Aufsatz 
Philologisch-kritische Untersuchung über die Redensarten: nescio an ullus und nescio an nullus
Entstehung
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Valer. Max. I, 1.: In his, quae ad custodiam reli- gionis attinent, nescio an omnes M. Atftilius Re- gulus praecesserit.

Dieſe Stellen ſprechen unleugbar für meine Behaup⸗ tung, und es iſt daher unrichtig, wenn einige Gramma⸗ tiker ſagen, daß die Redensart nescio an überall für fortasse ſtehe. Wenn man dies annähme, welch ein verkehrter Sinn würde in den oben für den erſten Fall angegebenen Stellen herauskommen! Offenbar heißt an nach nescio bald ob, bald ob nicht, oder nescio an ſteht ſowohl für fortasse non, als für fortasse.

§. 3.

Um erklären zu können, woher dies komme, muß man zuvorderſt den Urſprung des Wortes an, und den davon herrührenden Gebrauch deſſelben unterſuchen. An ſcheint nämlich aus autne entſtanden, und urſprünglich nur beyeiner völlig ausgeſprochenen Doppelfrage gebräuch⸗ lich gewefen zu ſeyn. Das angehängte ne iſt das den Lateinern gewöhnliche Fragzeichen, das vorgeſetzte aut die conjunctio disjunctiva, welche das Verhältniß der Fragglieder zu einander(nämlich die Alternative) an⸗ zeigt*). Es giebt nun

*) Man ſieht dieſen Urſprung des an am deutlichſten aus Stel⸗ len, worin zur Bezeichnung der Alternative entweder a) an an für aut aut im ungewiſſen Falle geſetzt wird, z. B. Cic. Brut. 23.: quam oratio-

nem in Origines suas retulit, Paucis antequam mortuus