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ihn dem teuern Verklärten wieder an den Finger zu stecken, bevor er in die Gruft eingeht— wir wollen uns alle XI Geschwister mit diesem Bundeszeichen dann begraben lassen, weil er ihn mitgenommen haben wird ins dunkle Haus.
Bitten Sie von mir meine liebe Schwester Auguste, einen Lorbeerkranz für ihn zu flechten und ihn ihm ebenfalls mitzugeben. Ich bitte sie, bei der heiligen Arbeit mein zu gedenken und für meinen Namen ein paar Blätter mit ein- zuweben. Ich habe geraten, man möchte ihn so transpor- tieren, dass man nicht wüsste, was der Wagen enthielt, um die Kosten zu vermeiden. Ich weiss, dass man deshalb Pr. Louis Ferdinand*) auf einem verdeckten Leiterwagen hierher brachte.
Nehmen Sie ja alles mit nach Homburg, was ihm gehörte, denn jedes Stück wird teuer uns allen sein in Hom- burg. Erinnern Sie Schw. Auguste daran, dass ich ihr schon einmal schrieb, dass, wenn Frieden sein wird, ich meine Eltern bitte, mir sein blaues portefeuille nebst dem, was es enthält, abzutreten, da er es mir bestimmte, als er nach Spanien wollte, im Fall, dass er bleiben sollte. Ich schicke dafür die Uhr und alles was ich habe, zurück, sobald es ruhig wird.
Legen Sie mich meinen geliebten Eltern zu Füssen, grüssen Sie von mir meine Schwester und jeden in Homburg, der meiner gedenkt..
So leben Sie denn wohl und reisen Sie mit Gott. Em- pfangen Sie von mir den wärmsten Dank für die treuen Dienste, welche Sie so lang meinem Leopold geleistet haben. Ich werde gerührt stets daran gedenken, dass Sie auch da- mals, als er nach Spanien wollte, ihn nicht verlassen wollten. Das gedachte Ihnen Leopold auch stets mit wahrer Dank- barkeit. Freuen werde ich mich, Sie einst wiederzusehen. Adieu, vergessen Sie nie unsern Leopold!
Marianne, Pr. v. Preussen.“
Leopolds Leiche wurde nach Homburg gebracht und
*) Er fiel am 10. Oktober 1806 bei Saalfeld.


