durch eine Kopfwunde, die er bei einem Einfalle der Normannen erhalten, herbeigeführt worden sei, scheint aus der Erzählung des genannten Hariulf hervorgegangen zu sein, dass der Abt Gervinus von St. Riquier im 11. Jahrh. den Körper Nithard's wieder aufgefunden und man die Kopfwunde noch bemerkt habe, die derselbe in einer Schlacht erhalten und in deren Folge er gestorben sei.


