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dann weiter an der böhmischen Grenze hin und gelangte glücklich nach Regensburg. ¹) Ludwig der Fromme begab sich, nachdem er die Verfolgung seines Sohnes aufgegeben hatte, nach dem Schlosse Salz an der fränkischen Saale, wo er das Fest der Ilimmelfahrt Christi feierte. ²2) Allein hier verschlimmerte sich sein Gesundheitszustand, welcher sowol durch die Beschwerden des aqni- tanischen Feldzuges, als durch die letzten traurigen Erfabrungen sehr erschüttert worden War, auf eine bedenkliche Weise. Der Raiser liefs sich zu Schiffe den Main hinab nach Fraulfurt bringen.) Seine Absicht war, am ersten Juli noch einen Reichstag zu Worms zu halten, um auf demselben über die Mafsregeln zu berathen, welche gegen Ludwig ergriffen werden sollten.“) Dahin hatte er auch seinen Sohn Lothar aus Italien beschieden und es ist sehr wahrscheinlich, dass er die Ab- sicht hatte, der bereits angeordneten Reichstheilung noch eine letzte feierliche Bestätigung zu geben. Inzwischen nahm der Raiser, nachdem er in Fraukfurt nur Wwenige Tage verweilt, seinen Aufent- halt auf einer freundlichen Rheinan, der Pfalz Ingelheim gegenüher, No er sich von seinen Rörper-
leiden so weit wieder zu erholen gedachte, um den beubsiehtigten Reichstag zur festgesetzten Zelt
eröffnen zu können. Allein die Vorsehung hatte es anders peschlossen. Schon nach wenigen Wo- chen schied der fromme Raiser Ludwig, von Siechthum und Rummer erschöpft, aus dem irdischen Leben, am 20. Juni 340.)———
1) Bei diesem Rückzuge Ludwig's des Deutschen hat Luden Gesch. des teuttschen Volkes Bd. V Anm. 33 §. 624 eine, wie mir scheint, sehr übertriebene Zwerfelsucht bewiesen. Die Richtigkeit zweier ausdrücklichen Zeugnisse, der Vita Hludowici: Redempto enim itinere, per Sclavorum terram in propria rediit und Nithard's; per Sclavos itinere redempto scheint ihm aus dem Grunde verdächtig, weil die Slawen es Ludwig schwerlich ge- stattet haben würden, seinen Weg durch ihr Land zu nehmen. Luden vermuthet daher ein Missverständniss und glaubt seine Vermuthung durch die Angabe des Prud. Trec. unterstützen zu können:(Imperator) Germaniam transposito Rheno ingreditur, fugatoque filio et paganorum exterarumque gentium adminicula etiam sui praesen- tia, complurihus datis muneribus, expetente, eum ulterius persequi destitit. Diese letzte Angabe hält Luden für die richtige und meint, der Kaiser habe darum von der Verfolgung seines Sohnes abgelassen, weil er sich ge- fürchtet habe, die Slawen, deren Beistand dieser durch Heshonßen erkauft, in's Land zu ziehen. Nun aber wer- den jene beiden Zeugnisse auch noch durch ein anderes unterstützt, welches von Luden übersehen worden ist. Rudolf von PFulda(Pertz II, 362), dessen Autorität für die deutsche Geschichte doch wol der des Prudentius vor. zuziehen ist, sagt: Imperator collecto exercitu filium per Thuringiam usque ad terminos barbarorum persequitur exclusumque a finibus regni per Sclavorum terram cum magno labore in Baioariam redire compellit. Wir haben also hier die ausdrücklichen Zeugnisse dreier unverdächtiger Schriftsteller vor uns, welche Luden nur dann mit Grund anfechten könnte, wenn sie eine Unmöglichkeit, oder eine Unwahrscheinlichkeit enthielten. Was ist aber daran auch nur unwahrscheinlich, dafs Ludwig, dem der Rückzug abgesthnitten, war, sich durch die Slawengebiete in sein Königreich den Weg bahnte, besonders wenn er nicht mitten durch dieselben, sondern an dem limes Sorabicus. hinzog? Wo er Widerstand fand, da mag er denselben durch Geschenke üperwunden haben, um nur ohne Zeit- verlust in sein Reich zu gelangen. Ein schwieriges Unternehmen mag es gewesen sein und das sagt ja auch Rudolf von Fulda(cum magno labore), aber unmöglich war es gewiss niaht Ueberdies steht die Angabe des Prudentius nicht einmal in Widerspruch mit den drei genannten Stellen, welche neben derselben recht gut be- stehen können und Niemand wird es billigen, dass jene von Luden benutzt worden ist, um diese zu verdächtigen.
2) Am 15. Mai war er in Fulda, da die Urkunde bei Brower. antiq. Puld. lib. III p. 220: Praeceptum pro Hrabano abbate Fuldensi super praedio Uresprungen, welche an dem genannten Tage ohne Jahresangabe in Fulda ausgestellt worden ist, wol ohne Zweifel dem Jahre 8§40 angehört. 2 7*
3) Reginonis Chron. ad a 840 Pertz I, 568... 3
4) Nith. I, 8 Pertz II, 655: Kal Julii ad Vangionem urpem conventum indixit, ad quod Lotharium filium suum ab Italia venire praecepit, cum æo ceterisque sibi credulis de Lodhuwico deliberaturus. 2.
5) Die ausführlichsten Nachrichten über Ludwig's letzte Lebenstage enthält die Vita Hlud. Imp. cap. 63 u. 64. Wenn Luden V S. 398 und 399 sagt:„Aber dieser Tag, zu welchem anch Lothar aus Italien herbeigerufen werden sollte, wurde nicht gehalten. Während der Reise des Kaisers trat eine grofse Sonnenfinsterniss ein, wel- che, bei seinem schlechten Gesundheitszustande, stark auf ihn gewirkt zu haben scheint. Er wurde so krank, dass er die Fahrt über den Rhein nicht auszuhalten vermochte, oder nicht auszuhalten wagte. Er gab den Befehl, an einer Insel, der Pfalz Ingulheim gegenüber, zu landen,“ so ist diese Darstellung nicht frei von Uurichtigkeiten. Jene Sonnénfinsterniss trat nicht auf der Reise des Kaisers ein, sondern wäührend seines Aufenthaltes auf der Salzburg, mag nun die Angabe des Rudolf von Pulda, der sie 4 Id. Mai,(12 Mai) oder des Pridentius, der sie 3
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