Aufsatz 
Ungedruckte Briefe des Prinzen Leopold von Hessen-Homburg und seiner Geschwister : 1804-1813 / von E. Schulze
Entstehung
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Leute vorloren. Als wir noch etwas vorgerückt waren, hatten wir eine Batterie vor uns, eine weiter rechts über einem Erdriss und eine links von uns, und gegenüber eine grosse Linie feindlicher Infanterie, die bis an die Zähne eian- gegraben waren. In diesem Kreuzfeuer wurde uns durch Kanonen- und Ricochet-Kugeln, Kartätschen und Kleinfeuer grässlich zugesetzt. Hier hies es Halt! Die Regiments- stücke wurden aufgefahren, aber in demselben Augenblicke waren sie mit Knechten und Pferden von feindlichem Ge- schütz zertrümmert.

Nachdem mir ohngefähr eine Stunde hier ausgehalten und viele Leute an Toten und Verwundeten verloren hatten, wurde eine Bewegung rechts gemacht, um uns doch nicht ganz preiszugeben. Nun rückten die Franzosen hinter der Brustwehr hervor und in überlegener Anzahl auf uns los; es begann ein heftiges Kleingewehrfeuer von beiden Seiten. Da sich mittlerweile die Bataillons, die links von uns und hinter uns standen, den Berg hinunter, wie auch die ver- schiedenen Kavallerie-Abteilungen, die rechts in einiger Ent- fernung hinter uns standen, zurückgezogen hatten, und wir noch allein oben standen und dies unsre Leute sahen, war kein Haltens mehr, aller guten Worte, Fluchens und Schwörens ungeachtet. Sie antworteten:Was hilft's, wenn wir allein stehen und uns auch hier tot schiessen lassen? Und sie hatten bei reiferer Ueberlegung nicht Unrecht. Indessen eilten sie, ihre Kameraden zu erreichen. Es ging die Anhöhe hinunter über einen Bach und auf der andern Seite wieder hinauf. Hier wurde sich wieder formiert und Front gegen den Feind gemacht es war noch immer im Kanonenschuss, bei dieser Gelegenheit zeigte es sich, dass die Leibkompagnie an Offizieren noch den Lieutenant von Bonin und mich und an Gemeinen noch 21 Mann mit einem Tambour zählte und so nach Verhältnis die andern Kom- pagnien. General von Wartensleben kam hier zu uns ge- ritten und befahl, dass wir uns an eine Kolonne Infanterie, die aus verschiedenen Resten von mehreren Regimentern