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Alles aufbot, um auch für diesen ihren Liebling ein Reich zu gewinuen. Wirklich gelang es ihr, eine Abänderung der frülieren Reichstheilung herbeizuführen, welche natürlich das Interesse ihrer Stiefsöhne vielfach verletzen und diese in ein feindseliges Verhältniss zu ihrem Vater bringen musste. Auf dem Reiechstage zu Worms im Jahre 329 ertheilte Ludwig seinem jüngsten Sohne Rarl, an welchen der Vater auf Kosten der übrigen Söhme seine Zärtlichkeit verschwendete, ein Rönigreich, welches Rhätien, Alemannien und einen Theil des alten Königreiches Burgund um:- fasste¹) und ernannte zum. Erzieher und Beschützer des damals sechsjährigen Rnaben keinen Andera als— den allgemein verhassten Herzog Bernhard von Septimanien. ²) Diese Mafsregel warf zuerst in das fräukische Reich die Fackel der Empörung; Lothar und Pippin, die beiden ältesten Söhne, schlossen ein geheimes Bündniss gegen den Vater, und die zallreichen Feinde des Raisers warteten nur auf eine Gelegenheit, sich in offenem Widerstande gegen denselben zu erheben. ³) Mit dem Jahre 330, in welehem endlich der längst vorbereitete Sturm losbrach, begann für Ludwig den Frommen eine lange Reihe von Widerwärtigkeiten und Demüthigungen, welehe sein haiserliches Anschen nach und nach völlig untergruben, in seiner Familie wie unter den Vasallen des Reiches die verderblichsten Leidenschaften nährten und alle Verhältnisse des Staates lockerten und verwirr- ten.“) Der unglückliehe Raiser gerieth in die Gefangenschaft seiner! Söhnez der herzlose Lothar raubte ihm mit frechem Uebermuthe die Rkrone; aber weder die Erfahrungen, welche er auf dem Lügenfelde, noch die, welche er in der Medarduskirche zu Soissons machen musste, schienen auf den Raiser einen hleibenden Eindruek gemacht zu haben. Als er sich im Jahre 334 wieder im Besitz der verlorenen Rrone sah, schien die ganze Vergangenheit seinem Gedäclitnisse entschwun- den zu sein, die erlittenen Drangsale hatten ihn nieht gewarnt und belehrt, und seine späteren Maſs- regeln zengten von gleicher Unbesonnenheit wie die früheren. 15 1ua 1 921 In der langen Rette der pölitischen Missgriffe Ludwig's des Frommen bildete gleichsam das letzte Glied die Reichstheilung zu Worms im Jahre 339, welche wir darum elvas ausführlicher besprechen wollen, weil sie in der nächsteu Bezichung zu dem Bruderkriege zwischen den Söhnen des Raisers steht. 41 b 5d. lasa⁴ u9 5.44.)31 Als im Anfange des Jahres 338 der Rönig Pippin von Aquitanicn, Ludwig's des Frommen zweiter Sohn, gestorben war,*) bemühte sich die ränkevolle Raiserin Judith, ³) das Reich ihres Soh- nes Rarl, auf Rosten Rönig Ludwig's von Baiern und der Nachkominen des Verstorbenen, durch eine neue Reichstheilung zu vergröſsern. Diese erfolgte denn auch Wirklich auf dem genannten Reichstage zu Worms im Juni 359 und zwar in folgender Weise: Ludwig, der jüngste von des Raisers Söhnen erster Ehe, sollte auf das Rönigreich Baiern beschränkt bleiben;*) Lothar dagegen 1) Thegan, cap. 35 Pertz II, 597.. 2) Nithardi Hist. lib. I cap. 3 Pertz II, 653. Vita Hlud. cap. 43 Pertz II, 632. Einh. Ann. a. 829 Perta I, 218. Enhard. Fuld. Ann a. 829 und 830 Pertz I, 360. 3) Vita Hlud. cap. 44 Pertz II, 632. G 1 4) 1s Pud. cap. 48 Pertz II, 635 und 636. Theg. cap. 41 sd. Pertz II, 598 sq. Ann. Bertin. a. 830 sc. . Tert⸗ 5 V⸗ Lina cap. 59 Pertz II, 644. Nach Prud. Trec. a. 838 Pertz I, 432 starb Pippin Id. Decembr. 838. 6) Vita Hlud. 1. c.—— 1 7) Dieses war ihm, wie oben erwähnt, schon auf dem Reichstage zu Aachen 817 angewiesen worden; dann hatte Kaiser Ludwig auf dem Reichstage zu Worms 836 sowie auf dem zu Aachen 837 die Besitzungen seines
Sohnes ansehnlich vermehrt, bis er auf dem Reichstage zu Nimwegen 838 ihn wieder auf Baiern beschränkte. Ruod. Fuld. Ann. a, 838 Pertz I, 361. Prud. Trec. Ann. a. 838 Pertz I, 432: Ludovicus... quidquid ultra ci-


