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wurde er seiner Freiheit beranbt und der Reichstag zu Aachen(318) verurtheilte ihn zum Tode. Das Tödesurtheil wurde nicht vollzogen; allein der Ungläckliche erlitt die aus dem griechischen Reiche zu den Franken berübergekommene grässliche Strafe der Blendung, deren Vollziehung Rarl der Groſse in seinem Testamente seinen Söhnen ausdrücklich untersagt hatte, und starb wenige . Tage nachher in Folge dieser grausamen Behandlung. ¹) Sehon bei seinem Regierungsantritte hatte Ludwig durch die Härte, mit welcher er gegen seine Schwestern verfuhr, Missvergnügen erregt, wie denn auch sein späteres Verfahren gegen seine Stiefbrüder Drogo, Theoderich und Hugo keine Billigung finden konnte; ²) das traurige Schicksal seines Nellen schadete dem Raiser noch mehr in der Achtung seiner Zeitgenossen und vermehrte die Zahl seiner Feinde; ja, was unter den Folgen dieses unglückseligen Ereignisses nocli die schlimmste war, es trübte die Seelenruhe Ludwig's und erzengte bei ihm eine Verstimmung des Gemüthes, von weleher er sich bis an sein Lebensende nie Wieden ganz befreien konnte. 11971 Hapntieh An n 5Hecfoe:
r Bald nachher öffnete sich eine reiche Quelle grofser Verwirrungen im Reiehe und arger Zer- würknisse in der haiserlichen Familie, als Ludwig nach dem Tode seiner Gemalin Irmingarde(5. Oet. 918) schon im Frühling des folgenden Jalires mit Judith, der durch Geistesbildung und Schön- heit gleich ausgezeichneten Tochter des bairischen Grafen Welkf, ein neues Ehebündniss schloss. ⁵) Die junge Raiserin zeigte bald einen ungezügelten Ehrgeiz und trachtete, ihren Eiufluss in allen offentlichen! Angelegenheiten geltend zu machen; der Wille ihres schwachen Gemals, über Welchen sie eine unumschränkte Herrschaft übte, verstummte bald neben dem ihrigen, während sie einem Manne, der durch seinen Uebermuth schon damals die allgemeine Erbitterung gegen sich erregt hatte, dem Ierzoge Dernhard von Septimanien, ihr Vertrauen in einem solchen Grade zuwendete, dass die gehässigsten Vermuthungen über sein Verlältniss zur Kaiserin geüufsert und später in dieser Beziehung die entehrendsten Beschuldigungen laut erhoben wurden. ¹) Das steigende An- sehen dieses Mannes, der sich in kurzer Zeit an Ludwig's Hofe zur ersten Stelle emporschwang er wird uns später in der Geschichte des Bruderkrieges in einer keineswegs chrenvollen Rolle wie- der begeßnen— erbitterte alle diejenigen Mämner, deren Verdiensten unter der vorigen Regierung Anerkennung zu Theil geworden war, und es bildete sich eine mit Ludwig's Regierung unzufrie- dene, sehr mächtige Gegenpartei, an deren Spitze der änfserst gewandte und unternehmende Abt Wala stand, einer der ausgezeichnetsten Männer seiner Zeit,?*) der das Vertrauen des groſsen Rarl in hohem Grade besessen, ⁶) von Ludwvig dem Prommen uher tust nur Rränkungen und LasdehSan-
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muuhon erfalren hatte. Die unglückseligen inneren Stürme und Familienzwiste bepönnen aber erst, als dem Raiser
im Sommer 323 aus seiner zweiten Ehe ein Sohn Bearon wurde und die Raiserin Judith nun 1Ia⸗
1) Einh. Ann. a. 818 Perte I, 205. Enkardi Fuld. Am. a. 818 Pert⸗ I, 356. Thegan. cap. 23 Pertz u, 596. Vita Hlud. cap. 30 Pertz II, 623.
2) Chron. Moiss. a. 817 Pertz 1, 318; nach Nith. I, 3 Pertz II, 651 war Ludwigs Verfahren gegen seine Stief- brüder eine Folge des Misstrauens, welches ihm durch Bernhard's Empörung gegen alle seine Verwandte ein- geflölst worden war.
3) Ann. Mett. bei Pertz I, 336. Enhard. Fuld. Ann, a. 819 Pertz I, 357. Einhard. Ann. a. 819 Pertz I, 205. Vita Hlud. cap. 32 Pertz II, 621.
4) Thegan. cap. 36 und 38 Pertz II, 597 und 598. Radbert. Vita. Walae lib. II, cap. 8 sq. Perti II 554 14. Odo Aribert. ap. Baluz. in notis ad Agobardi lib. apologet. p. 129.
5) Vita Adalhardi cap, 32, Pertz II, 527.— 6) Vita Hilka, cap. 21, Pertz II, 218.


