Aufsatz 
Die mitteleuropäischen Libellen : 1. Teil
Entstehung
Einzelbild herunterladen

74

Mittelschulen unterrichtenden Lehrer statt. Herr Universitäts-Professor Dr. Otto Cuntz setzte in sechs zweistündigen Vorträgen die im Vorjahre über die Topographie des alten Roms begonnenen Erörterungen fort; an diese Vorlesung sollte sich die des Herrn Universitäts-Professors Dr. Wilhelm Gurlitt schließen, der auch bereits über das Heraion in Argos zu lesen begonnen hatte. Da griff der Tod ein. Am 13. Februar 1905 unterlag Herr Professor Gurlitt einem Lungenõdem. Seit Einrichtung dieser Sonderkurse hatte er in ihnen Vorlesungen über Gegenstände seiner Wissenschaft ge- gehalten. Alle diejenigen, welche die Vorträge gehört haben, werden dem für die Kunst begeisterten, tatkräftigen, gütigen und liebenswürdigen Manne eine freundliche Erinnerung dauernd bewahren.

Professor Pazdirek besuchte mit Bewilligung des k. k. steiermärkischen Landesschulrates und mit dessen Unterstützung eine vom 25. November bis 8. Dezember dauernde Ausstellung von Schülerarbeiten und Lehrerarbeiten, die in dem Ferialfachkurse zu Salzburg angefertigt worden waren und nun in den Räumen des österreichischen Museums für Kunst und Industrie zu Wien besichtigt werden konnten. Die Ausstellung war bestimmt, das Wesen der neuen Methode im Zeichenunterrichte zur Anschauung zu bringen und einen UÜberblick über die erreichten Ergebnisse zu gewähren.

1905.

In den Tagen vom 2. bis 5. Februar wurden die Privatistenprüfungen abgehalten.

Am 11. Februar wurde das erste Semester mit der Verteilung der Zeugnisse geschlossen.

Am 26. Februar führten Schüler des Gymnasiums unter Leitung des Herrn Gesangslehrers Rudolf Auinger in dem Musikvereinssaal(Griesgasse Nr. 29), den der Ausschuß des steiermärkischen Musikvereines in zuvor- kommender Weise zur Verfügung gestellt hatte, eine Reihe von Musik- werken auf. Die Vortragsordnung war diese: E. Grieg, Peer Gynt-Suite, I. Satz, Orchester; F. Abt,Auf den Bergen, dreistimmiger Knabenchor; W. A. Mozart, Streichquintett, C-moll; I. Satz(Allegro); G. Tartini, Teufels- sonate für Violine mit Begleitung; J. Gauby,Im Frühling, Männerchor mit Begleitung; P. Tschaikowsky, op. 11: Streichquartett, D-dur; II. Satz (Andante cantabile); K. Schenkl, Klaviertrio, E-dur; II. Satz(Ruhig und getragen), Manuskript; E. Höller,Wanderlust, gemischter Chor mit Be- gleitung; W. V. Wallace, Ouverture zur OperMaritana für großes Orchester. Der Aufführung, der Herr Landesschulinspektor Leopold Lampel und Herr Universitätsprofessor Dr. Eduard Martinak beiwohnten, ward von den zahlreichen Anwesenden freundlicher Beifall zu teil.

Herr Fachinspektor Schulrat Hermann Lukas unterzog den Zeichen- unterricht einer Inspektion, die am 12. April mit einer Konferenz ab- geschlossen wurde.

Die weihevolle Erinnerung an den Tag, an dem vor hundert Jahren Schillers Heldenleben erlosch, suchte auch unsere Anstalt würdig zu be- gehen. Der Erlaß des k. k. Ministeriums für Kultus und Unterricht vom 6. Februar 1905, Z. 45.404 ex 1904, hatte gestattet, daßan allen dem Mini- sterium für Kultus und Unterricht unterstehenden öffentlichen und privaten Schulen und Erziehungsanstalten, welche den 9. Mai I. J. als den 100. Todes- tag Schillers in besonderer Weise zu feiern gedenken, dieser Tag unterrichts-