Aufsatz 
Ungedruckte Briefe des Prinzen Leopold von Hessen-Homburg und seiner Geschwister : 1804-1813 / von E. Schulze
Entstehung
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hat, welches ein frohes Gefühl ist. O, könnt' ich Dich, Du geliebter Bruder, dann recht bald dort sehen, wie herrlich wäre das, und ich schmeichle mich dessen. Es ist ja Dein Weg nach Homburg. Dann bringst Du vielleicht auch die andern Brüder mit, und so wäre meine Seligkeit vollkommen.

Statt des frohen Wiedersehens der Brüder war der Prinzessin neue Sorge beschieden. Vier ihrer Brüder fochten im österreichischen Heere gegen Napoleon, und in ängstlicher Spannung harrte die Schwester nach jeder Schlacht auf Nachricht über das Schicksal ihrer Lieben.

Kurz vor Ausbruch des Krieges hatte Leopold an Ferdinand geschrieben:Bleiben wir neutral, so komme ich als Freiwilliger(nach Oesterreich). Wie kannst Du mir zumuten, die Burg zu hüten, wenn Ihr draussen herumschwrmt und ins Feld zieht? Ruhe kann ich nur haben, wenn ich die Gefahr mit Euch teile. Der Ruhm meines Teutschlands war mir immer das Höchste, drum werde ich gewiss die Gelegenheit nicht versäumen, für dasselbe zu fechten. Glaubst Du etwa, dass ich Euch nachstehen will als Krieger? Schon in unsern Bubenjahren ahmte ich Euch gerne nach wie denn gemeinlich die jüngern den ältern nachahmen und so werde ich auch jetzt nicht zurückbleiben.

Am 25. Juli wurde Prinz Ludwig zum Generalmajor und Commandeur der ostpreussischen Infanterie-Brigade ernannt. Unten ihm stand sein Bruder Leopold als Major, dem Infanterieregimente Prinz Heinrich aggregiert. So hatte Prinzessin Marianne wenigstens die Freude und den Trost, in Königsberg täglich mit diesen zwei Brüdern zusammen- sein zu können.

Die Jahre 1810 1812.

Im Dezember 1809 hielt der königliche Hof seinen traurig-frohen Einzug in Berlin. Marianne war nun ihrer Heimat wieder näher gerückt, und im April 1810 wurde ihr das Glück zu teil, die Eltern wiederzusehen, die heimat-