Aufsatz 
Über Verschmelzung lateinischer Adjektiva mit nachfolgenden Substantiven zu einem Gesamtbegriffe
Entstehung
Einzelbild herunterladen

30

III. Chronik der Realschule.

Das Schuljahr begann am 29. April mit der Prüfung der 37 neu aufgenommenen Schüler; am Nachmittage desselben Tages fand die Eröffnungsfeierlichkeit statt, bei welcher die Schulgesetze von dem Direktor verlesen und die neu aufgenommenen Schüler durch Hand- schlag zur Beobachtung derselben verpflichtet wurde. Am 30. April, 7 Uhr morgens, begann der Unterricht.

Am 11. Mai 11 Uhr vormittags versammelten sich Lehrer und Schüler, da Herr Dr. L. Proescholdt, der zu Michaelis 1879 als ordentlicher Lehrer an der Realschule ange- stellt worden war und jetzt vom Kuratorium auf sein Gesuch seine Entlassung erhalten hatte, um die Leitung des Garnier'schen Institutes in Friedrichsdorf zu übernehmen, von der Anstalt Abschied nahm. Der Direktor sprach ihm den Dank des Kuratoriums aus für die in fast zehnjähriger Lehrthätigkeir der Schule geleisteten Dienste und verband damit den Wunsch, dass ihm auf dem neuen, grösseren Arbeitsfelde der beste Erfolg beschieden sein möge. Da- rauf nahm Herr Dr. Proescholdt in einer Ansprache von den Kollegen und Schülern Abschied. An seine Stelle trat, vom Kuratorium zum wissenschaftlichen Hilfslehrer erwählt, Herr A. Giesse, welchen der Unterzeichnete nun als neues Mitglied des Kollegiums begrüsste.

Adolf Giesse, geboren in Paris den 29. März 1858, besuchte die Gymnasien zu Weilburg a. d. L., Montabaur und Greifswald; an letzterem erwarb er sich das Reifezeugniss am 13. September 1882. Er studierte von 188285 die neuen Sprachen in Berlin und Marburg, war an der Universität Marburg ein Jahr, 1885 86, Lektor der französischen Sprache, legte alsdann sein Probejahr an dem Königlichen Gymnasium zu Hersfeld ab und wurde am 13. Mai 1889 an der Realschule zu Homburg als wissenschaftlicher Hülfslehrer angestellt.

Am 14. Mai machten sämtliche Klassen unter Führung der Lehrer Ausflüge, und zwar gingen die Primaner und Progymnasial-Sekundaner nach Wiesbaden, die beiden anderen Sekunden über den kleinen Feldberg nach Reifenberg, die Tertianer über den Altkönig nach Kronthal, Quartaner und Quintaner auf den Hardtberg, die Sextaner nach dem Köpperner Thal, die Schüler der Vorklasse nach der hohen Mark.

An der Lehrerversammlung in Bockenheim am Mittwoch den 29. Mai beteiligte sich das Lehrerkollegium, so dass der Unterricht an diesem Tage ausfiel.

Am 31. Mai 4 Uhr nachmittags geleitete das Lehrerkollegium den Rektor der Bürger- schule H. Tiemann zur letzten Ruhe.

Wegen zu grosser Hitze fiel am 3. Juni der Nachmittagsunterricht aus.

Am 6. und 7. Juni besuchte der Herr Geheime Regierungs- und Provinzialschulrat Dr. Lahmeyer die Anstalt, wohnte dem Unterrichte in allen Klassen bei und erteilte dann eingehende Weisungen über die beste und zweckmässigste Art der Behandlung der ver- schiedenen Lehrgegenstände.

Die Pfingstferien dauerten vom 8.12. Juni.

Am Sterbetag des Kaisers Friedrich hielt Herr Dombach die Rede. Die übrigen vaterländischen Erinnerungstage wurden nach Konferenzbeschluss vom 13. August in der Weise begangen, dass der Ordinarius jeder Klasse in der letzten Morgenstunde ein Gebet sprach und dann den Schülern, entsprechend der Altersstufe, einzelne Seiten der Persönlichkeit und der Wirksamkeit unsrer beiden ersten Kaiser anschaulich zu schildern suchte.

Die Sommerferien dauerten vom 7. Juli bis zum 4. August.

Am Sedantag zogen sämtliche Schüler mit den Lehrern unter Musikbegleitung in den kleinen Tannenwald. Die zur Feier des Tages eingeübten Gesangvorträge leitete Herr Zins, die Turnübungen Herr Dombach, die Spiele Herr Dannhof. Die Festrede, welche die hohe Bedeutung des Tages und die Verpflichtungen, die uns aus ihm erwachsen, schilderte,(ab- gedruckt im Taunusboten vom 4. September 1889,) hielt Herr Oberlehrer Dr. Glaser.

Am 13. September wurde der Unterrieht ausgesetzt, da die in hiesiger Stadt und Umgegend zusammengezogenen Truppen in der Nähe Manöver hatten.

Die Herbstferien dauerten vom 29. September bis zum 13. Oktober.