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Namens aus dem Felde zu schlagen, hatte eine entschiedene Ahneigung gegen jeden Rrieg mit sei- nen Verwandten und auch abgesellen von diesem Beweggrunde, der seinem Herzen zur Ehre ge- veicht, vieth ihm die Rlugheit, in dem gegenwärtigen Angenblicke, wo er seine Macht bei den deutschen Völkern noch nicht hinreichend befestigt sah, nicht auf einer Schlacht zu bestehen, deren unglücklicher Ausgang seine Hoffnungen und, Entwürfe vielleicht auf immer verniehten konnte. Daher ging er willig anf Lothar's Vorschlag éin, welcher dahin lautete, dass beide Brüder sich für jetzt trennen, am elften November aber, am Tage des heiligen Martin, an demselben Orte wieder zusammenkommen und wenn es ihnen auch dann nicht möglich wäre, sich über ihre beiderseitigen Ansprüche zu vereinigen, mit der Schärfe des Schwertes ihre Sache zur Entscheidung bringen sollten.¹)
IHlieranf drang Lothar, im Widerspruch mit seinen früheren Verheiſsungen, in die west- fränkischen Länder ein und gab dadurch seine wahren Absichten nur zu deutlich zu erkennen. Rarl befand sich damals zu Bourges und erwartete hier seinen Neffen Pippin, der ihm durch einige sei- ner Anhänger die eidliche Versicherung ertheilt hatte, dass er in der genannten Stadt zu einer Zusammenkunft sich einfinden werde, und hier mit Rarl über seine Angelegenheiten zu unterhan- deln. ²) Ob er sein Wort gehalten, wird zwar nicht gesagt; doch kaun man wohl mit Bestimmt- heit annehmen, dass er, ohne Zweifel durch Lothar's Unternehmungen, von welcken er sieh auekh' für seine Sache einen günstigen Erfolg versprach, bewogen, sich in Dourges nicht einfand. Ohgleieh nun Rarl über Lothar's Absichten nicht im Zweifel sein konnte, so wollte er doch einen Versuch machen, durch gütliche Vorstellungen seinen Druder zu friedlichen Gesinnungen zurückzuhringen und zur Anerkennung seiner Rechte zu bestimmen. In dieser Absicht sendete er zwei seiner Ver- trauten, die Grafen Nithard und Adelgaur, an Lothar ab. Der erstgenaunte dieser Männer war ein naher Verwandter der königlichen Familie und von mütterlicher Seite ein Enkel Karl's des Groſsen, da sein Vater, der berühmte Angilbert, ein durch Geist, Gelehrsamkeit und Charakter gleich aus- gezeichneter Mann, der sich auch durch sein Carmen de Carolo Magno um die Nachwelt nicht ge⸗ ringe Verdienste erworben hat, mit Bertha, der Tochter des grofsen RKaisers, vermählt gewesen war. ¹³) Nithard war seines trefflichen Vaters in jeder Beziehung würdig und wie dieser stets das volle Vertrauen des grofsen Karl besessen hatte, so stand Nithard unter jedem Wechsel der Ver- hältnisse seinem Rönige als trener Rathgeber zur Seite und vertheidigte dessen Sache unverdrossen und muthig mit der ganzen RKraft seiner Rede und seines Armes. Zu dem Ruhme eines gewandten Staatsmannes und tapferen Rriegers fügte der wackere Mann noch den eines besonnenen, sorgfälti- gen Geschichtschreibers und mitten unter den Stürmen des Dürgerkrieges beschrieb er die Ereig- nisse, an welchen er selbst so ehrenvoll theilnahm, mit verständigem Urtheil, einfacher Klarheit und kräftiger, würdiger Gesinnung. Bei allen Fehlern der Form, die aber vielleicht mehr auf Bechnung der Abschreiber als des Verfassers zu sctzen sind, darf sein Geschichtswerk auf eine bedentende Stelle
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1) Diese Zusammenkunft kam nicht zu Stande und es war von ihr in der Polge nicht weiter die Rede.
2) Nith. II, 2 Pertz II, 656. Ruod. Fuld. Ann. a 840 Pertz I, 352. Ann. Xant, a 840 Pertz II, 227. Prud. Trec. a 840 Pertz I, 437 äufsert sich sehr energisch über Lothar's Verfahren: Lotharius... iura naturae trans- gressus, imperatorio elatus nomine, in utrumque fratrem, Hludowicum videlicet et GCarolum hostiliter armatur et nunc hunc nunc illum proelio impetit, sed utrumque minus prospere. Secundum suam dumtaxat insolentiam patrato negotio, quibusdam gonditionibus usque ad tempus ab utroque discessit; nec tamen contra eos, sen clam: seu manifeste, pravitatem suae cupiditatis atque crudelitatis destitit machinari.—
3) Nith. IV, 5 Pertz II, 671.
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