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Da aber bey Cicero und andern guten Schriftſtellern öfters nescio an ullus vorkommt, wo nach der Behaup⸗ tung jener Philologen nescio an nullus ſtehen müßte, ſo haben ſich dieſe erlaubt, in allen dergleichen Stellen für ullus, wenn es auch lectio vulgata iſt, nullus, und zu quicquam noch nihil zu ſetzen. Vergl. Bremi in den Anm. zum Cornel, Timoleon 1.
Allein obige Behauptung iſt für mich eben ſo wenig überzeugend, als der dabey angeführte Grund, daß bey Cicero im genannten Falle nemo nach nescio an ſtehe. Denn 1) kommen bey Cicero und andern guten Schrift⸗ ſtellern viele Stellen vor, wo in gleicher Bedeutung nach dieſer Redensart ullus, quicquam etc. die gewöhnliche Lesart iſt, die Erneſti und andere ohne Bedenken ver⸗ ändert haben. Ich führe hier nur an: Cic. ad Div. IX, 9:——— quod nescio an ullM unquam nostro ae- ciderit imperatori.— Id. ad Att. IV, 3: Quinti fra- tris domus primo fracta conjectu lapidum ex area no- stra, deinde inflammata jussu Clodii, inspectante ur-
be, conjectis ignibus, magna quer ela et gemitu, non dicam bonorum, qui nescio ulli sint, sed plane hominum omnium. 2) müßt wi 8 n ſeyn, daß nescio an immer eine be aae e Bejahung ausdrücke, und daher überall f fortasse ſtehe; denn ehe dies erwieſen iſt, d darf man d h wohl nicht, ohne eine ſehr wiltkührliche Kritik zu verrathen, in den ange⸗ führten und andern ähnlichen Stellen die gewöhnliche Les⸗ art ullus blos aus dem Grunde verwerſen, weil nach nescio an an mehreren Orten nullus oder nemo vor⸗ kommt.


