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31. August abmarschiert und kommt nach Burg bei Magde- burg zu stehen.“
Prinz Leopold stand nach seinem Tagebuche*) am 2. Oktober in Sömmerade, am 4. in Gross Vargula, am 5. in Langensalza, am 7. u. 8. in Berterode, am 9. in Ritt- bach, am 10. in Elxleben und biwakierte am 11. u. 12. im Lager bei Weimar. Von da wurde am 13. nachmittags abmarschiert und gegen Auerstedt zu biwakiert.„Den 14. früh morgens bei dichtem Nebel aufgebrochen. Um 11 Uhr Befehl, den Marsch zu beschleunigen, um teil an der Schlacht zu nehmen. Um 12 Uhr Ankunft auf dem Schlacht- felde, nachdem eine lange, tiefe Hohle und ein Dorf passiert war. Nun waren wir am Fusse der Anhöhen, welche von den Franzosen besetzt waren. Es wurde aufmarschiert und in ganzer Front im Geschwindschritt vorgerückt. General Kalkreuth ritt an uns heran und frug heftig den Major Wittke, der unser Bataillon kommandierte,„wo wollen Sio hin?: Wir haben Befehl, dort auf die Höh,“ war die Antwort des Majors.„Nun, so marschieren Sie hin,“ sagte der General missmütig und ritt weiter. Bald kamen wir an ein paar Bataillons, die wir ablösten. Ich glaub', das eine war von Kleist. Als wir bei demselben vorbeimarschierten, warnten sie uns und riefen:„Wenn Ihr da hinauf kommt, werdet Ihr gut bezahlt werden“! Indessen hatten wir schon viele
*) Das Tagebuch, mir in einer Abschrift des Herrn Dekan Encke vorliegend, giebt die Marschroute des Prinzen an und stimmt mit obigem Briefe der Prinzessin Marianne genau überein: den 31. August, Sonntags, von Berlin nach Spandow; den 1. Sept. nach Dünz; 2. u. 3. Brandenburg; 4. Genthin; 5. Burg; 6. Magde- burg; 7.— 12. Hadmersleben u. s. w.
Es ist daher unmöglich, dass Prinz Leopold, wie Schwartz III. S. 208 behauptet, sich kurz vor Ausbruch des Krieges nach Cassel begeben, dann nach Eisenach und Gotha geeilt sei, um über die Bewegungen der Franzosen Erkundigungen einzuziehen. Auch der französische Brief, datiert:„Gotha, le 12. 8. bre 1806“ kann nicht von Leopold herrühren. Der Schreiber nennt sich„un exilé“ und spricht gegenüber der Fürstin Karoline von Schwarzburg-Rudolstadt „de Vos freéres“. Beides passt nicht auf Leopold.
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