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in der Gottesackerkirche von Pegau, woraus zu schliessen, dass Napoleon ihn damals wieder hatte ausgraben lassen, weil er meinte, es sei der Pr. v. Mecklenburg, und ihn dann ein zweitesmal begraben liess zu Pegau.*)
Die Schärpe habe ich. Diese werde ich, wenn's ruhig ist, nach Homburg senden, weil ich wünsche, dass dieselbe nebst seinem Degen in die reformierte Kirche in Homb. möge aufgehängt werden zum ewigen Andenken an diesen frommen Helden.
Unser Wunsch ist, dass Sie Ihre Reise so einrichten, dass Sie über Pegau kommen, um sich dort nach allem noch genau zu erkundigen, um meinen Eltern alles berichten zu können. Papa will seinen Körper nach Homb. in die Gruft kommen lassen. Ich machte deshalb den Vorschlag, von Rudolstadt und Dessau aus die Anstalten noch während dieser Waffenruhe(vom 4. Juni bis 10. August) zu treffen, um Papa bald zu befriedigen; auch mir selbst ist es sehr tröstlich, ihn dann dort zu wissen. Da man von der säch- sischen Regierung**) Erlaubnis wird haben müssen, und wir hier Feinde von denen sind, so wird es eher von Rudolstadt aus zu betreiben sein, wie von hier aus. Meine Meinung wäre dann, dass Sie in Rudolstadt blieben, bis er ankäme, um Ihren Herrn dann noch einmal zu begleiten auf seinem letzten irdischen Wege.
Da diese Gelegenheit sicher ist, so wage ich es zugleich, Ihnen Leopolds Eichenring mitzuschicken. Geben Sie ihn Papa mit der Bitte von mir, wenn er es genehmigte,
*) Der Leichnam wurde zuerst von preussischen Truppen in die Kirche zu Pegau gebracht. Dort liess ihn auf dem Friedhofe Napoleon, in dessen Besitze Pegau nach dem Rückzuge der Ver- bündeten blieb, mit kriegerischen Ehren beerdigen. S. Schwartz, Landgraf Friedrich V. B. III. S. 233.
**) Friedrich August von Sachsen, der durch einen geheimen Vertrag am 20. April zu Oesterreich und der Politik der bewaffneten Vermittelung übergetreten war, wandte sich sofort nach der Schlacht von Grossgörschen Napoleon wieder zu und hielt an ihm fest, bis er am 19. Oktober in Leipzig gefangen genommen wurde,


